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Thema: Mario's Picross

  1. #1
    Meisterspieler Benutzerbild von Sly Boots
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    Mar 07
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    Mario's Picross

    Mario's Picross




    Entwickler: Jupiter
    Publisher: Nintendo
    System: Game Boy
    Genre: Puzzle/Denkspiel
    Sprache: Englisch
    Altersfreigabe: -



    Einleitung:
    Jeder, der nicht hinterm Mond lebt, dürfte wissen was Sudoku ist.
    Hierbei handelt es sich um ein wahlweise kurzweiliges oder ultrakniffliges Zahlenrätsel, dessen kommerzieller Durchbruch zuerst in Japan erfolgte und später dann auch im Rest der Welt.
    Ein Irrglaube bezüglich Sudokus ist jedoch, dass es sich hier um eine japanische Idee handelt.
    Tatsächlich erfolgte die eigentliche Entstehung dieses Rätselspiels im Westen.
    Ist jetzt aber ohnehin alles wurscht, da sich dieses Review mit einem echt-japanischen, obgleich weitaus weniger bekannten, Zahlenlogik-Spielchen befasst: Dem sogenannten Nonogramm.
    Dieses wurde Ende der 80er eher zufällig von Non Ishida ersonnen, und bald darauf nach ihr benannt und kommerziell vertrieben.
    Da Nonogramme wesentlich komplexer aufgebaut sind als ein Sudoku-Rätsel, sind sie leider nicht ganz so gut auf dem Papier zu bearbeiten und daher wohl auch nicht ganz so populär wie die - eigentlich westliche - Konkurrenz.
    Dies hinderte Jupiter und Nintendo allerdings nicht daran im Jahr 1995 ein Game Boy-Modul zu diesem Thema zu veröffentlichen: Mario's Picross.
    Und siehe da! Das Prinzip funktioniert auf einem Videospielgerät wesentlich besser als auf einem Blatt Papier.
    Garniert wurde das ganze mit Nintendo-typischen Fanbonus.
    Jump'n'Run-Held Mario ist diesmal als Archäologe unterwegs um die Nonogramme zu entschlüsseln, wobei die freigelegten Bildnisse hierbei auch mal einen Superpilz oder Superstern darstellen können.
    Beste Voraussetzungen also für ein unterhaltsames Denkspielchen für die Hosentasche.



    Gameplay:
    Das Spielfeld besteht aus einem karierten Gitter welches - im Falle von Mario's Picross - entweder 5x5, 10x10 oder 15x15 Kästchen umfasst (Nonogramme können freilich auch andere Formate aufweisen, aber dies sind die drei, welche für das Modul verwendet wurden).
    Neben bzw. über jeder horizontalen und vertikalen Kästchenreihe dieses Gitternetzes findet sich eine Zahl oder Zahlenreihe, die dem Spieler Informationen darüber liefern soll, welche Kästchen des Gitternetzes mit dem „Meißel-Cursor“ freigelegt werden müssen, und welche nicht.
    Bei einer Zahlenreihe sollte man darauf achten, das zwischen zwei angegebenen Zahlen immer mindestens ein unberührtes Kästchen liegen muss.
    Bei einer Gitterlinie von 10 Kästchen und einer vorgegebenen Zahlenreihe von 1 / 8 kann man die Linie nun leicht lösen, indem man das erste Kästchen freilegt, das zweite unberührt lässt und die Übrigen acht freilegt.
    Wenn die Zahlenreihe hingegen aus 15 Kästchen besteht, und man auch hier die Vorgabe 1 / 8 erhält, wird es natürlich schon deutlich schwerer, da man nicht hundertprozentig weiß wie die entsprechenden Flächen angeordnet sind.
    Letztendlich sollte man sich langsam vorarbeiten, indem man erst einmal nur die Kästchen freilegt bzw. markiert, bei denen man sich hundertprozentig sicher ist.
    Auf diese Weise gelangt man Schritt für Schritt zur Lösung und eine bildliche Darstellung eines Gegenstandes, Tieres, Buchstaben, oder was auch immer, wird ersichtlich.
    Das alles klingt jetzt komplizierter als es in der Praxis ist, und wird im Spiel anhand eines kleinen Lehrvideos auch noch einmal viel besser verdeutlicht als ich es hier getan habe.

    Grundsätzlich simpel ist hingegen die Steuerung: Mit dem Steuerkreuz bewegt man den Meißel-Cursor horizontal und vertikal über das Gitternetz, mit der A-Taste legt man ein Kästchen frei und mit der B-Taste markiert man es mit einem X (um sich selbst daran zu erinnern, dass man dieses Kästchen nicht freilegen sollte).
    Neben dem oben erläuterten Grundprinzip des Nonogrammes, wurde das Modul allerdings noch um einige individuelle Regeln erweitert.
    Mario's Picross setzt den Spieler nämlich mit einem 30 Minuten Timer unter Druck, von dem auch noch Strafminuten abgezogen werden, wenn man ein falsches Kästchen freilegt.
    Der Vorteil hieraus ist zwar, dass man nach einem Fehler weiß, welches Kästchen nicht freigelegt werden darf, aber da die Strafminuten pro Fehler erhöht werden, heißt es nach spätestens fünf falschen Entscheidungen Game Over (wer clever ist und keinen Wert auf eine hohe Bestzeit legt, kann dieses System allerdings geschickt zur Lösung der Rätsel ausnutzen. Mehr dazu müsst ihr aber schon selber austüfteln.).
    Und ein Game Over bedeutet hier nicht nur, dass man von Neuem beginnen muss.
    Dank des vollautomatischen Batteriespeichers wird nämlich alles ganz genau festgehalten:
    Wie oft man das Puzzle ausprobiert hat, wie viel Zeit nach der Lösung noch übrig war und ob man den Hilfe-Modus aktiviert hat oder nicht.
    Mit letzterem kann man vor Beginn eines Puzzles das Programm darum bitten, eine vertikale und horizontale Linie aufzulösen, um somit das restliche Puzzle für den Spieler etwas zu erleichtern. Zum Preis für den Vermerk in der Statistik, versteht sich.
    Nach diesem Schema kann man sich jetzt in 192 Zahlenrätseln austoben, die in drei - immer anspruchsvoller werdende - Kurse untergliedert sind.
    Gelingt es alle diese Puzzles zu lösen, schaltet man den „Time Trial“-Modus frei.
    Bei diesem handelt es sich um nichts anderes als eine Sammlung aus 64 reinen Nonogrammen, also reine Zahlenrätsel ohne die Zusatzregeln von Picross (keine Hilfefunktion, keine Strafminuten, etc.).
    Der Name „Time Trial“ ist allerdings etwas irreführend, da es nur darum geht, das Nonogramm möglichst schnell zu lösen, damit man sich in eine Bestenliste eintragen darf (man hat also im Grunde - anders als im Picross-Modus - unbegrenzte Zeit zur Lösung des Rätsels).

    Zum Abschluss möchte ich noch kurz auf ein paar kleine Kritikpunkte hinweisen:
    Wer kein Handbuch besitzt wird sich fragen wie man einen der insgesamt drei Speicherstände auf dem Modul löschen kann.
    Hier die recht umständliche Lösung für jeden der vor diesem Problem steht: Auf den entsprechenden Spielstand gehen, Select gedrückt halten und dann A + B gleichzeitig betätigen, jetzt noch die Löschung bestätigen und fertig.
    Wesentlich ärgerlicher sind da die nicht immer hundertprozentig zuverlässigen Buttonbefehle.
    Es kann schon mal vorkommen das der Befehl vom Programm erst erkannt wird, wenn man den Cursor schon ein Kästchen weiter gezogen hat, was schnell mal zu einigen unnötigen Strafminuten führen kann.
    Ich möchte aber anmerken, dass dieses Problem nichts mit einer generellen Zeitverzögerung oder dergleichen gemeinsam hat.
    Es ist nur so, dass man mit der Zeit so schnell „meißelt“, das eine Millisekunde den entscheidenden Unterschied ergibt ...
    Das war es dann aber auch schon mit der Kritik, Mario's Picross ist ein erstklassiges Denkspiel welches sich keine ernsthaften Fehler leistet.
    Auch hier stellt sich der genretypische „nur noch ein Puzzle“-Effekt ein.
    Grünes Licht also von mir für dieses tolle, süchtig machende Spielkonzept!



    Grafik, Sound und Präsentation:
    Die Grafik ist in einem Puzzle/Denkspiel natürlich unerheblich.
    Hier geht es um eine gute Übersicht und nicht um optische Opulenz.
    Und obwohl die kleinen Kästchen für manchen wohl ein wenig schwer erkennbar sein dürften, hat man versucht den kleinen Game Boy-Screen diesbezüglich so gut wie möglich auszunutzen.
    Alternativ bietet sich natürlich auch der Super Game Boy für das SNES an, damit man Picross auf der großen Mattscheibe zocken kann.

    Akustisch wird gewohnte Denkspiel-Kost geboten.
    Man darf jederzeit im Pausemenü aus fünf Tracks auswählen, welche allesamt leichten Ohrwurm-Charakter haben ohne jedoch den Spieler beim Rätseln abzulenken.
    Die Geräuschkulisse besteht hauptsächlich aus den Meißelgeräuschen und anderen Kleinigkeiten.
    Guter Genre-Standard eben.

    Viel Raum für eine besondere Präsentation hat man in solch einem Spiel natürlich nicht.
    Wie bei vielen anderen von Nintendo veröffentlichten GB-Spielen auch, hat man in diesem Modul mit dem Mario-Bonus gearbeitet, um die Fans anzulocken.
    Der italienische Klempner ist hier als Archäologe unterwegs und wird während eines Puzzles stets oben rechts in einem kleinen Bildschirmausschnitt dargestellt.
    Witzig sind seine Gesichtsausdrücke: Wenn man mal einen Fehler begeht, verzieht er das Gesicht, oder er reckt den Daumen wenn das Puzzle gelöst wurde.
    Desweiteren ergeben einige Nonogramme - wie bereits erwähnt - typische Nintendo-Objekte, wie z. B. Einen Game Boy, Superpilz etc.
    Unterm Strich hat man sich also wirklich bemüht, die Nonogramme für damalige Nintendo-Kids attraktiver zu gestalten, schöne Sache.



    Pro und Kontra:

    Pro:
    - Nonogramm-Puzzle-System ...
    - ... welches um gelungene Picross-Regeln erweitert wurde
    - großer Umfang (256 Puzzles)

    Kontra:
    - Steuerung nicht immer 100%ig zuverlässig
    - genretypisch zweckmäßige Grafik
    - Sequels und SNES-Versionen wurden hier nicht veröffentlicht



    Fazit:
    Jahre bevor Sudoku salonfähig wurde, zockten wir bereits Mario's Picross auf unseren Game Boys.
    Zwar hat es nicht wirklich geholfen den Nonogrammen zu größerer Popularität zu verhelfen (zumindest hierzulande nicht), aber dennoch war der Titel höchst unterhaltsam und einzigartig.
    Schade nur, dass uns die Sequels und SNES-Umsetzungen verwehrt blieben, aber wie heißt es so schön: „Man kann nicht alles haben.“
    Und immerhin haben wir ja den Erstling der Serie zu zocken bekommen.
    Dieses Spiel gehört definitiv in jede gut sortierte Game Boy-Sammlung.
    Ein klarer Pflichttitel für Freunde von Puzzle- und Denkspielen!
    (Tipp: Ich kann zwar nicht mehr dazu sagen, weil ich es nicht besitze, aber für den Nintendo DS wurde hierzulande ebenfalls ein Picross-Spiel veröffentlicht.
    Interessierte könnten sich also mal den DS-Ableger genauer anschauen.)



    Endwertung:

    Punktvergabe von 1 (schlecht) bis 10 (spitze)

    Grafik: 3
    Sound: 7
    Steuerung: 8
    Umfang: 9
    Story: -
    Spielspaß: 9
    Gesamtwertung: 9
    Geändert von Fukyù (18.1.13 um 12:39 Uhr)

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