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Thema: [Allgemein] Der Deutsche Computerspielepreis

  1. #1
    Nothing personal Benutzerbild von pothead
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    [Allgemein] Der Deutsche Computerspielepreis

    Hi

    Eventuell haben es Einige mitbekommen aber wahrscheinlich ist es eher an den meisten Spielern aufgrund von Bedeutungslosigkeit vorbeigegangen.
    Am 29.04.2010 wurde zum zweiten mal der Deutsche Computerspielepreis verliehen.

    Der Preis hat sich zum Ziel gesetzt Spiele aus deutschen Landen auszuzeichnen, doch die Veranstaltung geriet schon bei de Premiere 2009 ins Straucheln, weil damals erschienende Spiele nichts gewinnen durften, weil sie nicht dem gewählten Leitspruch "Die prämierten Spiele müssen qualitativ hochwertig sowie kulturell und pädagogisch wertvoll sein" entsprachen, so dass trotz hochwertiger Releases wie z.B. GTA IV, Fallout 3 und MGS4 Wii Fit zum Besten Spiel International gewählt wurde.
    Hauptsache keine Gewalt prämieren, so erschien das Motto damals und die Verfechter dieser Linie wähnten sich sicher im Angesicht der Sieger.

    Doch 2010 redet nun die Industrie bei der Vergabe der Preise mit, denn immerhin leistet sie 50% der Kosten.
    Also bestand eigentlich Hoffnung auf Besserung aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
    Es wurde fast noch schlimmer als 2009.
    Man könnte die Veranstaltung also auch mit "wie zerstöre ich eine deutsche Zukunft in der Spielebranche" betiteln.

    Aber erstmal zum "Vorfall" selbst.
    In der Kategorie "Bestes Internationales Spiel" waren "Uncharted 2", "Dragon Age: Origins" und "Professor Layton und die Schatulle der Pandora" nominiert.
    Trotz weiterer hochkarätiger Releases wie "MW II", "Forza III" und "Killzone II" eine eigentlich gute Wahl.
    Und dann passierte es.
    Irgendwann, mitten im Entscheidungsprozess, bekam die Jury anscheinend eine Eingebung oder kalte Füße und erinnerte sich an "keine Preise für Gewalt", so dass "Uncharted 2" und "Dragon Age: Origins" aus der Wertung fielen.
    Bliebe noch das Rätselspiel "Professor Layton und die Schatulle der Pandora" auf dieser kleinen Kiste von Nintendo.
    "Viel zu brutal". "Nicht pädagogisch wertvoll". Sowas kann doch kein Kulturgut sein, dachte sich wohl auch die Jury.
    Aber als genau das wollte die Veranstaltung Computerspiele in Deutschland doch etablieren.
    Das geht doch nicht, dachte sich die Jury dann wohl und prämierte kurzerhand "Dawn of Discovery".
    "Dawn of Discovery" ist die Version von Anno 1404 für den internationalen Markt.
    Somit wurde ein deutsches Spiel zum Sieger in der Kategorie "Bestes Deutsches Spiel" und "Bestes Internationales Spiel", wobei in der zweiten Kategorie eigentlich Spiele prämiert werden sollten die nicht aus deutschen Landen stammen.

    quelle: 4Players.de; weltonline.de

    Hauptsache keine Gewalt...hauptsache ein fauler Kompromiss.
    Egal ob die Veranstaltung in der Bedeutungslosigkeit versinkt, international nicht ernst genommen wird und einfach nur peinlich ist.
    So kann man sich schön sein eigenes Grab in einer zukunftsträchtigen Industrie schaufeln.

    beste Grüße
    pot

    €dit:

    Hier noch eine Übersicht über die Gewinner der einzelnen Kategorien:
    • Bestes Deutsches Spiel (100.000 Euro): ANNO 1404 (Ubisoft, Related Designs)
    • Bestes Kinderspiel (75.000 Euro): Capt'n Sharky (Tivola, Web VV)
    • Bestes Jugendspiel (75.000 Euro): The Whispered World (Daedalic Enterainment)
    • Bestes mobiles Spiel (50.000 Euro): Giana Sisters DS (dtp, Spellbound, Bitfield)
    • Bestes Serious Game (50.000 Euro): ExperiMINTe (IW Medien, Zone 2 Connect, Entertrain Software)
    • Bestes Browsergame (50.000 Euro): WeWaii (Travian Games)
    • Bestes Konzept aus Studentenwettbewerb (35.000 Euro): Night of Joeanne (Mediadesign Hochschule Düsseldorf)
    • Bestes Konzept aus Schülerwettbewerb (15.000 Euro): GooseGogs (Nikolaus-August-Otto-Schule, Bad Schwalbach)
    Geändert von pothead (1.5.10 um 16:22 Uhr)
    Ist der Ruf erst ruiniert, mod'st sich gänzlich ungeniert!

  2. #2
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    Wieso regen sich alle so künstlich auf?
    Welcher Spieler nimmt den bitte den Preis ernst?
    Wenn ich wissen will was ein Spiel taugt les ich mir diverse Reviews durch oder Frage einen Kumpel.
    Ist doch eh nur wieder eine weitere Steuerverschwender-Veranstaltung für Prosecostösschen und internetausdruckende Politiker die auch mal bei sowas modernem wie dem Computaspielepreis fotografiert werden wollen. Gibts doch in Deutschland auch zuhauf in anderen Bereichen. Die Computerspieleentwickler bräuchten nur noch nen Reich-Ranicki, der mal ordentlich auf den Tisch haut bei dem Affentanz der Möchtegernstars und Rampenlichthuren

  3. #3
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    Kann Synchro! nur beipflichten. Derartige Wahlen nimmt doch ohnehin niemand ernst und sollter er/sie auch nicht.
    Man muss ja nicht mal die Hintergründe der Wahl kennen, um zu sehen, dass "freundliche" Spiele hier auf Platz 1 stehen. Alleine Anno 1404 zum bestem inbternationalen Spiel zu wählen ist der reinste Witz. Es ist ein gutes Spiel, kann aber auf weltweiter Ebene nicht wirklich mit anderen Größen mithalten.
    Was solls.
    Ich denke jeder Spieler weis was er/sie gut findet und wird sich nicht nach Preisen richten; frei nach dem Motte: "Anno 1404 ist auf Platz1; das ist ein Kaufgrund!".

  4. #4
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    Ich kann euch auch nur zustimmen.
    Es ging auch nie darum sich drüber aufzuregen.
    Es sollte sich und es wird sich keiner diesen Preis zu Herzen nehmen, weil er sich ja schon selbst ad absurdum führt.
    Und darum ging es.

    Man will Computerspiele in Deutschland endlich als Kulturgut etablieren, doch nimmt Computerspiele gar nicht ernst.
    Man verbietet bzw. schliesst den größten Teil der Computerspiele aus, weil dort Waffen vorkommen, geschossen wird und verteufelt eigentlich harmlose aber extrem gute Spiele, nur weil sich, wie in jedem Film üblich und akzeptiert, in diesen Spielen ein Held eventuell mal einer Waffe bedient.
    Gleichzeitig feiert man aber Inglorious Bastards, welche nicht unbedingt mit Gewalt geizt und z.B. Uncharted 2 völlig harmlos aussehen lässt.

    Es ging also eigentlich darum, wie in Deutschland mal wieder eine Chance vertan wird, mit zweierlei Maß gemessen wird und wie sich solch ein Preis selbst lächerlich machen kann.
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  5. #5
    Meisterspieler
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    Zitat Zitat von pothead Beitrag anzeigen
    Man will Computerspiele in Deutschland endlich als Kulturgut etablieren, doch nimmt Computerspiele gar nicht ernst.
    Man verbietet bzw. schliesst den größten Teil der Computerspiele aus, weil dort Waffen vorkommen, geschossen wird und verteufelt eigentlich harmlose aber extrem gute Spiele, nur weil sich, wie in jedem Film üblich und akzeptiert, in diesen Spielen ein Held eventuell mal einer Waffe bedient.
    Gleichzeitig feiert man aber Inglorious Bastards, welche nicht unbedingt mit Gewalt geizt und z.B. Uncharted 2 völlig harmlos aussehen lässt.

    Es ging also eigentlich darum, wie in Deutschland mal wieder eine Chance vertan wird, mit zweierlei Maß gemessen wird und wie sich solch ein Preis selbst lächerlich machen kann.
    Verteufeln und Hetzen von Unbekanntem und Intoleranz hat in der Menschheit nunmal Tradition, und damit will ich nichtmal nen Nazivergleich einwerfen, das gilt leider für alle politischen Spektren und Glaubensrichtungen

    Mach dir mal keine Sorge, das sind nur mal wieder die konservativen alten Leute, die sich streuben und verteufeln, weil ses nich kennen.
    Das ist ne aussterbende Rasse, die nur unter den Politikern, die den Computerspielpreis ja mit initiieren, so zahlreich ist. Wer in der Politik erfolgreich ist, ist aus irgendwelchen Gründen nunmal meistens ein alter Sack.
    Weiss auch nicht genau wieso, wahrscheinlich irgendwelche komischen Gesetze.

    Was ich eigentlich sagen wollte .... Akzeptanz kommt mit der Zeit und nicht mit irgendwelchen idiotischen Preisen, nach denen eigentlich keine Sau kräht.
    Spätestens in 10, 20 Jahren werden wir nur über die Geschehnisse von heute lachen weil die derzeit in der Macht stehenden Dinos den Löffel abgeben haben. Das ist zumindest meine "liberale" Zukunftsvision was die Spielebranche angeht.

  6. #6
    Dominating Force Benutzerbild von cyberstar
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    Na toll, und mein Favorit ging wieder mal leer aus:
    *Klick* KILLERSPIEL *Klick*

    Aber Spaß bei Seite, bei dem Umgang der hisigen Politik mit dem Thema Videospiele war das nicht anders zu erwarten. Die Bewertung des Mediums in Frankreich oder England ist eine gänzlich andere, was auch der wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung gerecht wird. Ich bin ja gar nicht für einen gänzlich unkritischen Umgang mit Videospielen, aber die Lehren die manche Politiker aus den Amokläufen ziehen, scheint mir mehr als verfehlt...

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