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Thema: Kapitel 11: Hinter den Schatten der Maske

  1. #545
    Contractor Benutzerbild von Chrono Chrusader
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    Shinara hatte nicht lange Zeit verschwendet. Binnen kürzester Zeit hatte sie Mara mit Rohazor bekannt gemacht und war, in einigem Abstand, der Gruppe gefolgt. Es war nicht sonderlich schwer, ihnen zu folgen. Selbst hoch oben, nahe den Wolken, konnten die Augen des Drachen sie noch sehen. Eine kleine Taube flatterte weiter unter ihnen. Mitten in der Luft drehte sich Shinara komplett herum und sass nun Angesicht zu Angesicht Mara gegenüber. "Ich habe nicht alles sehen können, weil ich deinen Geist nicht zu lange belasten durfte. Erzähl mir, was du noch so erfahren hast." Mara berichtete alles, was sie mitbekommen hatte. Shinaras Miene blieb weiter unergründlich, als das Mädchen geendet hatte. "Sieht so aus als müssten wir doch noch einmal in Iselia gastieren. Ar'salan!" Rohazor stiess ein freudiges Brüllen aus. Der Drache legte die Flügel an. Shinara setzte sich wieder richtig herum und rief Mara gerade noch zu, sie solle sich gut festhalten, als die rote Echse sich wie einen Pfeil gen Erde fallen liess. Ein riesiger Schatten näherte sich dem Boden und verschreckte die Taube, die seit Stunden den gleichen Weg flog.
    Geändert von Chrono Chrusader (17.11.07 um 16:24 Uhr)

  2. #546
    Heavenly Wind
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    {Erzelingen, morgens}
    Sashkas Bannmagie hatte den Ort eingeschlossen... düsteres Wabern mahnte jeden, sich dem Dorf zu nähern und hinderte gleichsam alle, es zu verlassen. Ein Rudel Warg hatte sich in der Nacht genähert, doch die Tiere witterten die Gefahr - sie wagten nicht, sich der kaum spürbaren Barriere zu nähern. Sashka selbst hatte sich zurückgezogen, nachdem ihr Bann aktiviert worden war. Selbst ein erfahrener Magier würde mehr als einen Tag benötigen, die Barriere zu sprengen, und da Tyrcanor dieses Dorf zuvor dem Erdboden gleichgemacht hätte, konnte sie völlig sicher sein, dass niemand von dort in die Freiheit entkommen würde.


    {Elftrutz, Schanzanlagen}
    Sie hatte Khelad schon erwartet. Die Nacht über hatte sie in den Gewölben der Drachengruft verbracht, nahe den alten, ehrfurchtsgebietenden Gebeinen des Urdrachens Xarothar, die noch immer eine ungeheure Kraft ausstrahlten, selbst wenn der Drache schon seit Jahrtausenden tot war, seine blanken Knochen waren merklich heiß... angeheizt von seinem immer noch wachen Geist. Die zwergischen Wächter hatten ihr zunächst den Zutritt zur Grotte verwehren wollen, doch Khelad hatte sie überzeugt, die Elfe hineinzulassen. Was sie die Nacht über inmitten der Gebeine getan hatte, erschloss sich den Zwergen nicht, die sie dorthin begleitet - und bewacht - hatten. Schließlich konnten sie die Zwiesprache nicht hören, die Na'Ralee mit dem Geist des Drachens hielt. Als sie nach vielen Stunden die Grotte verließ, wirkte sie gleichsam gelöst und erregt, so als wäre sie einem großen Ziel einen Schritt näher. So schlenderte auf die obere Wehrkrone, betrachtete das Licht der Sonne, die sich langsam über die Berge schob.
    T'ahn leîd me ini fêr
    Na'Ralee blickte den Zwerg an, fragte ihn in der Sprache der Alben, obwohl sie wußte, dass er kein Wort verstehen würde... doch er ahnte, was die Worte bedeuteten... Folgst du mir ins Feuer?
    So nickte er nur stumm, denn so begann eine alte Heldensage der Zwerge - eine Sage ganz nach Khelads Geschmack - große Taten und großes Pathos. Episch, wenn man es so nennen wollte. Jemanden mit den Worten zu begrüssen, bedeutete, dass sich etwas Großes anbahnen würde, das gleichsam Tod und Erlösung brachte. Die Elfe setzte sich auf die Mauerkrone - ein Stoß und sie würde hundert Meter tief in einen Abgrund fallen. So blickte sie in die aufgehende Sonne, den Abgrund vor sich und Khelad hinter sich.
    Ich spüre Dunkelheit heraufziehen. Und so hoch die Sonne auch steigt, wird sie die Finsternis nicht überstrahlen, die sich ausbreitet. Xarothar sagt, dass die Ära der Menschen nun beginnt... er sagt, dass die Zeit unserer Völker ihrem Ende entgegen geht, so wie es mit allen irgendwann geschieht. So geschah es den Drachen und den Feen. Ihnen folgten die Skraath. So geschah es den Skraath und es ward die Zeit der Alben. Doch auch die Alben verliessen diese Welt. Wir sind jetzt, doch sind wir Kinder der Alben, und auch wir werden diese Welt eines Tages verlassen... wer jedoch wird nach uns sein, Khelad? Was hinterlassen wir? Wer also wird sich unser in tausend Jahren erinnern?
    Sie schwieg einen Moment, ihre Worte klangen alles andere als schwermütig.
    Du willst nach Unterland aufbrechen? Dann sollten wir es bald tun. Xarothar sagt, dass das Herz des Clans geopfert werden soll. Er sagt, dass eine dunkle Macht im Land der Zwerge Chaos verbreiten will, und schon bald. Er sagt, du wirst ein Angebot erhalten. Ich sage dir, nimm es an - selbst wenn dir zutiefst widerstrebt, von wem es stammt. Wenn du das Feuer überleben willst, mußt du hindurch gehen.
    Dann schwieg sie. Erst jetzt bemerkte er den silbernen Glanz ihrer Augen. So war es bisher immer gewesen, wenn sie prophetische Worte sprach. Und wenn diese düsteren Worte eine Prophezeihung waren, dann eine, deren Eintritt man besser nicht abwarten sollte.
    Lass uns aufbrechen sagte sie sichtlich gelöst.

  3. #547
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    Unsere Hinterlassenschaft... Wenn unsere Völker gehen, Zwerge wie Elfen wie Halblinge, so wird unsere Hinterlassenschaft ein großartiges, sicheres Selenia... Ein Selenia, das von allen Übeln befreit wurde. Wenn wir verschwinden, werden wir die Todesengel, die Dunkelelfen, die Orks und Goblins mitreissen. Nichts wird bleiben, was der Hinterlassenschaft der einstigen Völker schaden würde...
    Khelad war sich sicher, das Na'Ralee's Worte die vollste Wahrheit beinhalteten. Ihre Prophezeiungen waren immer mehr als korrekt gewesen, genauso wie ihr Gespür. Das hatte er in den wenigen Wochen, in der sie zur gruppe gehört und anschließend mit ihm allein gewandert war, bereits mehrfach bewiesen bekommen. Sie war die einzige vom Volk der Elfen, der er Achtung und Vertrauen schenkte. Schließlich wusste sie alles über ihn. Und damit war sie eine Vertraute geworden, ob sie wollte oder nicht.
    Ich werde deinen Rat befolgen...
    Egal, was seine Entscheidung bringen würde, er würde nichts Böses mehr auf dieser Welt lassen.
    Mit diesen Worten trat er von der Mauer weg, und ging in die Taverne, in der er seine Sachen gelagert hatte.
    Das war der Vorteil daran, direkt nach dem Großkönig aller Zwergenstämme einer der bekanntesten Krieger zu sein, die es im Zwergenvolk gab: Man musste beinahe nie etwas bezahlen. Ihm als Krieger wurden eh mehrere Vorteile zu teil (Seine Rüstung zum Beispiel wurde ihm als "Kriegsausrüstung" geschenkt, mit den Worten, er solle sie ja nicht verbeulen.).
    Na'Ralee hatte soviel Gepäck mit wie am Anfang der Reise. So kam es dem Zwerg jedenfalls vor. Er hingegen hatte sich ordentlich Proviant eingesteckt: Fleisch allermöglichen Tierarten, ein ganzes kleines Faß Bier und so weiter und so fort.
    Als er gepackt hatte (Das bisschen Zusatzgewicht auf dem Rücken störte ihn keineswegs) ging er wieder zur Mauer, auf der Na'Ralee immernoch hockte und auf ihn wartete. Wenn es nach mir geht, können wir losziehen. Auf nach Unterland!

  4. #548
    Heavenly Wind
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    Selbst alle Macht der Götter, wird die Übel nicht bannen, Khelad. Denn die Übel sind in uns. In jedem von uns. Wir entscheiden, ob wir dem Drang in uns nachgeben. Dein Haß auf Elfen ist Zeichen der Dunkelheit in dir. Vorurteile hatten dich geblendet. Das wird nicht aus der Welt verschwinden, nur weil wir nicht mehr da sind, weil die Orks verschwinden oder die Ssarfey. Selbst dann, wenn sie wirklich alle untergehen Khelad, wird die Saat der Dunkelheit im Erbe der Welt gedeihen. Aber das ist richtig so. Gut und Böse, Licht und Schatten, Wahrheit und Lüge, Hoffnung und Verzweiflung. Stets ist es eine Dualität und so ist es bis zum Ende der Zeiten. Keine Seite kann ohne die andere bestehen. Denn nur wenn es Dunkelheit gibt, kannst du das Licht darin erkennen. Eine Welt ohne Übel wäre eine Welt ohne Leben. Leid gehört zum Leben, denn nur so wissen wir die Freuden zu würdigen, wenn wir sie erleben. Ich weiss, du meinst, was du sagst... es ehrt dich. Aber so wird es nicht sein... in der Zeit, die kommt, wirst du das noch erkennen.
    Dann drehte sie sich zu Khelad um. Es war seltsam, dieses junge Elfenmädchen Worte sprechen zu hören, die eher aus dem Mund eines uralten, weisen Lehrmeisters zu stammen schienen. So blickte er etwas verdutzt drein. Sie aber war gelöst, schmunzelte bei seinem überladenen Anblick. Wie ein vollbepackter Lastesel stand er vor ihr. Ihren Drang zu lachen konnte sie eben noch unterdrücken.
    Ich schätze, wir wären doppelt so schnell dort, wenn du nicht dein halbes Heim mit dir tragen würdest. Glücklicherweise wußte ich das schon...und habe entsprechend vorgesorgt.
    Dabei lächelte sie und deutete nach unten, in den vorderen Festungshof, wo der Lastkarren eines fahrenden Händlers zur Abfahrt bereit stand. Der Mensch auf dem Bock schien jedoch auf etwas zu warten.
    Rhonik wird uns bis nach Unterland auf seinem Wagen mitnehmen. Und bezahlen müssen wir dafür auch nicht. Ich habe ihm erzählt, wer du bist. Da wir gemeinsam reisen, wird er einen Batzen Gold für den sonst üblichen Wegzoll sparen, da du bei den Wachen das rechte Wort fallen lassen kannst - ich denke, den Gefallen wirst du ihm sicher erweisen.
    Na'Ralee schwang sich von der Mauer und hüpfte lässig die Stufen zum Hof hinab. Einmal mehr bemerkte der Zwerg, wie nützlich ein vorausschauendes Orakel war. Manchmal war es kompliziert mit ihr, sie sprach in Rätseln oder hatte jugendlichen Unsinn im Kopf, wie die Nacht in einer alten Drachengruft zu verbringen - jedenfalls hätte ein Zwerg es vorgezogen, nach langem Weg lieber seinen Wanst mit Essen zu füllen und Bier zu trinken, anstatt sich mit alten Knochen zu beschäftigen. Doch dann überraschte sie einen mit ihrem Talent das richtige zur richtigen Zeit zu sagen und zu tun.

  5. #549
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    In der Ferne kamen nun die Häuser einer kleinen Stadt in Sicht. Austädt lag also unmittelbar vor ihnen. Dann wurde es Zeit, mit dem Suchzauber zu beginnen. Wo auch immer das Lager liegen mochte, von dem auf diesem Stück Pergament die Rede gewesen war, wenn es denn existierte, würde Lanarys es nur hier vielleicht aufspüren können. Doch sie war zuversichtlich.
    Also kramte sie aus dem Kästchen das Medaillon und das Glasröhrchen mit den gelben Rückständen hervor und umfasste beide. Ein schwacher Impuls war zu spüren, nicht stark genug, um die Richtung festzustellen, in die er strebte, doch zumindest war sich die Waldelfe nun sicher, dass sie auf der richtigen Spur war.
    Also ließ sie sich auf die trockene Straße sinken, schloss sie die Augen und konzentrierte sich, als würde sie meditieren. Es dauerte nicht lange, dann gelang es ihr tatsächlich, die Quelle des Impulses zumindest grob zu lokalisieren.
    "Wir müssen nach Nordwesten", erklärte sie, als sie sich wieder aufrichtete. Nun war sie sich sicher, wohin es gehen würde, und síe würde auf den Navigationszauber stets zurückg´reifen können.

    Shyraska war nicht ganz wohl bei der Sache. Das erschien ihm alles zu einfach. Jeder zweitklassige Magier beherrschte wirkungsvolle Suchzauber, und auch, wenn er Lanarys für durchaus fähig hielt, bezweifelte er, dass ausgerechnet Devanthar, Dämonen, die man nicht umsonst als Meister der Täuschung fürchtete, so leicht aufzuspüren waren.
    Sein Blick fiel auf Lucis. Der Krieger ging schon seit längerer Zeit etwas abseits der Gruppe, er schien intensich über etwas nachzudenken. Seine Gesichtszüge verrieten mehr und mehr, dass er äußerst angespannt war. Was beschäftigte oder gar verunsicherte den Paladin nur so sehr?
    Talmalkira strahlte hingegen eine Selbstsicherheit aus, die zu ihr zu gehören schien wie ihr vielsagendes Lächeln. Die beiden schien etwas zu ahnen.
    Schließlich nickte die Frau und ging auf Lanarys Aussage ein: "Dann sollten wir keine Zeit verlieren. Was auch immer wir suchen, es ist zum Greifen nahe."
    Nun war sich Shyraska sicher. Sie tappten geradewegs in eine Falle! Doch wer auch immer sie gestellt hatte, es war nicht Talmakira, dennoch schien sie um deren Existenz zu wissen. Was plante sie nur.
    Schließlich war es Lucis, der das Wort ergriff. "Was wollt Ihr? Meint Ihr, es entgeht uns, dass Ihr uns die ganze Zeit an der Nase herumführt?"
    Gebannt blickte Shyraska zu den beiden Menschen. Was ging hier nur vor? Und wie würde sich diese Situation entwickeln?
    Talmakira lächelte. "Du bist es, der uns alle hier die ganze Zeit an der Nase herumführt Länger spiele ich das Spielchen nicht mehr mit."
    Das Folgende geschah nun schnell: Mit einer fließenden Bewegung griff Talmakira in eine Tasche ihrer Hose und zog einen kurzen Dolch hervor. Ehe Lucis die Waffe bemerken und darauf reagieren konnte, hatte die Frau ihm das Messer bereits die Kehle durchstochen.
    Lucis war viel zu überrumpelt von dieser Aktion, um überhaupt darauf reagieren zu können. Seine Augen weiteten sich vor Überraschung, doch es lag kein Schmerz in seinem Blick. Als seine Hand nach seinem Schwert tastete, legte ihm Talmakira den Zeigefinger auf die Stirn, und der Paladin erstarrte in der Bewegung. Sein Blick leerte sich, während auf Talmakiras Gesicht ein Ausdruck von größter Zufriedenheit erschien. Dann zog sie ihre Hand zurück und Lucis fiel vornüber auf den Feldweg.
    "Uns lockst du nicht in eine Falle, Verräter!", flüsterte Talmakira sanft und mit einem Lächeln, das dieser Situation mehr als nur einen Hauch von Ironie verlieh.
    Geändert von The Dark One (19.11.07 um 19:15 Uhr)

  6. #550
    Heavenly Wind
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    {ganz in der Nähe}
    Sie hatte sich schon seit geraumer Zeit an die Fersen der anderen geheftet. Das war nicht schwer - es gab nur wenige Reisende und da sie wußte, wen sie suchte, konnte sie die anderen nicht verfehlen. Sie hatte gewartet, bis sie sicher war, dass von Erzelingen keine Gefahr mehr ausging. Danach hatte sie sich zunächst direkt nach Austädt begeben, nur um festzustellen, dass die anderen dort noch nicht angekommen waren. So war sie der Gruppe von dort aus entgegen gegangen und hatte sie recht schnell gefunden. Der Warg hatte sie zu ihnen geführt, denn das Rudel folgte den Reisenden in weitem Abstand, so dass man es nicht entdeckte.
    Es war für Sashka nicht sehr überraschend, was geschehen war, sie hatte so etwas ähnliches erwartet. Nur wußte sie natürlich nicht, von wem das ganze ausgehen würde. Nun hatte sie ihre Antwort. Hätte man sie in jenem Moment sehen können, wäre einem das süffisante Lächeln aufgefallen, dass sich auf ihrem Gesicht abzeichnete - wie eine Katze, die eben eine Maus verspeiste.
    Einer weniger... dachte sie zufrieden, während sie den anderen weiter schweigend aus ihrer Deckung heraus zusah ...und eine mehr. Ihr könnt gar nicht anders, so verschlagen wie ihr seid.
    Ihr Lächeln wandelte sich zu einem kalten, ausdruckslosen Blick, während sie darüber nachdachte, sich zu zeigen. Jedenfalls ging sie einige Schritte auf die Gruppe zu, um die Reaktionen der anderen besser beurteilen zu können.

    //big sister is watching you

  7. #551
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    Rohazor flog ziemlich tief. In einiger Entfernung war die Gruppe zu sehen. Sie hatten anscheinend angehalten. Das machte es nur leichter, sie endgültig einzuholen. Die rotgeschuptte Echse flog etwas höher. Die Gefahr, unbeabsichtigt jemanden zu verletzten, war ihm doch zu gross. Trotzdem gelang es ihm, relativ dicht über die Anwesenden hinwegzufliegen und, an den Massstäben eines Drachen gemessen, neben ihnen zu landen. Shinara machte sich nicht die Mühe, abzusteigen. Sie streichelte Rohazors Hals und suchte nach bekannten Gesichtern. Mara dagegen hielt nichts mehr auf dem Reittier ihrer Herrin. Mehr schlecht als Recht rutschte sie Rohazors Rücken herunter und lief auf die Gruppe zu. Entsetzen zeigte sich auf ihrem Gesicht, als sie den Paladin, tödlich verwundet, am Boden liegen sah. Rohazor legte sich nieder und betrachtete die Szene. Die Elfe auf seinem Rücken starrte Shyraska an, als wollte sie ihn mit ihren Blicken durchdringen. Tränen liefen über Maras Wangen, obwohl sie den Paladin nur sehr flüchtig gekannt hatte. "Warum nur?"

  8. #552
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    Talmakiras Lächeln war mittlerweile einem nüchternen Gesichtsausdruck gewichen. Ohne mit der Wimper zu zucken, beugte sie sich zum leblosen Lucis herab und drehte ihn auf dem Rücken. Der Dolch steckte noch immer in seinem Hals, und aus dem Schnitt quoll eine silbrige Flüssigkeit.
    "Darum", entgegnete Talmakira emotionslos. "Dieser Dämon war nie Lucis, er hat nur vorübergehend seine Gestalt angenommen, um uns in eine Falle zu locken. Er hat uns alle getäuscht, so auch mich, zumindest einige Zeit lang."

    Shyraska starrte fassungslos zu dem Devanthar herab, der sich als Lucis Aganor ausgegeben hatte. Trotz Sashkas Warnung hatte er damit nicht gerechnet. Dabei war diese Vermutung naheligend gewesen...
    Er betrachtete den toten Gestaltenwandler so gebannt, dass ihm erst nach einiger Zeit auffiel, dass sich Sashka wieder zu ihnen gesellt hatte, wenn auch in einigem Abstand.
    Natürlich... Diese Frau pflegte zu kommen und zu gehen, wie es ihr beliebte, er hatte sich daran gewöhnt. Und sie hatte es gewusst, woher auch immer. Hatte es ihr Na'Ralee verraten? Das Orakel hatte er zwar seit ihrem Aufenthalt in Tylenia nicht mehr gesehen, doch er traute der Hochelfe durchaus zu, dass sie diese Situation hatte gesehen kommen...
    Vor allem irritierte Shyraska jedoch der Drache. Was ging nun wieder vor? Mara war plötzlich verschwunden, nur um auf dem Rücken dieses Urtiers zurückzukehren. Doch der tote Devanthar hatte all seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, so dass er gar nicht wusste, über was er erstaunter sein sollte...
    Geändert von The Dark One (19.11.07 um 20:09 Uhr)

  9. #553
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    Rohazor trat näher. Seine Reiterin betrachtete den Toten mit einem prüfenden Blick. Mit einer Kälte, wie sie von einer Elfe wohl kaum zu erwarten war, meinte sie: "Das wird niemals reichen. Einen Devanthar tötet man nicht einfach so. Wartet ein-, zweihundert Jahre und er wird wieder da sein, in einer neuen Gestalt. Was man braucht, ist eine Waffe, die den Devanthar fängt. Zerstört man sie, wird seine Existenz ausgelöscht. Nur wenige beherrschen noch die Kunst, Waffen derartig zu preparieren." Schluchzend lehnte sich Mara an die Flanke des großen Drachen. Sie lauschte seinem Pulsschlag und versuchte, sich zu beruhigen.

  10. #554
    Heavenly Wind
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    //btw. TDO... da ist grad ein Drache gelandet *hust* juckt das keinen? Kommt ja alle Tage vor.

    Sashka lehnte sich entspannt gegen einen großen alten Baum und betrachtete die Szene aus einigen Metern Abstand. Talmakiras Worte ließen ihr ein Lächeln entgleiten, doch sie sagte kein Wort, da die Frau sie noch nicht einmal bemerkt hatte, immerhin wandte sie ihr den Rücken zu.
    Ihr Blick flog zu dem Drachen, der in einem Abstand lag. Ein Jungtier, vielleicht ein paar hundert Jahre alt. Man konnte es kaum sehen, doch über Sashkas Haut floss ein schwaches, schemenhaftes Wabern - man konnte es fast für ein Schattenspiel halten, dass die Sonnenstrahlen erzeugten, die durch die Bäume fielen, wäre es nicht bloss auf ihrer Haut sondern auch auf der Kleidung zu sehen gewesen. Dann beachtete sie ihn nicht weiter, da er keine Anstalten machte, etwas zu tun und anscheinend nur als "Reittier" benutzt worden war... sonderbar vielleicht, aber nicht so ungewöhnlich, dass es sie übermäßig schockierte. Es gab immerhin auch Magier, die auf Dämonrössern "ritten", um schnell voran zu kommen, wenn sie der Teleportation nicht mächtig waren.

    Am Ende ruhte ihr Blick auf Shyraska, ein Blick, der nichts anderes bedeutete, als "hatte ich das nicht gesagt"...

  11. #555
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    Arindor hatte, um das Geschehen besser beobachten zu können, die Form einer kleinen Waldratte angenommen. Er achtete sorgfältig darauf, das seine Magische Aura so weit vermindert wurde, das niemand aus der Gruppe sie spüren konnte-Jedenfalls niemand, der nicht direkt einen Suchzauber auf ihn wirken würde. Und er hatte offiziell verkündet, das er der Gruppe den Rücken kehren würde. So hatte er sichergestellt, das niemand eben jenes tat...
    Er war kurz davor, einzugreifen, als Talmakira dem Paladin, der sie eigentlich angeführt hatte, die Kehle durchschlitzte. Doch als er silbernes Blut daraus hervorquellen sah, mäßigte er sich, um sich nicht zu verraten.
    Lucis sollte ein Devanthar sein? Ein Meister der Täuschung? Wie hätte Talmakira ihn entlarven können? Dem Wissen des Dunkelelfen nach hatte er nichts besonders auffälliges getan, außer (Wie Arindor vor ihm) zu behaupten, das Talmakira die Gruppe direkt in eine Falle lockte. Vielleicht war dies alles nur inszeniert worden?

    Er quiekte kurz auf, als eine zweite Ratte auf einmal auf ihn sprang. Er spürte, das sich etwas unwillkommenes anbahnte, und wandt sich unter dem Nager hervor. Ohne zu zögern biss er der Ratte in die Seite, nur um ihr kurz darauf in den Hals zu beißen. Der Kampf dauerte nicht lange... Bald war die andere Ratte gestorben für ihre Unverfrohrenheit...

  12. #556
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    //@APTX: Bereits editiert. Doch wer sagt dir, dass Talmakira keine Augen am Hinterkopf hat? xD//

    "Glaubt mir, er wird nicht wiedergeboren werden. Er ist tot, für immer", engegnete Talmakira mit einer Stimme, die keine Zweifel daran zuließ, dass sie wusste, von was sie redete. "Es gibt noch weit mehr Möglichkeiten, Seelen an ihrer Wiedergeburt zu hindern."

    Auch Lanarys war mehr als nur überrascht. Was in den letzten Minuten geschehen war, war einfach viel zu schnell gegangen. Lucis war ein Devanthar gewesen. Und er hatte es geschafft, sie fast in eine Falle zu locken, wenn Talmakira ihn nicht daran gehindert hätte. Sie selbst hatte nichts dergleichen gespürt, geschweige denn geahnt!

    Shyraska erwiderte den Blick, doch er wusste nicht, was er nun denken sollte. Wie hatte Talmakira den Devanthar nur entlarven können? Hatte sie es bei all ihrer Selbstsicherheit bereits geahnt?
    Die Frau schien zu ahnen, dass diese Frage jedem Gruppenmitglied förmlich auf der Zunge brannte. Doch sie sagte nichts. Hoffentlich würde sich das ändern...
    Geändert von The Dark One (19.11.07 um 21:10 Uhr)

  13. #557
    Heavenly Wind
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    //Falls das in Bezug auf Sashka gilt, hattest du bereits weiter oben einen Fehler gemacht, den ich gnädig übersehen habe - sie war nämlich de facto noch immer getarnt... ;-)

    Shinaras Worte amüsierten Sashka... und Talmakiras ebenso. So lachte sie ganz leise, kaum hörbar He He He. Ja, genau... kommentierte sie beider Aussagen mit einem schelmischen Schmunzeln, dem sie dann aber nichts weiter folgen ließ.

  14. #558
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    Timdor hatte sich der Gruppe nach Erzelingen wieder angeschlossen, sich aber bisher im Hintergrund gehalten. Nun sah er sich jedoch gezwungen einige Fragen zu stellen.

    Nun, diese ganze Sache kommt mir doch höchst verdächtig vor. Diese... Kreatur mag ein Devanthar gewesen sein. Doch sollen diese ja bekanntlich Meister der Täuschung sein und niemandem aus der Gruppe ist etwas aufgefallen. Warum gerade euch Talmakira?

    Er richtete seinen neuen Stab auf sie und fuhr in einem bedrohlicherem Tonfall fort:

    Man könnte vielleicht sogar die Meinung vertreten, ihr wusstet um seine wahre Gestalt, weil ihr ebenfalls in seinen Plan verwickelt seid. Wie bereits gesagt erstehen Devanthare wieder auf, für seinen endgültigen Tod haben wir nur euer Wort. Wer sagt also, das er sich nicht geopfert hat, um es euch zu ermöglichen unser Vertrauen zu erschleichen? Er musterte sie abschätzig ohne das sich der drohende Stab einen Zentimeter bewegte. Man könnte sogar die Meinung vertreten, ihr führt uns nur in eine größere, besser versteckte Falle, wenn es eine solche überhaupt je gegeben hat!
    Geändert von Murdog (19.11.07 um 21:23 Uhr)

  15. #559
    Heavenly Wind
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    Sashka war zufrieden. Immerhin schien wenigstens einer mitzudenken. Sie selbst lehnte sich sichtlich entspannt zurück und betrachtete die Lage in aller Ruhe. Ihr war es nur recht, wenn die anderen mißtrauisch waren. Sie hatten ja schließlich allen Grund dazu. Natürlich hätte sie die Paranoia Timdors noch weiter anheizen oder sie ein wenig zerstreuen können. Je nachdem, was sie benötigte. Doch in jenem Moment gefiel es ihr gerade so, wie es war, Daher zog sie es vor, ganz ruhig abzuwarten und den Dingen ihren Lauf zu lassen.

  16. #560
    Meisterspieler
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    //Verdammt, ihr verwendet alles gegen mich! >.< Es war gar nicht geplant, dass, daran solche Zweifel entstehen, denn ich habe nicht daran gedacht, dass ihr meine Aussage so auslegen könntet. In diesem RPG gibt es nämlich eigentlich keine Wiedergeburt, nur in seltenen Fällen. Das gilt für Zwerge wie für Devanthar, daher habe ich diese Option bereits ausgeschlossen.//

    "Was ihr denkt, ist mir egal. Doch leg deinen Stab nieder, ich werde dir nichts tun. Niemandem von euch", entgegnete Talmakira ruhig.
    "Sei es, wie es ist. Ich, dass der echte Lucis tot ist. Seine Leiche habe ich bei meinem ersten Besuch in Erzelingen entdeckt, auch wenn ich nicht wusste, um wen es sich dabei handelte. Ich selbst konnte den Häschern nur mit Mühe entkommen. Doch offenbar erinnert sich dieser Devanthar nicht mehr daran, dass ich ihn einmal gesehen habe. Dagegen hat sich sein Gesicht unwiderruflich in mein Gedächtnis eingebrannt. So konnte ich ihn irritieren, bis ich mir sicher war, dass er plante, uns hier und jetzt in eine Falle zu locken."

    Natürlich klang diese Erklärung einleuchtend. Shyraska hatte sich sofort gefragt, wie Talmakira die Tarnung des Devanthars durchschaut hatte, doch er war viel zu sehr damit beschäftigt gewesen, sich über diese Situation zu wundern.
    Eine schwache Stimme erklang. "Er ist tot... Sie sagt die Wahrheit..."
    Shaskara hatte die Augen aufgechlagen. Natürlich hatte sie den ganzen Weg entlang nicht gerdet, doch zumindest war sie wach gewesen und hatte offenbar alles mitverfolgt. "Ich habe Ahnung von solchen Dingen... Immerhin kenne ich meine Verwandtschaft!", erklärte die Halbelfe mit ob ihrer Verfassung erstaunlicher Selbstsicherheit.

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