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Thema: Dragon Valor

  1. #1
    Meisterspieler Benutzerbild von Sly Boots
    Im Spiele-Forum seit
    Mar 07
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    1.291

    Dragon Valor

    Dragon Valor




    Entwickler: Namco
    Publisher: Sony
    System: PSone
    Genre: Action-Adventure
    Sprache: Deutsch
    Altersfreigabe: 6



    Einleitung:
    Was haben die Spiele Shadow Madness, Legend of Legaia, Star Ocean: The Second Story und eben Dragon Valor gemeinsam?
    Es sind alles RPGs? Falsch! Vielmehr lag jedem dieser Games ein Werbeblättchen bei, welches die vier Titel anpreisen sollte.
    Diese Werbeaktion wird von meiner Person auch gerne als Sonys (der Publisher dieser Spiele) große RPG-Offensive bezeichnet, wobei Dragon Valor - über das ich euch diesmal aufklären werde - jedoch nur sehr wenig mit einem RPG gemein hat.
    Abgesehen von diesem interessanten Einblick in Sonys wirres Marketing, dürfte es wohl erwähnenswerter sein, dass es sich bei Dragon Valor um den geistigen Nachfolger von Namcos 80er Jahre-Gameserie „Dragon Buster“ handelt.
    Damals wie heute schlüpfen wir in die Rolle eines tapferen Burschen namens Clovis, um aus familiären Gründen auf Drachenjagd zu gehen.
    Hierbei müssen allerlei Kämpfe und Jump-Passagen überstanden werden - doch alles der Reihe nach ...



    Story:
    Als „Dragon Valor“ bezeichnet man jene Menschen, die als einzige in der Lage sind die geheimnisvollen magischen Schwerter zu führen.
    Diese Waffen wiederum sind die einzigen, welche über genügend Kraft verfügen den stahlharten Schuppenpanzer mächtiger Drachen zu durchdringen.
    Und so kommt es, dass sich Dragon Valor und Drache im Duell gegenüber stehen.
    Der Dragon Valor unterliegt, woraufhin der wütende Drache die örtliche Menschensiedlung in Brand setzt.
    Als Clovis in sein Heimatdorf zurückkehrt ist bereits alles zu spät.
    Seine geliebte Schwester ist - im wahrsten Sinne des Wortes - Feuer und Flamme, als sie ihrem Bruder entgegen wankt und kurz darauf qualvoll in seinen Armen zugrunde geht.
    Vom sterbenden Dragon Valor erfährt Clovis über den Übeltäter - den Drachen - und erbt daraufhin dessen magisches Schwert, um das schmutzige Handwerk des gescheiterten Drachenjägers fortzuführen.
    Von Rachegedanken getrieben, macht sich der neue Dragon Valor auf den Weg zum Drachennest ... Die Drachenjagd hat begonnen!

    Die Handlung erfindet das Rad nicht neu, und setzt uns ein weiteres mal in den Kampf zwischen Mensch und Drachen, Dämonen und anderen Monstern.
    Interessant ist jedoch das Generationen-System.
    Der Handlungsverlauf erstreckt sich über insgesamt vier Generationen und stellt uns an zwei Spielstellen sogar vor die Wahl einer „Damsel in distress“ aus der Patsche zu helfen.
    Je nachdem ob man der Dame behilflich ist oder nicht, ändert sich die Zukunft des Dragon Valors und ein anderer Spross entsteht, um das magische Schwert weiterzuführen.
    Dank dieser Spielidee, bietet uns Dragon Valor insgesamt drei unterschiedliche Lösungswege an, welche natürlich alle ihre individuellen Level, Bosse und Endings feilbieten.
    ... Naja, die drei Endings waren eigentlich im Kern identisch, aber trotzdem ist das Generationen-System eine nette, wenn auch keineswegs neue *hüstel*Phantasy Star III*hüstel*, Form für etwas mehr Quantität zu sorgen.
    In Anbetracht dessen, dass ein Spieldurchlauf mit 8-10 Stunden nicht allzu umfangreich geraten ist, keine dumme Idee.
    Ach ja, Story und Charaktere bieten zwar nichts herausragendes, werden dafür aber recht symphatisch und interessant genug präsentiert, um den Spieler bei der Stange zu halten - wenn man mal von der schlappen Übersetzung absieht.



    Gameplay:
    Spielaufgabe ist es sich Level für Level an Feinden, Zwischengegnern, Fallen und Jump-Passagen vorbeizukämpfen, bis man schlussendlich am Ende eines Kapitels (bzw. einer Generation) einem mies gelaunten Drachen gegenüber steht.
    Ab und zu wartet auch mal ein kleines Minirätsel auf seine Lösung oder wir statten dem Händler einen Besuch ab, der hin und wieder zwischen den Levelstufen anzutreffen ist.
    Diverse Ingame-Sequenzen spinnen dabei die Story weiter und können von ungeduldigen Spielern jederzeit mit der Start-Taste übersprungen werden.
    Speichern darf man auf der Weltkarte, die auch zur Levelanwahl genutzt wird.

    Die unterschiedlichen Level sind in mehrere kleinere Abschnitte eingeteilt, in denen hauptsächlich gekämpft und gehüpft wird - sozusagen ein Jump'n'Fight-Game.:-)
    Hierzu stehen dem Dragon Valor mehrere verschiedenen Angriffs-, Ausweich- und Sprungmanöver zur Verfügung.
    Bis zu acht verschiedene Zaubersprüche, wie Feuerball und Heilung, runden das Angebot an Fähigkeiten ab.
    Die Steuerung dieser ganzen Aktionsmöglichkeiten ist hierbei erfreulich unkompliziert umgesetzt worden - ok, für die spezielleren Manöver, (die man aber ohnehin nicht benötigt, um erfolgreich durch das Spiel zu gelangen) muss man auch speziellere Buttonkombinationen durchführen, aber die (völlig ausreichenden) Standard-Bewegungen beherrscht man dafür auf Anhieb.

    Beseitigte Gegner droppen diverse Items wie Val (die Geldeinheit in Dragon Valor), Heilmittel für den Lebens- und Manabalken oder anderes Zeugs, welches unsere Statistika verbessert oder beim Händler umgetauscht bzw. verkauft werden kann.
    Natürlich lässt sich dieser ganze Krempel auch aus zerstörbaren Holzkisten oder versteckten Nischen aufklauben.
    Interessant ist, dass ein Teil dieser Items an die nächste Generation weitervererbt wird.
    So ist eine magische Kette, welche unseren HP-Haushalt um einen Punkt erweitert im Endeffekt wertvoller als der Kelch, der zwar +8 HP-Punkte einbringt, aber im Gegensatz zur Kette nicht weitervererbt wird - nur um mal ein Beispiel zu nennen.
    Verdiente Val und Zaubersprüche hingegen werden grundsätzlich mit in die nächste Generation genommen.

    Mehr als eigenwillig ist auch das Handelssystem.
    Ob man beim Händler nun einkaufen, verkaufen oder tauschen darf, entscheidet einzig und allein der Zufall.
    Der Händler (der komischerweise in jeder Generation gleich aussieht) entscheidet alleine welche Handelsaktion derzeit möglich ist.
    Aufgrund dessen ist es leider kaum möglich die Handelsoption strategisch klug einzusetzen - ziemlich wirr!

    Viel mehr gibt es jetzt nicht zu erläutern.
    Die Kämpfe sind relativ leicht zu meistern, wobei es in Dragon Valor aber eher auf ausweichen und kontern statt simples drauflosprügeln ankommt.
    Auch die Jump-Passagen lassen sich recht gut bewältigen und bieten nebenbei einen schönen Ausgleich zu den Kampfeinlagen ... Falls ich es noch nicht erwähnt habe: Der Schwierigkeitsgrad in diesem Spiel kann durchweg als „gemütlich“ bezeichnet werden.
    Wirklich störend waren für mich eigentlich nur zwei Dinge:
    Erstens gibt es in einigen Levels Abzweigungen, die unter Umständen für nerviges Backtracking sorgen können (ist in solch einem flotten, action-orientierten Game nun mal nicht angebracht).
    Zweitens hat es mich gestört, dass man zum Laufen eine der linken Schultertasten gedrückt halten muss.
    Da man sich sowieso hauptsächlich rennend fortbewegen will, wurde dieser Aspekt nicht besonders komfortabel umgesetzt.

    Unterm Strich hat mir der leichtverdauliche Mix aus Schwertkampf-Beat 'em Up, Jump'n'Run und RPG-Anleihen aber sehr gut gefallen.
    Für zwischendurch wunderbar geeignet!



    Grafik, Sound und Präsentation:
    Grafik: Die Grafik ist der große Schwachpunkt von Dragon Valor.
    Diese sehr klobige Polygon-3D-Grafik wäre vielleicht zu Beginn der Playstation-Ära in Ordnung gewesen, war im Jahre 99/2000 aber bereits hoffnungslos veraltet!
    Ehrensache, dass zumindest die Drachenmodelle recht anschaulich umgesetzt wurden, der Rest der Spielwelt und -figuren wirkt aber eher mau.
    Beeindruckt hat mich dafür das echt toll inszenierte Renderintro, dass man sich auch gerne öfters anschaut und in zwei Ausführungen (für jede der zwei Disks eines) zu sehen ist.
    Auch die Anime/Manga-Artworks der Charaktere sind hübsch anzusehen und können nach erfolgreichen Abschluss eines Spieldurchlaufes noch einmal in einer Artwork-Galerie betrachtet werden.

    Sound: Wesentlich besser hat mir hier der OST gefallen.
    Die Tracks passen wunderbar zum flotten Spielablauf und den epischen Kämpfen gegen mächtige Drachen.
    Die Geräuscheffekte sind hingegen eher primitiv, und auf eine Sprachausgabe wurde leider verzichtet.
    Andererseits ist es wohl doch besser das man diese weggelassen hat.
    Eine Synchro für Polygon-Püppchen ohne nennenswerte Gesichtsmimik wäre jedenfalls sehr „exotisch“ ausgefallen.

    Präsentation: Das Spiel begrüßt uns mit einem wirklich fantastischen Renderintro, nur um uns daraufhin mit einer extrem veralteten Ingame-Grafik sogleich wieder zu vergrätzen.
    Ein guter OST, nette Manga-Portraits der Spielfiguren und die recht interessant erzählte Story befriedigen einen dann aber wieder.
    Nur ärgerlich, dass es Sony mal wieder versaut hat das Spiel vernünftig zu lokalisieren.
    Die deutschen Bildschirmtexte wirken in diesem Spiel besonders holprig und man war noch nicht mal in der Lage den korrekten Plural eines Substantivs wie „Drache“ oder „Dämon“ zu setzen.
    Diese Wörter werden hier grundsätzlich im Singular geschrieben, egal ob sie nun korrekt im Zusammenhang mit den Sätzen stehen oder nicht.
    Andere Substantive wie „Tore“ werden hingegen nur im Plural gesetzt ...
    Angesichts solch einer dilletantischen Arbeit kann man sich nur an den Kopf fassen - man bedenke das Sony der Publisher dieses Spieles ist!



    Pro und Kontra:

    Pro:
    - unkompliziertes, spaßiges Gameplay
    - nettes Generationen-System
    - gemütlicher Schwierigkeitsgrad

    Kontra:
    - veraltete, unspektakuläre 3D-Polygon-Grafik
    - stellenweise nerviges Backtracking
    - dürfte für einige wohl etwas zu anspruchslos sein



    Fazit:
    Dragon Valor gehört für mich zu jenen Games, die ich - ganz im positiven Sinne - als „Feierabend-Spiel“ bezeichnen würde.
    Dank seines unkomplizierten und spaßigen Spielablaufes, eignet es sich einfach hervorragend für die schnelle Zock-Runde zwischendurch bzw. nach Feierabend.
    Die eher kurze Spieldauer, sowie der moderate Schwierigkeitsgrad tragen natürlich ebenfalls dazu bei.
    Nun kann man diese Kriterien natürlich auch negativ betrachten.
    Hardcore-Zocker fühlen sich definitiv unterfordert und bekommen noch nicht mal einen optischen Ausgleich geboten, da die Polygon-Grafik schon damals ziemlich mies war.
    Desweiteren wäre ein Multiplayer-Modus eine gute Idee gewesen, um die Langzeitmotivation etwas auszudehnen.
    Wer in dieser Hinsicht aber keine hohen Erwartungen stellt und einfach nur für ein paar Stündchen abschalten und Spaß haben möchte, der bekommt mit Dragon Valor einen wirklich gelungenen Titel geboten.
    Folglich ist meine Endwertung mit Vorsicht zu genießen.
    Die Zielgruppe kann gerne einen halben oder ganzen Punkt hinzuaddieren.
    Core-Gamer hingegen, für die jedes Game unbedingt ultraschwer und -kompliziert sein muss, sollten diesen Punkt aber besser von meiner Wertung abziehen.



    Endwertung:

    Punktvergabe von 1 (schlecht) bis 10 (spitze)

    Grafik: 4,5-5
    Sound: 8
    Steuerung: 8,5-9
    Umfang: 7,5
    Story: 7,5
    Spielspaß: 7,5
    Gesamtwertung: 7
    Geändert von Fukyù (18.1.13 um 12:27 Uhr)

  2. #2
    Meisterspieler Benutzerbild von Sonic89
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    Oh Dragon Valor. Ich weiss noch wie ich das in einem Möbelgeschäft, das ganz nebenbei auch Games verkauft, für 5 Euro gefunden habe. War schön auf französisch und der Story konnte ich nicht ganz folgen. Das schönste war, durch Zufall zu erfahren, das es mehrere Wege gab im Spiel. Schön unkompliziert, einen Wiederspielwert, kann man nicht mehr erwarten.

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