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Thema: Adanos verzeiht, wir niemals!

  1. #1
    Elitegarde Orkjäger Benutzerbild von Novasecond
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    Adanos verzeiht, wir niemals!

    Jahkendar:

    Arelis saß auf einem abgesägten Baumstumpf, welcher in dem Ruinenhaus als Stuhl diehnte.
    Ein Alchemietisch, Utensilien, ein Bett und alles wichtige war vorhanden. Die Magier hatten ihm alles bereitgestellt, was sie für wichtig erachteten, ohne vorher gefragt zu haben.
    Als Erzmagier stand ihm dies zu, ebenso wie das winzige "Haus" am Tempeleingang. Auch wenn er keinen Wert darauf legte, so bestanden die Magier auf ihre Hierarchie und Arelis wollte sie nicht beleidigen!
    Nachdenklich starrte er auf den tanzenden Schatten, den die Fackel in der Ruine an die Wand warf.
    Die Menschen hatten ihr Lager, schienen sicher und versorgt. Langsam aber sicher kamen nun Probleme zum Vorschein, die Arelis schon seit Jahren verfolgten. Damals hätte er niemals daran gedacht, seine Heimat je wieder zu sehen, doch plötzlich stand er mitten drin.
    Die Nacht war herein gebrochen und sein Blick wanderte zu Maya, welche auf dem Bett schlief. Kriegerin hin oder her, es waren schon wieder zwei Wochen vergangen und langsam musste er sich etwas einfallen lassen.
    Die Strapazen und vor allem das leichtsinnige Kämpfe, brachte sie unnötig in Gefahr. Ganz zu schweigen von dem Kind.
    Er brauchte einen Ort, an dem sie sicher war, und dieser fand sich nicht hier. Die Stadt war noch immer in Menschenhand und würde es auch bleiben. Die Paladine und Gardisten waren stark genug, um sie zu halten und die Orks auf dieser Insel nur Wildorks. Sie waren weder so straff organisiert wie auf dem Festland, noch waren sie so schlau.
    Sein Vater wäre der perfekte Ort für Maya, doch da begann das eigentlich Übel, der Fluch seiner Vergangenheit.
    Sein Blick wanderte wieder zu dem tanzenden Schatten. Seine Bewegungen waren hastig, aber dennoch ausgeglichen und frei. Leise knisterte das Feuer der Fackel und der Kochstelle.

    Ich kenne dich lange genug, um zu wissen, dass du von Natur aus kein grübelnder Mensch bist. Das du jetzt also schon Schatten beobachtest bedeutet, dass es Probleme gibt, erklang Merydors Stimme gedämpft.
    Arelis zuckte innerlich zusammen, da Merydor schon aus Angewohnheit, lautlos durch die Welt wanderte. Allerdings hatte er dies schon so oft getahn, dass Arelis sich beim Klang seiner Stimme nicht mehr erschreckte.
    Aufatmend lehnte er sich an die kalte Wand hinter ihm und streckte die Beine, welche vom langen sitzen schon spannten.

    Es gibt immer Probleme. Die Frage ist nur, wann man sie lösen kann!
    Also ist es ein altes Problem?
    Es begann vor meiner Zeit auf der Insel und auf dem Plateau. Es war der Grund!

    Der Jäger lehnte sich mit der Schulter an die Wand des Eingangs und warf einen Blick über sie, nach draußen. Der Mond schien hell herab und Insekten schirrten durch Luft, begleitet vom Zirpen der Grillen. Das Gras rauschte leicht im seichten Wind, der gedreht hatte und nun die salzige Seeluft herantrug, anstatt den Modergeruch des Sumpfes.
    Als er sicher war, dass niemand sie hören konnte, wandte er sich wieder dem Magier zu. Es gab Dinge, die nicht einmal für die Vertrautesten im Lager bestimmt waren. Arelis und Merydor gehörten noch zu jenen, die nicht auf der Insel gebohren waren oder zur Gruppe gestoßen waren. Sie hatten eine Vergangenheit und niemand der auf die Insel geflohen war, war ein Lamm gewesen.
    Auch wenn wir nicht mehr auf der Insel sind und viele neue Gesichter haben, so halte ich mich immer noch an den Kodex. Niemand fragt nach der Vergangenheit des Anderen. Ich weiß, dass du das selbe tust, also stellt sich mir nur die Frage, wer davon weiß und wie wir es lösen!
    Wer sollte von unserer Vergangenheit wissen?
    Wenn es um diese Zeit geht, geht es auch um Wissen. Nicht einmal ich weiß, warum du auf die Insel gekommen bist.
    Es gab nur drei Leute, die davon wussten. Mein Vater, von dem ich nicht einmal weiß, ob sie ihn meiner statt gehängt haben, Sie, die ich beerdigt habe und ich!
    Merydor zog eine Augenbraue hoch und runzelte die Stirn.
    Nicht einmal Maya?
    Sie kennt nur den Teil, den, den wir auf der Insel erlebt haben.
    Das Wolfsrudel und der Kampf am Strand? Ich erinnere mich, du bist von einem Kerl gejagt worden, der sich mit dunklen Mächten einließ, nur um dich zu töten zu können. Der Strand war rot gefärbt, nachdem alles vorbei war.
    Arelis Blick wanderte wieder zu Maya.
    Ohne sie wäre ich gestorben. Sie hat nie nach meiner Vergangeheit gefragt. Für sie war nur die Zukunft wichtig. Jetzt aber, ist auch diese in Gefahr. Levias war nur der Anfang!
    Der Kerl der dich gejagt hat?
    Ja! Erinnerst du dich an den Ring, den ich auf dem Plateau begraben hatte? Jack hat ihn zurück gebracht. Irgendjemand war an dem Grab. Allerdings ist dieses Zeichen eindeutig für mich!
    Das die Sache noch nicht zudende ist!

    Arelis nickte und spürte die Vergangenheit in sich aufsteigen. Alte Geister aus der Vergangenheit, welche wieder an seiner Seele zerrten und nach Gerechtigkeit schrien. Seine Hände fühlten sich klamm an, als würde noch immer das Blut der Frau an ihnen kleben. Ihr schmerzverzerrten Blicke, welche seine trafen, die Angst in ihren Augen vor dem Tod und dem Verlust. Der bittere Geschmack von Verbrechen und Sünde stieg in seinem Hals auf, verfolgte ihn wie ein wildes Raubtier und brachte die Erinnerung an den Wunsch zurück, dass man dasselbe hätte mit ihm tun sollen. Seine Brust mit Stahl zu durchbohren, das Gefühl, wenn die rote Essenz des Lebens aus seinem Kröper floss und in die Erde darunter sickerte. Er erinnerte sich an den Ort, an die Geräusche, an die bestialische Wut in seinem innerem, welchem sich wie ein dunkler Wolf durch sein Herz und seinen Geist frass, um sein Bewusstsein zu verderben und an die Oberfläche zu kommen.
    Der Blick des Erzmagiers glitt aus der Tür und blieb an einem dunklen Busch in der Nacht hängen. Er konnte den Blick spüren, die gelben tödlichen Augen in der Dunkelheit sehen, welche die Magie in seinem Geist sichtbar machte. Ein Ungetühm aus den tiefen seiner Seele, welche nicht zum Licht gehörte. Nein, aus den finsteren Abgründen eines jeden Menschen gebohren, auf den Tag lauernd, aufzusteigen.
    Die Augen starrten ihn an, wissend, wartend. Sie verfolgten jeder seiner Bewegungen und warteten nur auf den richtigen Moment.

    Du weißt das er kommen wird. Du weißt das du davor stehst und ich werde da sein. Ich werde ich dich leiten! Es ist mein Recht, du weißt es. Ihr Blut hat es besiegelt und es ist der einzige Weg. Langsam...., sicher...., du weißt es....., verklang die Stimme leise und drohend, während die Augen sich auflösten.

    Merydors Blick folgte dem von Arelis und bobachtete das Gebüsch! Doch auch wenn er nichts erspähen konnte, so wusste er aus Erfahrung, dass sein Freund mehr sehen konnte, als ein normaler Mensch.
    Mord, Merydor,flüsterte Arelis beinahe, im Geiste mühsam gegen den Dämon seiner Vergangenheit kämpfend, um nicht seinen Verstand entgleiten zu lassen.
    Ich bin in Khorinis des Mordes angeklagt und der Galgen wartet schon seit über 5 Jahren auf mich!

    Schweigen legte sich über den Raum und die Stille wurde zu einem drückenden Mantel, der auf den Seelen der Wissenden lag.
    Ich dachte, dass der Weg der Magie, mein Kampf für das Richtige und das Besiegen meiner Vergangenheit mich rein waschen würden... Aber meine Macht..., Arelis ballte die Hände zu Fäusten, so als würde er nach der Vergangeheit greifen und sie packen wollen, manifestiert diese Schuld mit jedem Tag nur noch mehr. Sie jagt mich seit Jahren, wie ein Tier! Ein Geist, der sein Recht einfordert! Ein Geist, welcher dich überall findet, egal in welcher Ecke du dich versteckst. Er greift nach mir und egal was ich tue, er lenkt meine Schritte immer wieder zurück.
    Auch Merydor erinnerte sich an Fetzen, an damals, an sein Leben. An den blutigen Schnee, seine Klinge, welche vom Blut in der kalten Winterluft dampfte.
    Wir haben alle Fehler gemacht. Das heißt nicht, dass wir keine Vergebung finden können! Das schwere daran ist, sich selbst zu vergeben!
    Es gibt nichts zu vergeben, wischte der Magier mit einer Geste fort. Warum auch? Weil ich zu Adanos gehöre? Tilgt die Neutralität meine Schuld? Das ist zu einfach, dass ist falsch und das weißt du!
    Trägst du Schuld?
    Ja!
    Das glaube ich nicht, wehrte der jäger energisch ab. Ich habe viele Mörder gesehen. Miese, dreckige Bastarde, die ein Kind für ein Stück Brot abgeschlachtet hätten. Du bist kein Mörder, nicht einmal wenn du es wolltest. In unseren Herzen leben immer zwei Wölfe. Licht und Schatten. Die Frage ist nur, welchen von beiden du fütterst.
    Deswegen muss ich in die Stadt. Maya braucht einen sicheren Ort und welbst wenn sie mich hängen, ihr werden sie nichts tun.
    Sie wird es nicht zulassen!
    Das lass meine Sorge sein. Ihre Sicherheit steht im Vordergrund. Ich habe keine Lust, dass mein Kind im Dreck eines Sumpfes zwischen Verbrechern und Banditen gebohren wird.
    Die werden dich hängen!
    Als Erzmagier des Wasserm steht mir ein Gericht zu, selbst wenn meine Schuld bewiesen ist!
    Klasse, vor dem Tribunal des Feuerklosters! Da kannst du dich auch gleich selber abschlachten!
    So aber kann ich sicher sein, dass sie Maya zufrieden lassen. Sie hat damit nichts zu tun.
    Das könnte einen Krieg auslösen. Die Leute hier reißen die Stadt ein, wenn sie dich am Galgen hängen sehen. Ganz zu schweigen von den Wassermagiern! Niemand von denen würde ein Gericht und Feuermagierleitung akzeptieren!
    Was dann? Soll ich meine Familie in den Tod laufen lassen. Riskieren oder darauf warten, bis das Tier meine Verlobte und mein Kind frisst?
    Arelis brach seine Worte ab und rieb sich die Schläfen. Nur schwer konnte er den Zorn unterdrücken und Maya nicht wecken. Was sollte er tun?

    Wieder legte sich schweigen über die Nacht, welche von einer leisen Frauenstimme unterbrochen wurde. Sie klang weich und dennoch lag eine gewisse Härte in ihr!
    Was ist damals passiert?
    Merydors Blick wanderte zu dem Bett herüber, auf dem Maya sich augesetzt hatte. Der des Magiers aber, wanderte zu ihren Füßen. Arelis suchte nach Worten, welche nicht von seiner Schuld vergiftet waren, doch die Suche war schwer!
    Adanos weiß, dass ich dich nie danach gefragt habe! Und er ist mein Zeuge, dass du dir nie etwas hast zu Schulden kommen lassen, seit wir uns kennen. Aber wenn sie dich töten wollen und ich Gefahr laufe den Mann zu verlieren, dem ich vor Jahren auf einem Plateau mitten in der Nacht vor der Schmiede von Fenris meine Seele anvertraut habe, dann will ich wissen wessen Blut dich durch die Welt jagt.

    Arelis atmete tief durch und begann nach kurzer Zeit, die Geschichte zu erzählen. Es wurde eine lange Nacht.
    Der Sieg, ist nur das Vorspiel zur nächsten Schlacht!




    Charakterstand Arelis

  2. #2
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    Mitten bei der Erzählung hebte Merydor plötzlich die Hand, damit Stille in dem Steingemäuer eintritt. Auch jetzt hörten Arelis und Maya die stampfende Schritte von jemanden der die Treppe mit mindestens einer Kettenrüstung hochging. Selbst ein Ritter mit einer voll besetzten Plattenrüstung machte nicht soviel Lärm und mit einem Rülpsen kündigte sich der Person vor der Tür an.
    ''Neoras!'' , blitzte es aus Arelis und Merydor gleichzeitig heraus.
    Kurzerhand stand Arelis auf und öffnete für den Freund die Tür. Verblüfft sah Neoras ihn nur entgegen, da er gerade klopfen wollte.
    ''Woher wusstest du...''
    ''Instinkt'' unterbrach ihn Arelis, ''oder besser gesagt, deine Schritte und dein Rülpsen hätten sogar die Toten aufgeweckt.''
    Grummelnd darüber, dass Arelis wieder den Nagel auf den Kopf getroffen hat mit seinen Worten, ging er in das Gemäuer hinein und begrüßte Merydor und Maya, die ihn nur angrinsten.
    ''Hey Neo, was verschlagt dich zu uns um diese späte Zeit? ''
    ''Sagt der Richtige. Nunja ich wollte eigenlich nur nach meinen Drachen sehen,'' sein Blick wendete sich zu Maya, die momentan das Ei für ihn hütete, und ging dann herüber zu Arelis ''aber anscheinend ist hier irgendwas in Gange. Dann lasst mal hören worüber ihr so um diese Uhrzeit noch redet.''
    ''Nein, Neo. Am besten du nimmst dein Ei und du gehst wieder. Ich möchte dich nicht damit reinziehen.'' versuchte Arelis Neoras aus der Lage heraus zu halten. Doch im nächsten Moment merkte das er genau dies nicht hätte machen sollen, denn er kannte Neo schon gut genug das er ihn jetzt dadurch nur noch mehr am Hals hat.
    ''Soso, nicht mit reinziehen...'' man konnte erkennen wie Neoras ein dickes Lächeln machte
    ''...als wenn du mich so einfach abschieben kannst.''
    Arelis hob die Augenbraue. ''Nunja wir reden gerade über meine Zeit vor der dem Lager und vor der Insel. Wie ich zum ersten mal einen Wolf begegnet bin und über meine erste Liebe halt.''
    Im Hintergrund sah man Maya's etwas staunendes Gesicht darüber, dass ihr Mann so leicht und langweilig seine Vergangenheit darstellte, die ihn jahrelang unterdrückte, die ihn auch jetzt noch unterdrückt, die ihn jetzt noch ein Messer ins Herzen sticht, nur damit ein Freund in Sicherheit bleibt und keine Dummheiten wegen ihm begeht.
    Jedoch war der Versuch von Arelis ohne Erfolg.
    ''Du glaubst wirklich, dass ich dir das jetzt abkaufe?'' Er schüttelte den Kopf. ''Du warst mit mir im Ahnengrab, hast mir geholfen wann ich dich brauchte und du glaubst wirklich das ich mich dann nicht für die Vergangenheit eines so guten Freundes wie dir mich nicht interessiert?'' Neoras machte nun auch gegenüber Arelis ein beleidigtes sowie auch wütendes Gesicht. Es war glasklar: Neo ließ sich nicht mehr abschütteln und wenn er die Geschichte mit dem Prozess gegen Arelis hören würde, wär er vermutlich der erste der einfach blind in die Stadt Khorinis reingestürmt käme um Arelis zu befreien.
    ''Na gut setz dich.'' gab Arelis auf.
    Nickend setzte sich dann auch Neoras neben Maya.
    ''Ahnengrab?'' fragte sie plötzlich ihn an.
    ''Genau. Da hatten wir eine nicht so schöne Begegnung mit Xardas und seinen Schergen.'' bestätigte Neoras.
    Die junge Frau warf nun Arelis einen bösen Blick zu, da dieser ihr nur erzählt hatte sie hätten 'nur' eine Expedition in den Norden gemacht.
    Ein kurzes Lächeln von Arelis fiel zurück doch dann konnte man seine tiefe Traurigkeit in seinen Gesicht erkennen. Obwohl Neoras nicht wusste was los war, wusste es um was wirklich schlimmes ging. Das letzte mal als er ihn so sah, war nach der Prüfung in Feuerbrunnen, wo Arelis bis heute auch noch nicht gesagt hatte wem er begegnet ist...
    Geändert von Blacktooth (17.7.10 um 22:11 Uhr)
    Awesometastisch!

  3. #3
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    Die Zeit war ständig im Wandel.
    Wälder wuchsen, Tiere starben, der Krieg war gekommen und selbst so ein kleines Einod wie Khorinis, wurde zum Punkt grauenhafter Geschehen.
    Der Krieg hatte sich fest gefahren, tief im Morast aus Gier und und Verrat, steckten seine Räder. Bewegten sich nur schwerlich vorwärts und trieben die Menschen weiter auf den Abgrund ihrer eigenen Verderbnis zu.
    Arelis sprach schon lange nicht mehr viel. Maya und Merydor betrachteten diesen Umstand als schlechtes Zeichen.
    Bis jetzt war es nie ein gutes Zeichen gewesen, wenn der Magier sich in den Gefilden der geistigen Welt umsah.
    Ein Umstand den Neo nur erraten konnte. Allerdings steckte unter dem barbarischen Gebahren seines Freundes eine gewaltige Intution. Eine Intuition, welche den Krieger immer dann im Spiel auftauchen ließ, wenn die dunkle Seite sich nicht an die Regeln hielt.
    Ein Ass im Ärmel? Ein gewaltiger Vorteil! Die Vergangeheit kannte ihn nicht.
    Und Neoras war ein Krieger, der auch ohne seine Waffe wie eine Axt einschlug, wenn es wichtig wurde.
    Vorzugsweise immer dann, wenn niemand damit rechnete und die dummen Gesichter am größten waren.
    Arelis wusste nicht, welche Komponente der Krieger in diesem Stück spielen würde. Welchen Faden er in diesem Spinnennetz aus Intrigen, Hass, Verdamnis und Verrat zerstören würde.
    Die Menschen spürten nicht, wie der Ghul namens Krieg in ihr Rückenmark kroch! Sie lähmte und von innen zerfraß. Der sie zu einer Bestie machte, welche nur ein Rädchen im Kriegswerk der großen waren.
    Allerdings würde die Ehrlichkeit seiner Begleiter sie davor bewahren.

    Die Schritte des Erzmagiers führten ihn über die Insel, wie einst vor Jahren.
    Er spürte Isabells Geist hier am deutlichsten. Sie hatte keinen Frieden gefunden.
    Traumruf war fort und mit ihm auch die Visionen. Aber der Kontakt zur geistigen Welt, war dem Erzmagier geblieben. Schon seit Jahren spürte er ihren Schmerz. Doch nun schien sie unruhig zu sein.
    Arelis wusste, dass die Geister dieser Welt die drohenden Tage ebenso sehen konnten, wie er sie nur spüren konnte.
    Doch auch wenn es niemand sehen konnte, Arelis bemerkte den sich verdunkelnden Horizont über Khorinis.
    Isabell wusste um die Gefahr, ließ ihn die Unruhe spüren, damit er wieder ging. Damit er sich wieder um seine Frau, sein Kind und seine Gefährten kümmerte.
    Damit er die Amaranthler weiter führte, auf dem Kurs in die Sicherheit.
    Doch Arelis konnte nicht gehen.
    Levias war damals unter seiner Klinge gestorben. Der Dämon war gestorben und hatte nur einen Strand hinter lassen, welcher von Blut getränkt war.
    Doch dieses Blut war nie verschwunden. Die ewige Brandung der Zeit, hatte es nie fort gespühlt.
    Etwas war geblieben und niemals gegangen. Ein Zeugnis des Kampfes, welches sie einholen sollten. Ihn, wie auch die Familie der Lamarans.
    Isabells Tot war einer der grausamsten Ungerechtigkeiten, im Fluss der Welt gewesen.
    Die Gerechtigkeit hatte ihre Jäger ausgesandt, um ihn zu sühnen. Um sie zu jagen.

    Der Pfad führte sie an einer alten Taverne vorbei. Kaum zu glauben, dass Cavalorn es geschafft hatte sie zu retten.
    Der Steilweg führte noch immer zu Stadt und ihren dicken Mauern, welche Arelis und Maya nun erblickten.
    Überall ließen sich Überreste und Trümmer aus Schlachten und Überfällen finden.
    Arelis hätte alles dafür gegeben, damit Maya wieder verschwand. Er fürchtete um ihr Leben, war sie doch schließlich die Frau des Mannes, der die Tochter und den Sohn zweier mächtiger Adelshäuser getötet haben soll.
    Wobei sie bei Lamaran recht hatte und dieser Gedanken ließ ein tiefe Befriedigung in ihm aufkeimen. Eine gerechte Befriedigung.

    Es ist auch dein Recht, es zu genießen! Er hatte es verdiehnt, in seinem Blut zu ertrinken!

    Arelis Blick ruckte zu dem Waldstück auf der Linken Seite des Pfades. Gelbe, funkelnde Augen starrten ihn aus den Büschen an. Schwarzer Pelz verschmolz mit den Schatten und weiße Fangzähne blitzten auf.

    Du könntest ihr Haus in Schutt und Asche legen, dass weißt du. Du könntest ihre Seelen unter dem ewigen Eis begraben! Warum tust du es nicht?
    Weil ich nicht wie sie bin, antwortete Arelis dem Wolf, doch seine Worte unterbrachen den Kontakt.
    Maya schaute auf und in ihren Augen lag große Sorge um die Zukunft.
    Die ganze Nacht hatte sie mit Arelis diskutiert, Verhandelt, gestritten und gedroht, nur um letztendlich weinend in seinem Arm zu liegen und ihn wehleidig zu küssen.
    Sie würden Arelis hinrichten, dass wusste alle. Doch der Erzmagier ließ sich nicht abbringen. Er wollte Gerechtigkeit und seinen Namen zurück. Er wollte seinen Vater sehen, wollte Isabell rächen und zur Ruhe bringen.
    Aber was war mit Maya? Sie trug sein Kind, hatte mit ihm gelitten, gekämpft, geblutet und überlebt.
    Es war eine schlimme Nacht gewesen, doch als die Morgenröte einsetzte wurde ihr eines klar.
    Arelis hatte sie nie zurück gelassen. Hatte nie ein Unterfangen begonnen, von dem er nicht zurückgekehrt war.
    Sie würde nicht allein sein und Arelis würde sie niemals zurück lassen. Vertrauen.
    Dieses Vertrauen ließ sie ihn begleiten. Sie würde ihren Geliebten beschützen, egal was kam.
    Merydor und Neoras würden die Stadt später betreten, damit sie nicht mit Arelis in Verbindung gebracht wurden.
    Maya dachte, sie wären des Magiers Trümphe, doch für Arelis waren sie die sichere Hinterhand, falls Maya etwas zustoßen sollte.

    Am Stadttor angekommen bemerkte Arelis, dass er nicht der Nostalgie verfallen war. Seid Jahren war er von dieser insel fort gewesen und doch überkahm ihn im Moment kein Wehmut.
    Die Wachen am Tor stellten kein Problem dar. Der Krieg hatten die Soldaten dezimiert und die Torwachen sahen nur einen Wassermagier mit einer schwangeren Frau.
    Zumal sich keine Wache mit einem Erzmagier anlegen wollte, während in den Büschen Orks lauerten, die nur auf die Chance warteten, die Stadt zu stürmen.
    So öffneten sich die Tore der Stadt und es war, als würde Arelis in die Vergangenheit treten. Ein unsichtbarer Mantel lag über ihr und dämpfte die Luft. Ein Gefühl der Schwere überkahm ihnm als das alte Verbrechen noch immer als Zeugnis in den alten Mauern zu spüren war. Die Menschen hatten es vergessen, zumal es hier vor Soldaten nur so wimmelte. Der Krieg hatte das Gesicht der Stadt verändert und die Spuren des Schmiedesohns waren verschwunden.
    Das Paar ging an der Schmiede vorbei über den Marktplatz. Die Handwerker besaßen hier noch immer ihr Viertel, doch wo einst die Schmiede seines Vaters war, arbeitete nun ein anderer Mann.
    Der Schmied blickte auf, als Arelis vor dem Ambos stand und blickte wehmütig über den alten Laden.
    Kann ich euch helfen, Ehrwürdiger, sprach der Schmied freundlich und erschöpft. Seine Haut war feucht von Scheiß und seine Muskeln gespannt, vom Arbeiten.
    Sagt mir Schmied, dieser Laden gehörte euch nicht immer?Nein. Erst seit ein paar Jahren. Früher lebte hier ein anderer Schmied, aber als sein Sohn des Mordes abgeklagt wurde, haben sie ihn ins Hafenviertel vertrieben. Eine Schande is das. Er war ein guter Mann und ein guter Schmied. Jetzt schlägt er Nägel für die Armen und Bänder für die Fischer. Ich bin Harrad! Wenn ihr etwas braucht, solltet ihr zur Hafenschmiede gehen, ich bin völlig zu mit Arbeit für die Soldaten.
    Wo finde ich den Schmied, der hier vorher lebte?
    Geht einfach den Hafen runter. Links hinter der roten Laterne auf dem Hinterhof.
    Arelis verlor kein weiteres Wort und schritt in Richtung des Hafens. Maya weilte immer an seiner Seite ohne ein Wort zu verlieren. Die Anstrengung stand ihr ins Gesicht geschrieben. Schweiß stand auf ihren hübschen Gesicht, als die Wärme der Sonne die Stadt aufheizte.
    Sie brauchte eine Pause und etwas zu trinken.
    Es dauerte nicht lange, bis Arelis die kleine Schmiede gefunden hatten. Sein Herz verkrampfte sich, als er die schäbige Bretterbude sah.
    Die Esse glühte, doch der Amboss stand leer. Im Dunkeln der Hütte brannte eine kleine Öllampe und an einem Tisch saß ein älterer Mann über einem Teller Suppe, die nicht mehr als Wasser war.
    Arelis kämpfte gegen die Tränen an, als er seinen Vater so sah. Alles hatte er verspielt, nur um seinem Sohn zu Leben zu retten.
    Er lebte und aß wie ein Bettler, geächtet.
    Als Arelis am Türrahmen klopfte, schaute der Mann auf, wischte seine Hände ab und erhob sich vom Tisch.
    Sein Vater hatte Kundschaft so nötig, dass er nicht einmal Zeit zum Essen fand.
    Zorn und Trauer stiegen in Arelis auf.
    Seit gegrüßt, Ehrwürdiger, sprach sein Vater müde. Als etwas Licht auf ihn viel, erkannte Arelis seine Abgeschlagenheit und seinen Kummer. Er war wie immer ein gepflegter Mensch mit Würde, doch der Kummer und die Armut hatten an seiner Substanz gezehrt.
    Ich fürchte, ich kann euch nicht Helfen. Mein Werzeug wurde vom Geldverleiher eingezogen und Harrad kann euch besserer Qualität liefern.
    Dann muss ich wohl warten, denn ich wollte den besten Schmied für meine Arbeit und das seit nun mal ihr!
    Der Mann blinzelte gegen das Sonnenlicht in der Tür und den dunklen Shemen des Magiers.
    Mein Herr? Ich... bin nicht viel... nur
    Wie ist euer Name?
    Werenar, mein Herr.
    Werenar war ein großer Schmied. Ich muss es wissen, sprach Arelis und trat nun in die Hütte ein als er sicher war, dass er seinem Vater ermutigend entgegen treten konnte.
    M ein Herr... ich weiß.... Arelis?
    Der Wassermagier lächelte und lehnte seinen Stab an die Wand, um seinen Vater zu umarmen.
    Ich glaube es nicht, Junge! Du bist zurück?
    Bin ich!

    Das Widersehen nach all den Jahren der Verzweiflung und des Wehs, war überwältigend. Als Arelis Maya seinem Vater vorstellte, nahm dieser sofort seinen Stuhl und ließ die schwangere Frau sich setzen.
    Seine Augen glänzten vor Freudentränen über das Widersehen, Arelis Frau und dem Kind. Seine Familie!
    Es sollte ein langer Tag und eine lange Nacht werden. Es gab viel zu erzählen.
    Doch vorher ging Arelis zum Marktplatz und zum Geldverleier. Das Werzeug seines Vaters war sein Lebensunterhalt. Zwar würde er seinen Vater von hier fort bringen wenn er das wollte, trotzdem würde er vorerst seinen Unterhalt sichern.
    Auf dem Marktplatz laufte er reichlich Essen und trinken. Da Merydor und Neoras auch noch kommen würden, musste es mehr. Doch vorranging sollte sein Vater und seine Frau das beste Essen bekommen und endlich wieder richtig satt werden.
    Fischsuppe mit Zwiebeln, Schinken, Brot Käse, Wein und Wasser.
    Es wurde eine lange Nacht und selbst als Maya auf dem Bett Werenar eingeschlafen war, saßen Arelis und sein Vater noch immer im Lampenlicht und erzählten sich...
    Der Sieg, ist nur das Vorspiel zur nächsten Schlacht!




    Charakterstand Arelis

  4. #4
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    Der nächste Tag
    ''Wie weit ist es noch?'' stellte Neoras grinsend seine Frage.
    ''Wir sind doch gerade erst von der Taverne aufgebrochen.'' klärte ihn Merydor die Lage.
    ''Schon, '' Neoras deutete auf seinen Magen, ''aber groß gefrühstückt haben wir ja nicht.''
    Merydor verstand was Neoras eigenlich versuchte zu erreichen. Und zwar die gedrückte Laune, die durch Arelis verursacht wird, etwas zu heben.
    Unangenehmes Schweigen trat nur wieder ein. So war das auch gestern, nachdem Arelis gegangen ist. Beide Freunde dachten die ganze Zeit nach wie man ihn helfen könnte. Während Merydor sich Strategien für den vermutlich kommenden Prozess überlegte, war Neoras dabei eine gedankliche Liste zu erstellen, wen er alles umklatschen müsste, damit man Arelis gar nicht deswegen anprangern würde. Am Ende kam er zum Schluss das er entweder die ganze Stadt leerfegen müsste, da ihn wenn er einen angreift ihn alle angreifen würden, oder aber Arelis selbst umklatschen müsste um diesen wieder zur Vernunft zu bringen. Wenn es darauf ankommt würde er beides versuchen zu tuen um Arelis zu retten.
    Ohne besonders nenneswerte Ereignisse kamen die beiden Gefährten auch rasch zum Stadttor von Khorinis an. Kurzerhand wechselten dort auch ein paar Münzen ihren Besitzer und schon waren sie in der Stadt.
    Auch wenn die Stadt für ihre Verhältnisse relativ leer war, so kam es Neoras dennoch voll vor. Jedermann sieht das es einfach eine Handelstadt war, die trotz ihrer Herbenverluste und den Kriegszustand, das Gold klingen ließ.
    ''Am besten wir gehen zur Schmiede hier, die den Vater von Arelis gehört. Dort sollte er sicherlich zu finden sein.''
    Nickend stimmte Neoras zu und ohne lang zu suchen fanden sie auch die Schmiede, die anscheinend einen neuen Besitzer hatte.
    Als sich Merydor mit dem Schmied Harald über den Aufenthaltsort von dem ehemaligen Besitzer unterhielt bemerkte Neoras an der Straße zwei Feuermagier die sich über irgendwelchen magisches Zeugs unterhielten.
    Nach näherem Betrachten erkannte er plötzlich einen der Magier.
    ''Levia'', blitzte es in seinem Gehirn. Er fasste sich an den Kopf, denn er hatte sie total vergessen.



    Zögernd näherte er sich ihr und grüßte sie mit einem stolperten Hallo. Das Lächeln, das sie den anderen Magier widmete verfinsterte sich zu einem zornigen Gesicht als sie ihn erblickte.
    Klatsch! Sofort gab sie ihn einen mit und Neoras hatte das Gefühl, das diese Backpfeife ganz Khorinis gehört hat.
    ''Du verlogender Hund! Glaubst wohl du könntest mit mir spielen wie du willst oder!?'' zischte es aus ihr heraus.
    ''Warte doch! Ich kann dir das alles erklären.'' versuchte er sie zu beschwichten.
    Schon hagelte die nächste Backpfeife.
    ''Erspar mir deine Lügen. Mit dir bin ich fertig!''
    Sie war überhaupt nicht wiederzuerkennen und drehte sich dann zu dem anderen Feuermagier, als wär Neoras gar nicht da.
    ''Komm, mein Liebster, ich möchte mal meinen Bruder Levias besuchen.''
    Nun nahm der Feuermagier ihre Hand und sah ihn spöttisch sowie grinsend an. Regungslos stand Neoras nun da und das Blut ihn ihm fing an zu kochen.
    Das Pärchen entfernte sich langsam von ihm und betrat, das sogenannte 'obere Viertel'.
    Langsam realisierte er was passiert ist. Nicht nur das er eine Abfuhr bekommen hat, so ist seine jetzige Ex-Freundin die Schwester von dem Mörder von Arelis Ex-Freundin.
    Schnell versuchte Neoras ihnen zu folgen um ihr zu erklären, dass er einen Fehler gemacht hat.
    Doch am Ende der Treppe angekommen
    ''Keinen Zutritt für dich!''
    Eine Ritterwache versperrte ihn den Weg. Neoras knirschte die Zähne während sich weiter seine Wut aufstaute.
    ''Und warum nicht?'' versuchte er einigermaßen gelassen zu Fragen.
    ''Weil solches Gesindel wie...'' schon hatte die Wache eine aufs Maul gekriegt und stürzte zu Boden.
    ''Selber Gesindel du hochnäsiger Penner!''
    Gerade erst die eine Wache zu Boden geschlagen kam schon die von der anderen Seite an. DIese ließ sich nicht überraschen und ein heftiger Faustkampf spielte sich vor dem Toren des oberen Viertels ab. Doch länger als drei Minuten ging dieser Kampf nicht, da sich drei weitere Wachen auf Neoras stürzten und diesen bewusstlos schlugen.
    Das Ende vom Lied war, das Neoras nun wieder einmal in einer Zelle vergammelt.

    Einige Stunden später
    ''Heeh du!''
    ''Was? Oh ahh. Man ich hab das Gefühl als hätte mich ein halbes Dutzend Männer verprügelt.''
    ''Das stimmt auch. Und gerade sitzt du in der dreckigsten Zelle, die die Stadt zu bieten hat jedoch hat dich gerade jemand wieder freigekauft.''
    Nach ein paar mal Blinzeln merkte Neoras, dass der Kerkermeister mit der dreckigsten Zelle nicht gelogen hat. Es roch nach Urin, Vekalien und überall krabbelten Fleischwanzen rum. Es war wirklich eine kümmerliche Zelle, die man nicht einmal einen Serienmörder zumuten kann.
    ''Boah. Bah. Eye. Ich glaub ich muss mich übergeben. Das ist ja boah uah. Einfach nur widerlich hier. Uaaah und dieser Gestank.'' jammerte Neoras über Zelle.
    ''Hast du mir überhaupt zugehört? Du bist wieder frei!'' brummte der Kerkermeister.
    ''Achja.'' Kurzerhand erhob sich Neoras und flüchtete schon fast aus der Zelle.
    ''Das soll eine Zelle sein? Das gleicht eher einer Folterkammer!''
    ''Pah stell dich so an. Und bevor du fragst. Die Person die dir deine Kaution bezahlt hat, will anonym bleiben.''
    ''Hmpf. Nun gut. Kann mir auch egal sein. Am besten ich such erstmal Arelis auf.''
    ''Moment. Sagtest du gerade Arelis? Arelis Falkenwind?'', erschrack der Kerkermeister.
    ''Genau kennst du ihn?'' hinterfragte er den bäumigen Kerl.
    ''Na klar kenn ich ihn! Da komm ich doch gleich mit. Bin mal gespannt was er zu dem alten Bolger zu sagen hat! Haha. Das wird ein wiedersehen.'' lachte er auf...


    Der Regen übertont jedes kleine Geräusch im Hafenviertel. Es war Abend. Niemand läuft in den Straßen. Nur einer. Neoras. Er suchte nach Arelis. Doch am Pier blieb er plötzlich stehen. Mit traurigen Augen sah er aufs Meer hinaus. Für einen Moment vergaß er die Suche nach Arelis. Nachdenkend setzte er sich dann hin und überlegte einfach über all dies nach was noch passieren könnte.
    Ein plötzlicher Blitz mit einem Donnern ließ das Meer für einen Moment erhellen.

    Im Wald der Schuld und Reue hat sich Arelis verlaufen. Jemand muss ihn wieder daraus führen und er wusste, dass er alles dafür geben wird um Arelis nicht zu verlieren. Er war sein Freund.
    Ein weiter Blitz war über dem Meer zu sehen und im gleichen Moment wusste Neoras was er zu tuen hatte.
    Geändert von Blacktooth (22.3.11 um 23:04 Uhr)
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  5. #5
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    Ich hörte dabei diesen Titel und dann musste ich einfach weiterschreiben. Solltet ihr auch hören wenn ihr das hier lest .


    ''Lass los Arelis. Lass den Schmerz einfach los. Halt ihn nicht mehr fest.'' seufzte ihn Maya an.
    Sie war inzwischen wieder aufgestanden und bemerkte, das Arelis immer fester von der falschen Entscheidung überzeugt war, das er sich stellen muss.
    Bedenklich schaute Arelis weiter ins Kaminfeuer und schwieg weiter. Maya und der alte Mann, Vater von Arelis, schauten sich fragend an.
    ''Junge, du musst das nicht tuen. Geh einfach aus Khorinis raus. Ich komm schon zurecht.'' klopfte ihn sein Vater auf die Schulter. Es schien trotzdem nicht zu helfen.
    Stattdessen stand Arelis sofort aus dem Holzstuhl auf und verließ schweigend das Haus wo auch schon Neoras ihn entgegenkam.
    ''Da bist du ja. Man du glaubst mir nicht was passiert ist.'' grinste ihn Neoras an.
    Schnur strackst ließ ihn aber Arelis links liegen und ging an ihm eiskalt vorbei. Neoras sah ihn fragend hinterher und in dem Moment kamen auch Maya und Werenar raus.
    ''Was ist passiert?'' fragte Neoras verdutzt.
    ''Nun. Er ist inzwischen mehr als der Überzeugung das er sich einem Gericht stellen muss. Wir wollten ihn es ja ausreden aber...''
    ''Schon gut. Ich weiß was ich zu tuen habe. Die Feuermagier werden das Urteil fällen, sehe ich das richtig?''
    Maya nickte und man sah ihr an, das sie kurz davor war an zu weinen. Der Regen und die allgemeine Dunkelheit verschlimmerten nur die allgemeine Stimmung.
    Doch im nächsten Moment ging Neoras nun auch wieder von ihnen weg. Beim weggehen rief er ihnen noch hinterher: ''Keine Sorge. Bevor man Arelis hängt muss man erst mich hängen!'' und lachte noch etwas hinterher.
    Mit der Kraft als wär es immer noch Morgen verließ Neoras noch am gleichen Abend die Stadt in Richtung Kloster.


    Am nächsten Morgen im Kloster
    Die Schafe grasten, die Magier studierten und die Novizen verrichteten normal ihr Tagewerk bei grauen Himmel und einem kleinem Schauer. Fast alle Novizen. Einige standen auf dem Platz und diskutierten.
    ''Habt ihr schon gehört? Ein Krieger steht seit gestern Nacht vor der Tür.''
    ''Ja ich hab heute Morgen noch mit ihm gesprochen. Er will zu den Magiern.''
    ''Ihr meint wirklich er STAND die ganze Zeit vor der Tür?''
    ''Wenn ich es doch sage. Schließlich habe ich es mit einigen Augen gesehen. Seine Augen - ich möchte nicht auf seiner Liste stehen.''
    ''Was will er denn hier?''
    ''Weiß nicht. Aber es scheint wichtig zu sein wenn er seit gestern dort wartet.''
    Plötzlich stand ein Magier neben ihnen und sein Gesicht war auch nicht wohlgesonnen.
    ''Müsst ihr nicht an die Arbeit?'' fragte er grimmig.
    Sofort machten sie was er gesagt hatte und dieser Feuermagier mit dem Namen Kerot ging vor das Kloster.
    ''Was machst du hier? Du kannst nicht zu den anderen Magiern, also geh!'' sagte er abweisend zu dem Krieger, den man ansah das er aus Nordmar stammte.
    ''Nein.'', sagte er in tiefer Stimme.
    Ein Novize, Torwächter des Klosters, beobachtet dies schon seit Neoras angekommen ist.
    ''Jetzt hör mal zu. Niemand interessiert deine Anliegen. Niemand will dich sehen. Also wird dich auch niemand reinlassen. Also geh!''
    ''Nein.''
    Der Feuermagier brodelte auf.
    ''Soll ich dich in einem Flammenmeer verwandeln!? Ob der Wassermagier stirbt oder nicht hast nicht du zu entscheiden sondern WIR!''
    ''Nein, das habt ihr nicht.''
    Wuterzürnt klatschte der Feuermagier ihn eine etwas schwächere Windfaust entgegen. Woraufhin Neoras zurück auf die Mitte der Brücke geschleudert wird.
    ''Lass dir das eine Warnung sein!'' , rief er der Feuermagier ihn zu und wollte wieder ins Kloster reingehen als er merkte, dass der Krieger wieder hinter ihm stand und wieder wartete.
    ''War dir das etwa nicht genug!?'' schrie er ihn an. Sofort kam die nächste schwächere Windfaust und ließ Neoras wieder wegschleudern.
    Doch er stand wieder, ging zum Magier und wartete bis ihm jemand Einlass gewährt, bis ihm jemand zuhört, damit er Arelis helfen kann.
    Kerot, der Feuermagier, schleuderte ihn noch eine Windfaust ins Gesicht. Diesmal ohne ihn schwächer zu machen. Das Ergebnis war das selbe. Neoras stand etwa 15 vor ihm auf und ging wieder zu ihm. Der Ablauf geschah wieder. Und wieder. Und wieder. Stundenlang. Und stundenlang stand er immer wieder auf. Er konnte einfach nicht aufgeben. Es gab keine Alternative.
    Bis es Abend wurde geschah es so. Kerot konnte nicht mehr. Aber der Krieger stand noch da. Blutverschmiert, mit vermutlich mehreren Knochenbrüchen und verwundet am ganzen Körper. Viele wären schon ihn Ohnmacht gefallen oder tot. Doch Neoras konnte einfach nicht aufgeben. Lieber stirbt er als es unversucht zu lassen.
    Der Novize, der Torwächter des Klosters, zitterte. Die Augen des Kriegers blieben gleich. Die ganze Zeit. Und er blieb Standhaft. Die ganze Zeit.
    Wütend ging Kerot rein und schrie noch zu ihm: ''Wenn du Morgen immer noch da bist, werf ich dich die Klippen runter!''
    Und morgen war er immer noch da. Und Kerot schleuderte ihm mit einer Windfaust ins Wasser. Jedoch 20 Minuten später stand Neoras wieder vor der Tür.
    ''Das alles nur für einen Freund?'', fragte ihn der Torwächter, der ihn diese Frage schon so oft gestellt hatte.
    ''Das alles nur für einen Freund.'' antwortete Neoras, der diese Antwort ihn schon so oft sagte.
    Der Torwächter ging rein und Kerot kam ihn in diesem Moment entgegen.
    ''Wo willst du hin? Deine Aufgabe ist es das Kloster zu bewachen.''
    ''Meine Aufgabe ist es auch Leute hinein zu lassen. Und ihn lasse ich rein.''
    ''Ich sage nein!''
    ''Das reicht!'' schnauzte eine weitere Person bei der Tür. Es war der hochrangige Feuermagier Serpentes.
    ''Lasst mich ihn sehen. Wenn er solch eine Tortur sich ergehen lässt, muss es wirklich ihm wichtig sein.''
    Serpentes ging an ihnen vorbei und sah sich den Krieger an.
    ''Nun wir alle wissen warum du hier bist. Du willst das wir das Urteil gegen Arelis als unschuldig gelten lassen. Das sagtest du uns ja schon in der Nacht deiner Ankunft. Das du aber so hartnäckig auf deiner Meinung beruhst, zeigt das er dir entweder wirklich wichtig sein muss oder aber das er unschuldig sein muss. Aber warum sollten wir ihn unschuldig sprechen? Alles steht gegen ihn! Er hat einen Unschuldigen getötet! Auch wenn du es so anders siehst, er tötete aus Rache, Blutlust un...''
    ''Nein. Er hatte keine Wahl. Niemals würde er einen Mord begehen und wenn ihr ihn richtet dann doch nur, weil ihr eure Macht gegenüber den Wassermagiern immer noch zeigen wollt.''
    ''Du wagst es mich schon gar herauszulocken um dein kleinen Aufstand zu beenden, mich zu unterbrechen und alle Feuermagier solch niederen Anstrebungen zu bezichtigen!''
    ''Zeigt mir das es anders ist.''
    Der inzwischen wütende oberste Feuermagier wurd wieder ruhig.
    ''Nun ich zeig dir das es anders ist wenn du mir auch zeigst das es anders ist.''
    ''Was willst du?''
    ''Gib mir deine Freiheit und du bekommst Arelis Freiheit. Du sollst für den Rest deines Lebens Novize sein.''
    ''Einverstanden.''
    ''Kerot, geh nach Khorinis und hol den Wassermagier aus dem Kerker und du Novize, wenn du mich betrügst stirbt nicht nur Arelis sondern auch du.''
    Für einen Moment kam Sonnenschein zwischen die Wolken und während es regnete strahlte die Sonne das ganze Land kurzzeitig voller Licht. Mehrere Regenbögen waren zu sehen und Neoras betritt seufzend das Kloster. Ob er sich jemals an das Wort Novize gewöhnen wird, bleibt ungewiss.
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