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Thema: Evergrace

  1. #1
    Benutzerbild von Fantasy Freak
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    Jun 04
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    4.978

    Text Evergrace

    Evergrace




    Evergrace ist eines der ersten Rollenspiele, die in Japan für Playstation 2 erschienen sind. Ähnlich wie Eternal Ring - ebenfalls aus dem Haus From Software (King´s Field - Reihe), war auch Evergrace eigentlich noch für die Playstation geplant und wurde umkonzipiert. Das Spiel ist entsprechend - im Gegensatz zu Final Fantasy IX - komplett in 3 D gehalten, Lebewesen wie Hintergründe.

    Anders als in den meisten japanischen Rollenspielen führt Ihr immer nur einen Charakter durch die Welt des alten Imperiums Rieubane. Allerdings könnt Ihr entweder Darius, den männlichen Hauptcharakter mit dem Crest auf der Hand oder Sharline, seine Jugendfreundin, auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch durch die Dungeons manövrieren - dank DVD-ROM.



    Story

    Wenn Darius (Yuterald in Japan) und Sharline auch als Bruder und Schwester aufwuchsen, so ist Sharline an dem Tag verschwunden, als Mörder aus einem verfeindeten Dorf namens Morea die Eltern von Darius töteten. Darius ist zu einem ausgezeichneten Schwert-Kämpfer herangewachsen und erforscht eines Tages die Wälder, als er unter einem Billiana-Baum auf eine merkwürdiges Wesen trifft, dass wie ein goldenes Herbstblatt geformt ist. Dieses Lebewesen namens Krisalis wurde in diese Gestalt verwandelt und bittet Darius um Hilfe für sich und das legendäre Reich Rieubane, das eigentlich von der restlichen Welt abgeschnitten ist. Darius akzeptiert...

    Nach dem Mord an Darius Eltern findet sich Sharline urplötzlich an einem ihr völlig unbekannten Ort wieder, wo sie von der freundlichen Sienna unter die Fittiche genommen wird. Als diese von einem alten Greis namens Morpheus angegriffen und entführt wird, bleibt Sharline nichts anderes übrig, als sich auf den Weg zu machen, um selbst nach einem Weg in die Heimat zu suchen, oder wenigstens Sienna zu befreien. Seltsamerweise stellt sich heraus, dass auch Sharline in Rieubane gelandet ist, wo leider kaum ein menschlicher Bewohner zu leben scheint...




    Gameplay


    Der Schwerpunkt in Evergrace liegt eindeutig auf den Echtzeit-Kämpfen. Eine Auto-Ziel-Funktion hilft dabei, die Überraschungs-Gegner effektiv zu erledigen (wenn Ihr allerdings in die völlig andere Richtung zielt, werdet Ihr auch hier daneben schießen). Boss-Kämpfe sind nicht viel anders: Habt Ihr erst einmal das Angriffs-Muster erfasst, könnt Ihr durch Wiederholen des Musters auch Boss-Gegner recht simpel erledigen. Auf Dauer werden die Kämpfe dadurch ziemlich eintönig. Dabei wird durch bestimmte Button-Kombinationen bestimmt, wie stark die Kraft ist, die hinter der Attacke steckt. Ist der Charakter vorher gerannt, so wird er nur Kraft für eine schwache Attacke haben; hat er sich geschickt postiert, kann er einen schweren Hieb austeilen, der den Gegner mit Glück sofort erledigt.

    Das gelingt aber nicht mit jeder Waffe, denn die Gegner sind gegenüber bestimmten Waffen-Eigenschaften mehr oder weniger verletzbar. So ist ein weiterer wichtiger Punkt, welche Eigenschaften die gefundenen oder gekauften Waffen besitzen, und ebenso die angelegte Ausrüstung: Tatsächlich wachsen die Eigenschaften der Charaktere nur durch die Änderung und Aufrüstung der eigenen Ausrüstung. Ein ausgezeichnetes deutsches Handbuch hilft bei der Orientierung.

    Die Ausrüstung ist mit dem Magie-System von Evergrace verbunden, das sich Palmira-Aktion nennt. Je nach Kleidung, sogar nach Farbe, und je nach angelegter Waffe ändern sich die möglichen Fähigkeiten, die ein Charakter außer seiner normalen Attacke zur Verfügung hat. Ihr müsst aber nicht raten, welcher Gegner durch welche Attacke besonders verwundbar ist. Am Speicher-Kristall befindet sich auch der Laden des Händlers, wo Ihr, außer Aufrüstung und Reparatur Eurer Ausrüstung, auch Informationen zu den Gegnern, denen Ihr bereits einmal begegnet seid, kaufen könnt.

    Eine Kurz-Zusammenfassung dieser Informationen findet Ihr als Menü-Punkt innerhalb des Spiels, aber nur am Start-Bildschirm werdet Ihr sowohl Abbildungen der Monster und ihrer Eigenschaften, als auch der bisher bekannten Gegenstände finden: Ein Minus-Punkt, da in der schriftlichen Beschreibung der Monster meist nicht klar wird, wie das Monster aussieht - man verliert schnell den Überblick.


    Erfreulicherweise werden unseren beiden Helden waffenmäßig eigentlich immer unterschiedliche Angebote gemacht: Darius versteht sich auf Schwerter am besten, Sharline bevorzugt Fernwaffen oder Langwaffen - aber die zur Verfügung stehenden Rüstungen müssen sich die beiden Helden teilen. Es ist wichtig, diesen Punkt im Auge zu behalten, da die Helden sich niemals im Spiel treffen und daher Gegenstände nur über einen Verkauf im Laden austauschen können.

    Denn tatsächlich erforschen beide zeitgleich die Geheimnisse von Rieubane, und an den verteilten Speicher-Kristallen kann man jederzeit auf den anderen Charakter wechseln. Es gibt immer wieder Stellen, wo nur einer der Charaktere den Weg zum nächsten Schauplatz freimachen kann, dann müsst Ihr sogar umsatteln. Denn das Kombinieren der richtigen Ausrüstung und Lösen kleinerer Aufgaben ist der zweite Hauptteil des Gameplays von Evergrace. Dabei seid Ihr kaum auf die Interaktion mit NPCs angewiesen, die meisten Hinweise erfolgen über Bücher oder Inschriften.

    Viele Aufgaben sind auch nur durch Absuchen der Umgebung und Einsammeln von Gegenständen zu lösen: Hat man den passenden Gegenstand, wird er automatisch eingesetzt. Genauso simpel wie diese Rätsel ist der lineare Story-Verlauf: Nebenquests dienen meistens nur dazu, sich irgendwie den Weg in den nächsten Abschnitt freizumachen. Danach trifft man die NPCs nicht mehr wieder. Oft wird auch einfach die Rückkehr zu einem schon besuchten Ort unmöglich gemacht.

    Eine Automap à la Skies of Arcadia erleichtert Euch die Orientierung durch das Anzeigen der Speicherkristalle, aber leider wird immer nur eine Örtlichkeit angezeigt: Angeschlossene Räume erhalten Ihre eigene Map. Ihr könnt auch nicht genau erkennen, was Ihr schon erforscht habt oder nicht. Es werden nur Speicher-Kristalle angezeigt, keine Gegner oder Schatztruhen, von denen Ihr auch einige finden werdet.

    Palmira-Aktionen ersetzen in Evergrace nicht nur die Angriffs-Magie, sondern auch Status-Zaubersprüche und Special Moves, je nachdem was aktiviert ist. Man kann nur eine einzige Palmira-Aktion aktivieren, allerdings ist jederzeit der Wechsel in den Charakter-Bildschirm möglich - auch mitten im Kampf - um sich für jeden Fall passend auszurüsten.




    Grafik/Sound


    Die Story entfaltet sich nur langsam und besitzt kaum Interaktion mit NPCs, wird aber von einer der überzeugendsten deutschen Übersetzungen, in Text und vor allem Sprachausgabe, die ich bisher gehört habe, begleitet.
    Die Sound-Effekte sind schön stimmig und positioniert, so dass man das Auftauchen eines Gegners sofort hören kann; obwohl diese auch mit einem Glitzer-Effekt erscheinen, wenn man in die richtige Richtung schaut. Die Musik ist hingegen stark gewöhnungsbedürftig.

    Alle Sequenzen der Story sind - abgesehen vom Intro - komplett innerhalb der Game-Grafik dargestellt, die völlig in 3D gehalten ist. Leider sind - abgesehen von den Monstern (deren Vielfalt nicht gerade groß ist, im Vergleich zu FF IX oder Skies of Arcadia) - die Umgebungen recht eintönig und farblos; die bestimmende Farbe von Evergrace ist sicherlich Herbstgold.



    Gameplay:5
    GRAFIK:7
    SOUND:5
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    Spamm0rmy Queen and I

  2. #2
    Meisterspieler Benutzerbild von Sly Boots
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    Mar 07
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    1.307
    Evergrace




    Entwickler: From Software
    Publisher: Crave Entertainment/Ubisoft
    System: PS2
    Genre: Action-RPG
    Sprache: Deutsch, Englisch, Französisch, italienisch, Spanisch
    Altersfreigabe: 12



    Einleitung:
    Evergrace war eines der ersten Spiele, das für die Playstation 2 veröffentlicht wurde.
    Abgesehen davon war es neben Eternal Ring, welches ebenfalls von From Software entwickelt wurde, auch eines der ersten RPGs für Sonys neue Konsole.
    Die Wertungen für Evergrace vielen aber, trotz der mangelnden Konkurrenz im RPG-Sektor, eher durchwachsen aus.
    Zu schwach war die Grafik und zu träge das Gameplay.
    Obwohl diese Kritikpunkte zutreffend sind, bietet Evergrace dennoch den typischen Charme und Innovationsbonus eines From Software-Spieles, welches es zumindest für einen kleinen Gamer-Kreis hochinteressant macht.
    Das folgende Review soll den Lesern dabei helfen zu entscheiden, ob sie zu diesen Kreis gehören möchten, oder nicht.

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ID:	81880


    Story:
    Es gab einmal eine Zeit als das Rieubane-Imperium über den gesamten Kontinent von Edinbury herrschte.
    Plötzlich jedoch verschwand das Imperium wie von Geisterhand, so als ob es nie existierte.
    Das einzige was vom Imperium übrig blieb, waren vier kleine Dörfer sowie ein gigantischer Wald aus Billiana-Bäumen.

    Hundert Jahre nach diesem Ereignis liegen zwei dieser Dörfer, Stolta und Morea, im Streit miteinander.
    Der Grund hierfür ist der sich immer weiter ausbreitende Billiana-Wald.
    Laut Stolta entziehen diese Bäume dem Boden unkontrolliert Nährstoffe, wodurch das lebensnotwendige Ackerland immer unfruchtbarer wird.
    Für Morea stellen die Billiana-Bäume allerdings ein Heiligtum dar, weswegen die von Stolta gewünschte Abholzung der Bäume für Morea absolut keine Option darstellt.
    Der Streit gipfelt in einer von Morea entsandten Streitmacht, welche marodierend über die Einwohner von Stolta herfällt.

    Auch die in Stolta lebende Familie des jungen Darius, sowie seine Jugendfreundin Sharline werden Opfer der Moreaner.
    Darius muss hilflos mit ansehen wie seine Eltern umgebracht werden, während Sharline Opfer seines Crests wird, dessen Kräfte, aufgrund des Schockmoments des Gemetzels, unbewusst freigesetzt werden.

    Das sagenumwobene Crest ist auch unter den Namen „Mal des Fluches“ bekannt und soll angeblich dem Träger, sowie allen Menschen in seiner Umgebung, Tod und Unglück bereiten.
    Darius Eltern und Sharline hielten die Existenz von Darius' Crests vor den anderen Einwohnern Stoltas geheim, damit er eine Chance auf ein normales Leben erhalten konnte.
    Dieser Traum wurde allerdings von den Moreanern zerstört ...

    Jahre später hat sich Darius zum respektierten Schwertkämpfer Stoltas entwickelt und macht sich auf in den Billiana-Wald um seine Peiniger, das Dorf Morea, ausfindig zu machen und zu bestrafen.
    Inmitten des Waldes sieht sich Darius plötzlich einem gigantischen Billiana-Baum mit zahlreichen leuchtenden Billiana-Früchten gegenüber.
    Im inneren einer dieser Früchte erkennt er die schemenhaften Umrisse eines alten Gemäuers, und bevor er sich versieht, findet er sich in einer fremden Landschaft wieder, welche sich als das verschollene Rieubane-Imperium entpuppt.

    Aber er ist nicht der Einzige den es nach Rieubane verschlagen hat.
    Sharline wurde durch die Kräfte von Darius' Crest ebenfalls in das verschollene Imperium geschleudert ...
    Und so machen sich Darius und Sharline unabhängig voneinander auf, die Geheimnisse des Rieubane-Imperiums zu ergründen und einen Weg zurück nach Hause zu finden.


    Die Handlung ist äußerst spannend und die Charaktere sind allesamt symphatisch und/oder hochinteressant.
    Aber leider werden Story und Charakterentwicklung im Verlauf des Spieles nur sehr lückenhaft erzählt bzw. kurz erläutert und nie wieder angesprochen, so dass sich der Spieler vieles selber zusammenreimen muss und letztendlich dennoch so einige Fragen offen bleiben werden.
    Dieser Umstand ist natürlich einerseits äußerst schade, erzeugt aber auf der anderen Seite eine besonders dichte Atmosphäre, welche einem das Gefühl gibt wirklich in einer geheimnisvollen Welt voller Mysterien und unklärbarer Ereignisse gelandet zu sein.
    Statt das jedes Detail bis ins kleinste Erläutert wird, muss man sich selber darüber Gedanken machen wie die Puzzleteile der Handlung zusammenpassen, oder welche Ziele der NPC nun eigentlich verfolgt.
    Unter diesem Blickpunkt wirkt die Story von Evergrace um ein vielfaches spannender und authentischer als die aus dem generischen Allerwelts-RPGs.

    Trotz oben erwähnter Schwächen, war die Handlung für mich ein klarer Grund weiterzuspielen und voranzukommen. Daher für mich ein klares Plus.

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    Gameplay - Grundlegendes/Steuerung:
    Zu beginn des Spieles kann man sich zwischen den beiden spielbaren Charakteren Darius und Sharline entscheiden.
    Jede Spielfigur erlebt hierbei ihr eigenes Abenteuer mit teilweise unterschiedlichen Ausrüstungsgegenständen, Locations (Level) und einem individuellen Handlungsstrang.
    Sharlines Lösungsweg ist hierbei etwas kürzer aber dafür auch rätsellastiger ausgefallen, als der von Darius.
    Während des laufenden Spieles kann man - an den entsprechenden Stellen - auch zwischen den Beiden Chars hin- und herswitchen, man muss sich zu beginn also nicht auf einen Charakter festlegen.
    Wer der Handlung jedoch in chronologisch-korrekter Reihenfolge folgen möchte, sollte erst einmal den Handlungsstrang mit Sharline abschließen bevor man mit Darius beginnt.
    Hat man letztendlich beide Storylines abgeschlossen, wartet natürlich noch eine finale Aufgabe auf die Beiden ...

    Das Spiel selbst wird aus der Third-person Perspektive gespielt.
    In einer 3D-Landschaft steuert man seine Spielfigur mit den linken Analogstick durch die Umgebung und hat eine begrenzte Kamerakontrolle via Schultertasten R1 und R2.
    Dieses Steuerschema wirkt anfangs ungewohnt und undynamisch, aber man gewöhnt sich recht bald daran.

    Eine kleine Minimap welche oben-rechts auf dem Bildschirm angezeigt wird, dient zur Orientierung, während die Zahlen die unten-rechts abgebildet werden den Zustand der aktuell ausgerüsteten Waffen und Rüstungen darstellen.
    Diese nutzen sich nämlich im Verlauf der Reise ab, und müssen daher stetig repariert werden (dazu später mehr).
    Links-unten befindet sich neben der Anzeige des aktuell ausgerüsteten Heilitems (Einsatz per L1-Taste) und den gesammelten Palmira-Kristallen (Geldeinheiten), der Kraftbalken.
    Dieser verbraucht sich, wenn man rennt (O-Taste) oder einen Angriff startet (Quadrat-Taste).
    Je nachdem wie fest man bei einem Angriff auf die Taste drückt, desto mehr Kraft wird in den Angriff gesteckt, damit höherer Schaden zugefügt wird.

    Man sollte also nicht blind auf die Feinde einprügeln, sondern geschickt mit der Kondition der Spielfigur umgehen um möglichst effektive Treffer zu landen.
    Für weitere Chancen im Kampf, kann man seinen Char mit zwei Waffen ausrüsten, welche man bequem mit den Rechten-Analogstick durchschalten kann.
    Jede Waffe beinhaltet außerdem bis zu drei verschiedenen Palmira-Aktionen.
    Hierbei handelt es sich um Spezialangriffe/techniken welche natürlich sehr viel Kraft/Kondition verbrauchen, aber dafür auch teils verheerende Schäden anrichten oder aber nützliche Effekte wie Schweben und dergleichen freisetzen (Dreiecks-Taste).
    Palmira-Aktionen kann man entweder im Menü, oder per L2-Taste ausrüsten.
    Zuguterletzt wäre da noch die X-Taste mit der man diverse Aktionen wie Gespräche oder das aufsammeln eines Gegenstandes einleitet.

    Das Menü erreicht man via Start-Button und offenbart uns die typischen Funktionen.
    Wir können dort unseren Charakter mit fünf verschiedenen Ausrüstungstypen einkleiden (was hier auch optisch wiedergegeben wird), sowie Items und Palmira-Aktionen einsehen und ausrüsten.
    Darüberhinaus kann man auch einen alten Spielstand laden, oder ein kleines Info-Tutorial aufrufen.

    Gespeichert wird an Kristallsäulen, von denen es in fast jedem Gebiet eine gibt.
    Abgesehen vom wichtigen Vorgang des Speicherns, kann man per Kristallsäule auch den Shop betreten.
    In diesem kann man neue Ausrüstung, Items und sogar Daten zu bereits besiegten Monstern käuflich erwerben.
    Bereits vorhandene Ausrüstung kann man dort hingegen reparieren, aufwerten und sogar umfärben lassen.
    Bezahlt wird das alles mit Palmira-Kristallen die man in Kämpfen erbeuten kann.
    Die letzte nennenswerte Funktion der Kristallsäulen ist der Charaktertausch.
    Es lässt sich von dort jederzeit zwischen den beiden Spielfiguren Darius und Sharline wechseln.

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    Gameplay – Gameplay:
    Das eigentliche Spiel besteht fast ausschließlich aus der Erforschung des fast menschenleeren Rieubane-Imperiums, welches von allerlei Monstern und Dämonen überrannt wurde.
    Städte mit einer Vielzahl an NPCs, eine Weltkarte und dergleichen sucht man hier also vergebens.
    Das Gameplay setzt sich in groben aus Erkunden, Kämpfen und Rätsel lösen zusammen.


    Da die Areale meist ziemlich übersichtlich gestaltet und relativ gering in ihrer Anzahl sind, gibt es zum Aspekt Erkunden wohl nicht viel mehr sagen bis auf die Tatsache, dass Evergrace leider kein allzu umfangreiches Spiel ist.
    Die Spieldauer hält sich für RPG-Verhältnisse ziemlich in Grenzen und beträgt im Durchschnitt etwa 12-15 Stunden.
    Zwar bietet das Spiel ein Game+ Feature, welches einem nach erfolgreichen Spielabschluss erlaubt, den Titel noch einmal von vorne mit sämtlicher bisherig gesammelter Ausrüstung und Monsterdaten zu starten, aber eine wirkliche Motivation ist das auch nicht.
    Interessanter ist da schon der Shadow Tower-Bonusdungeon, welchen man mithilfe eines bestimmten Items betreten darf.
    Aber auch diesen kann man bereits während des ersten Spieldurchlaufes erforschen.


    Die Kämpfe werden in Echtzeit bestritten, ähnlich wie in einem Action-Adventure.
    Die Kreaturen werden hierbei oftmals wie von Geisterhand in die Landschaft „gebeamt“, wenn man zu lange an einer entsprechenden Stelle verweilt, was anfangs doch etwas irritierend und ungewohnt wirkt.
    Allerdings wird durch diese Maßnahme das Levelgrinding ermöglicht, wobei Levelgrinding in Evergrace jedoch das falsche Wort ist.
    Erfahrungspunkte gibt es hier nicht, stattdessen droppen getroffene, oder getötete Gegner Palmira-Kristalle.
    Diese kann man dann im Shop in neue, stärkere Ausrüstung, oder die Verbesserung bereits gesammelter Ausrüstungsteile investieren.
    Man levelt also nicht die Charaktere, sondern deren Waffen und Rüstungsteile auf.
    Selbstverständlich hat jede Waffe und Rüstung ihre individuellen Stärken und Schwächen.
    So ist Waffe A effektiver gegen Gegner B und Rüstung C empfindlich gegenüber Feuerattacken etc.
    Desweiteren verfügt fast jedes Ausrüstungsteil über eins bis drei Palmira-Aktionen, welche natürlich ebenfalls über Sieg und Niederlage entscheiden können.

    Eine weitere Möglichkeit des "Auflevelns" stellen die Billianafrüchte dar, welche ab und zu von bestimmten Gegnertypen hinterlassen werden.
    Mit diesen kann man die Statistikwerte von Darius und Sharline dauerhaft steigern, wobei das Maximum hierbei allerdings auf 200 Punkte pro Statistikwert begrenzt ist.

    Der Kampf an sich gestaltet sich hingegen eher unspektakulär, anspruchslos und träge.
    Die meisten Gegner sind ziemlich langsam, dumm und können ohne große Probleme überwältigt werden.
    Meistens reicht es aus die altbekannte Hit&Run-Taktik anzuwenden sowie etwas Palmira in seine favorisierten Ausrüstungsteile zu investieren und man kommt gut durch.
    Sonderliche Strategien müssen nur selten ausgetüftelt werden, und belaufen sich meistens darauf die richtige Waffen- bzw. Elementarart herauszufinden, gegen die der Feind allergisch reagiert.
    Ich möchte nur noch mal ausdrücklich erwähnen, dass sich die Kämpfe wirklich seeehr träge spielen, schnelle Kampfaction sucht man hier definitiv vergebens ...


    Neben dem leider sehr trägen und anspruchslosen Kampfsystem, sowie dem eher zweifelhaften Erkundungs-Aspekt, stellen die Rätselpassagen wohl den Glanzpunkt des Titels dar.
    Diese wurden nämlich recht clever und trickreich in das Spiel integriert und verlangen vom Spieler oftmals den Gebrauch des Ausrüstungs-Features.
    Wie oben bereits erwähnt wird jedes angelegte Ausrüstungsteil (mit Ausnahme des Zubehörs) optisch wiedergegeben.
    Ich möchte jetzt nichts spoilern, will aber erwähnen, dass dieses Feature den Hauptbestandteil zur Lösung vieler Rätsel darstellt.
    Es wird öfters passieren, dass man an manchen Stellen hängen bleibt, weil man einfach noch nicht begriffen hat, was von einem verlangt wird.
    Ab und zu helfen hierbei Schrifttexte die in der Spielwelt verstreut liegen.
    Letztendlich hat man immer eine faire Chance das Rätsel mit genauer Beobachtung und etwas Grips zu lösen.
    Dieser Gameplay-Aspekt von Evergrace ist wirklich gut gelungen und wurde - wie bereits gesagt - wirklich innovativ in das Spiel eingebaut.


    Abgesehen von den Rätselpassagen und dem RPG-Aspekt, welche beide geschickt mit dem Waffen- und Ausrüstungssystem von Evergrace kombiniert wurden, bietet das Spiel Gameplay-technisch leider kaum einen Grund für Jubelrufe.
    Insgesamt betrachtet ist dieser Bereich wohl - trotz einiger gelungener und innovativer Ideen - eine der Schwächen von Evergrace.

    Anhang 81872Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

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    Grafik, Sound und Präsentation:
    Da es sich hierbei um ein Spiel der ersten Software-Welle für die PS2 handelt, sollte man die grafischen Ansprüche generell eher niedrig ansetzen.
    Wenn man aber erst mal die gelungene Einstiegs-Rendersequenz betrachtet hat, und anschließend die eigentliche Spielgrafik betrachtet, wird man schnell merken, dass selbst niedrige Ansprüche noch unterboten werden können.
    Ich bin niemand der Dinge schön redet, die nicht unbedingt schön sind, und die Grafik von Evergrace ist nun einmal, selbst positiv betrachtet, recht hässlich.
    Ich weiß auch gar nicht wie ich es jetzt beschreiben soll, die 3D-Grafik sieht irgendwie so aus, wie aus einem Baukasten für veraltete 3D-Spiele.
    Wäre da nicht die hübsche unverbrauchte Farbpallette, welche zumindest für etwas grafischen Anspruch sorgt, sowie der interessante „Herbst-Stil“ den man für dieses Spiel kreiert hat, wäre die Kritik noch vernichtender ausgefallen.

    Beim OST sieht es wiederum ganz anders aus.
    Er ist sehr schwer zu beschreiben, es wird viel mit ekstatischen Ausrufen und Schreien gearbeitet, irgendwie wie der exotische Gesang eines gänzlich unberührten Ureinwohnerstammes.
    Natürlich wurde noch zusätzlich mit diversen Musikinstrumenten gearbeitet um ein einzigartiges Erlebnis für das Gehör zu liefern.
    Der OST ist faszinierend und bizarr, künstlerisch wertvoll und von vielen gehasst.
    Er ist GENIAL!
    Wie gesagt, es ist schwer zu beschreiben, daher verweise ich dieser Stelle auf Youtube, wo ihr euch den OST gerne selber anhören könnt.

    Glücklicherweise ist auch die deutsche Sprachausgabe, für damalige Verhältnisse, sehr gelungen.
    Die Stimmen passen wirklich gut zu den Charakteren und verleihen ihnen viel Persönlichkeit.
    Hier und da klingt es vielleicht einen Tick zu sehr vom Papier abgelesen, aber wie gesagt, für damalige Verhältnisse top.

    Tja, wie soll man nun die Gesamtpräsentation bewerten?
    Die Grafik ist wirklich schwach, verwendet aber einen ausdrucksstarken Stil.
    Der OST ist genial, einzigartig und wird durch eine gute Sprachausgabe gekrönt.
    Die Erzählweise der Story ist etwas eigenwillig, aber äußerst spannend umgesetzt.
    Unterm Strich ist die Gesamtpräsentation absolut gelungen, wenn man gewillt ist sich auf dieses spezielle Spiel einzulassen.



    Pro und Kontra:

    Pro:
    - innovative Gameplay-Elemente (Rätsel, Ausrüstungssystem)
    - spannender Handlungsrahmen und Charaktere
    - einzigartiger, genialer OST

    Kontra:
    - sehr träges Gameplay
    - damals schon unspektakuläre und veraltete Grafik
    - etwas zu kurz



    Fazit:
    Um es auf den Punkt zu bringen: Evergrace ist beileibe kein Spiel für Jedermann.
    Es ist ein bisschen wie Fetisch-Sex, manche finden es geil, andere abstoßend.
    Die Schwächen hinsichtlich Grafik und Gameplay, dürften hierbei schon genügend Leute abschrecken, aber selbst die Vorzüge des Titels sind dermaßen speziell, dass Otto-Normal-Gamer angesichts dieses Produktes schreiend davonlaufen dürfte.
    Hört euch den OST auf Youtube an, ich persönlich finde ihn genial, aber dem Gelegenheitsspieler bluten dabei wohl die Ohren.
    Die Rätsel sind endlich mal was anderes und anfangs ziemlich anspruchsvoll, aber heutzutage wird ein „Rätsel“ ja leider ohnehin mit der Betätigung eines Hebels gleichgesetzt, de facto dürften sich die meisten wohl überfordert fühlen ...

    Fakt ist: Evergrace ist einfach anders, und das ist auch gut so.
    Ich finde das Spiel trotz der Mankos auf seine eigene Art und Weise absolut genial und hatte viel Spaß damit, andere werden das aber wohl nicht so sehen.
    Die Endwertung ist übrigens rein objektiv, denn Evergrace ist so oder so definitiv nicht uninteressant.


    Anhang 81871

    Endwertung:

    Punktvergabe von 1 (schlecht) bis 10 (spitze)

    Grafik: 5
    Sound: 10
    Steuerung: 5,5
    Umfang: 6,5
    Story: 8
    Spielspaß: 7
    Gesamtwertung: 6,5-7
    Geändert von Sly Boots (4.1.13 um 20:40 Uhr)

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