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Thema: Darkwing Duck

  1. #1
    Meisterspieler Benutzerbild von Sly Boots
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    Mar 07
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    Darkwing Duck

    Darkwing Duck




    Entwickler: Capcom
    Publisher: Capcom
    System: Game Boy, NES
    Genre: Action-Jump'n'Run
    Sprache: Deutsch
    Altersfreigabe: -

    Anmerkung: Getestet wurde die Game Boy-Version.



    Zwo, Eins, Risiko!
    Hach ja, das waren noch Zeiten als Disney für uneingeschränkt hohe Qualität in Sachen Comics und Zeichentrick stand.
    Eine meiner liebsten Disney-Franchises war die Zeichentrickserie „Darkwing Duck“, welche seinerzeit die – ebenfalls gerne von mir gesehene – Trickserie „Ducktales“ ablöste.
    Darkwing Duck umfasst drei Staffeln mit über 90 Folgen und dreht sich um die Abenteuer des überheblichen und leicht tollpatschigen (Super?)helden Eddie Erpel alias Darkwing Duck.
    Gekleidet in lilafarbener Kluft, Maske, Umhang und seinem markanten Schlapphut macht er sich, vorzugsweise nachts, in seiner Heimatstadt St. Erpelsburg auf die Jagd nach allerlei skurril-kriminellen Gestalten – sämtliche Ähnlichkeiten zu Batman und anderen Superhelden-Franchises sind natürlich reiner Zufall.;-)
    Klar, dass bei solch einer ansprechenden Vorlage das entsprechende Videospiel nicht fehlen darf.
    Und wieder einmal war es Capcom zu verdanken (die haben damals sehr viele Disney-Lizenzen versoftet), dass sich der Inhalt des Moduls qualitativ vom übrigen Lizenzgame-Softwaremüll absonderte – aus „Darkwing Duck“ ist ein recht gutes Spiel geworden, soviel sei schon einmal gesagt.



    Ich bin der Schrecken, der die Nacht durchflattert, ...
    Die Verbrecherorganisation F.O.W.L. hat mal wieder zugeschlagen – und dieses Mal meinen sie es wirklich ernst!
    F.O.W.L. trommelte sechs der gefährlichsten Superschurken St. Erpelsburg's zusammen, welche nun eine Welle des Chaos innerhalb der Stadt verbreiten.
    Bevor der Feind diesen Umstand nutzen kann, um die Kontrolle der Stadt an sich zu reißen, entsendet die Organisation S.H.U.S.H. (sozusagen das rechtschaffene Pendant zu F.O.W.L.) niemand geringeres als Darkwing Duck, um sich der Sache anzunehmen.

    Capcom weiß, wie man eine Lizenz vernünftig umsetzt, folglich bekommt man viele bekannte Gesichter aus der TV-Vorlage zu Gesicht:
    Bruchpilot Quack transportiert Darkwing mit dem Flugzeug „Donnerquack“ zu den unterschiedlichen Einsatzorten St. Erpelsburg's, Direktor Julius Ganther von S.H.U.S.H. übermittelt vor Levelbeginn die derzeitige Situation der folgenden Spielstufe, und bekannte Serienschurken wie Quackerjack, Megavolt oder Buxbaum fungieren als Bossgegner.
    Für ein ca. einstündiges GB-Spielchen sorgt die charmant ausgespielte Lizenz jedenfalls für gelungene Unterhaltung.



    ... ich bin der unüberwindliche Gegner in Deinem Computer-Spiel, ...
    Es handelt sich hier um ein 2D-Action-Jump'n'Run.
    Folglich lautet unsere Aufgabe in jedem der sieben Level vom Levelanfang bin -ende vorzudringen und anschließend den örtlichen Bossgegner zu bezwingen.
    Klingt simpel, und das wäre es auch, wenn zahlreiche knifflige Jump-Passagen und Gegner nicht versuchen würden unseren Helden über den Jordan zu schicken (das obligatorische Zeitlimit gibt es dafür nicht).
    Aber keine Sorge, Darkwing ist alles andere als wehrlos oder schwachbrüstig, er kann immerhin vier Treffer einstecken bevor er ein Leben verliert.
    Zur Regeneration der Lebensenergie gibt es desweiteren „Erste Hilfe Sets“ zu finden.
    Items liegen entweder offen in den Stages herum oder werden von beseitigten Feinden gedroppt.

    Um der feindlichen Übermacht Herr zu werden verfügt Darkwing über eine Gaspistole mit unbegrenzter Munition und einem zweiten Feuermodus.
    Innerhalb der Level liegen drei verschiedenen Sorten von Gascontainern verstreut, mit denen der zweite Feuermodus festgelegt bzw. ausgetauscht werden kann (es lässt sich leider nur ein zusätzlicher Feuermodus in die Pistole integrieren):
    Die Feuermodi Schweres Gas und Blitzgas dienen primär für offensive Angriffe, während man mit dem Pfeilgas auch temporäre Plattformen erzeugen kann – sehr nützlich, um in sonst unerreichbare Passagen vorzudringen.
    Allerdings benötigt man für den zweiten Feuermodus Munition in Form von „Gaskartuschen“ die erst einmal aufgesammelt werden wollen.

    Weitere Items als die bereits erwähnten „Erste Hilfe Sets“ und „Gaskartuschen“ finden sich in Form von „Darkwing Duck-Puppen“, „Diamanten“ und „Goldbarren“.
    Die Puppen bringen ein sofortiges Extraleben ein.
    Die Wertgegenstände hingegen erhöhen das Punktekonto, welches wiederum ein Extraleben beschert, sobald eine bestimmte Summe erreicht wurde.
    Die beste Möglichkeit, um an diese ganzen wertvollen Items zu gelangen sind übrigens die zwei Bonusrunden-Stages.
    Um eine der beiden Bonusrunden zu erreichen bedarf es der Berührung des „Los“-Zeichens.
    Diese sind unsichtbar und müssen mit einem gezielten Schuss aus Darkwings Gaspistole freigelegt werden.
    Klar, dass die Bonusrunden gut versteckt liegen, aber dafür gibt es in jedem Level auch zwei Los-Zeichen zu entdecken.

    Letztendlich wird Darkwing aber in erster Linie mithilfe seiner Geschicklichkeit erfolgreich sein.
    Die Jump-Passagen sind recht zahlreich und führen bei einem Fehler oftmals zum sofortigen Verlust eines Lebens.
    Ein Fehlsprung liegt aber grundsätzlich beim Spieler begründet.
    Unfaire Sprungeinlagen wie noch im Quasi-Vorgänger „Ducktales“ (dazu gab's natürlich auch ein GB-Spiel) sucht man hier nämlich erfreulicherweise vergebens, und das obwohl Darkwings Moverepertoire wesentlich umfangreicher ausfällt als das von Onkel Dagobert.
    So besteht hier die Möglichkeit direkt von einer Plattform herunterzuspringen (also direkt in die darunter liegende Ebene) oder sich an Haken, Fenstersimsen und dergleichen festzuklammern.
    Im Kampf bietet Darkwings Cape Schutz vor feindlichen Projektilen, eine Technik die unserem Erpel in Kombination mit der Gaspistole nahezu unbesiegbar werden lässt – genügend Geschick vorausgesetzt.
    Die Steuerung ist hierbei absolut unkompliziert, so dass es keine faule Ausrede für ein eventuelles Game Over gibt.;-)

    Perfekt ist „Darkwing Duck“ aber leider nicht geworden.
    Die sieben Level fordern zwar einiges an Geschick und Können, sind im Grunde aber in maximal anderthalb Stunden durchgezockt.
    Folglich entfallen auch Passwörter und Batteriespeicher – so etwas wird hier einfach nicht benötigt.
    Dennoch dauert es eine Weile bis man F.O.W.L. das erste Mal aus St. Erpelsburg vertrieben haben dürfte.
    Der eine Schwierigkeitsgrad den das Modul zu bieten hat ist nämlich so konzipiert, dass man mit der Zeit und diversen Fehlversuchen immer besser wird – bis man das Spiel eben soweit hat, dass es in einem Stündchen beenden werden kann.
    Während dieser Zeit wird einem vielleicht auffallen, dass das Game, neben entsprechendem Umfang, auch etwas Abwechslung vermissen lässt.
    Schon „Super Mario Land“ bot zwei reine Shooter-Abschnitte zum Ausgleich für die Jump-Level – etwas was auch „Darkwing Duck“ gut getan hätte.
    Vor allem wenn man sich vor Augen hält, das der Erpel nach jedem absolvierten Level mit seinem Motorrad über die Straße braust, während Quack schon den Donnerquack vollgetankt hat, um Darkwing zum nächsten Einsatzort zu fliegen ... Was hätte man daraus nicht für schöne Action-Stages bauen können!
    Ist aber leider nichts daraus geworden, dennoch bietet der Titel gehobene Kost für Action-Jump'n'Run und Disney-Fans!



    ... ich bin der Fleck auf einer weißen Weste, ...
    In grafischer Hinsicht konnte mich das Spiel voll überzeugen.
    Die Locations sind abwechslungsreich und stimmig gestaltet.
    Die Verbrecherjagd führt uns von der finsteren Kanalisation, über eine Wolkenkratzer-Baustelle bis zum benachbarten Wäldchen von St. Erpelsburg.
    Die Charaktermodelle wurden ziemlich detailliert umgesetzt, sämtliche Figuren aus der Vorlage sind sofort und ohne Probleme zu identifizieren.
    Desweiteren sind Details wie abgefeuerte Projektile selbst auf dem kleinen GB-Screen sehr leicht auszumachen, so solls sein.
    Als krönendes i-Tüpfelchen hat man sich unglaublich viel Mühe bei den Animationen des Protagonisten gegeben.
    Ob sich Darkwing nun unter seinem großen Schlapphut kauert, auf einer Bananenschale ausrutscht oder sich in Pose schmeißt, die enorme Detailverliebtheit in diesem Bereich erstaunt mich doch immer wieder.
    Einen lästigen Fleck auf der weißen Grafikweste gibt es aber dennoch: Nämlich leichte Slowdowns die auftauchen, wenn mal etwas mehr auf dem Screen los ist ...

    Ohne jegliche Kritik kommt hingegen der OST davon.
    Im Titelscreen begrüßt uns der Darkwing Duck-Theme aus dem Zeichentrick, und auch sonst passen die unterschiedlichen Melodien wunderbar zur Vorlage – Ohrwürmer inklusive ... Akustisch wird also einiges geboten, denn auch die Geräuschkulisse weiß zu gefallen.
    Was bleibt also noch weiter zu sagen, als das Capcom saubere Arbeit geleistet hat?
    Eine sinnvoll umgesetzte Lizenz, schöne Grafik, ein toller OST und das spaßige Gameplay lassen mich durchaus über den mangelnden Umfang hinwegsehen.
    Die Darkwing Duck-Lizenz ist definitiv in den richtigen Händen gelandet!



    Pro und Kontra:

    Pro:
    - gut umgesetzte Lizenz
    - insgesamt gelungener Schwierigkeitsgrad
    - audiovisuell hochwertig

    Kontra:
    - zu kurz
    - fehlende Motorrad/Donnerquack-Passagen
    - nur ein Schwierigkeitsgrad



    ... ich bin Darkwing Duck!
    Ente gut, alles gut – viel mehr gibt es zu Capcoms „Darkwing Duck“ nicht wirklich zu sagen.
    Das Spiel ist ein lupenreines Action-Jump'n'Run, welches im Grunde nur unter seinem geringen Umfang zu leiden hat.
    Und dennoch hatte mich der Titel seinerzeit eine ganze Weile lang beschäftigt.
    Es bedarf nämlich durchaus einiger Übung bis man den Gemeinheiten F.O.W.L.s gewachsen ist.
    Für Genre- und Disney-Fans kann ich das Modul also wärmstens empfehlen!



    Endwertung:

    Punktvergabe von 1 (schlecht) bis 10 (spitze)

    Grafik: 8,5
    Sound: 9
    Steuerung: 8,5
    Umfang: 6,5
    Story: 8
    Spielspaß: 8,5
    Gesamtwertung: 8-8,5
    Geändert von Balmung (18.1.13 um 13:21 Uhr)

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