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Thema: Werwolf V - Lykana

  1. #337
    Wir kommen in Frieden... Benutzerbild von darkgemini
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    NACHT 9


    Mittlerweile konnte er nicht mehr weinen. Sky saß einfach nur noch auf dem Stuhl und ertrug den Schmerz und das Leid. Sein Körper wand sich, versuchte sich noch immer zu befreien, doch seine Seele war tot. Zweimal wurde seine Schwester ebenfalls aus der Zelle genommen und gefoltert, doch sie wurde nicht derart stark misshandelt wie er, zumindest nicht offensichtlich. Er konnte nicht mehr unterscheiden welche Blutlachen auf dem Boden seine eigenen waren und welche zu anderen Opfern von Typhus gehörten.
    „Sky, nicht einschlafen!“ flüsterte ihm Typhus zuckersüß ins Ohr. Seien Augen leuchteten auf, als er langsam ein Stück heißes Eisen auf Skys Oberarm presste. Typhus atmete tief ein, genoss jeden einzelnen Schrei und ergötze sich an Skys Schmerzen. Nach einigen Augenblicken zog er das Eisenstück weg; klebrige Fäden zogen sich bis zu Skys Arm, als sich die Haut löste.
    Eine weitere offene Wund entstellte seinen Körper, er war voll von Ihnen. Wütend zerrte ihn Typhus auf die Beine. „Du kannst es jederzeit beenden!“ Vorsichtig nahm Typhus die Hand seines Opfers und strich mit dieser zu Skys Tasche, um ihn die verrostete Metallspitze in Erinnerung zu bringen. Eine vollkommen wirkungslose Waffe gegen einen Wolf, jedoch tödlich gegen einen Menschen. Wie oft hat sich Sky ausgemalt die Spitze mitten in Typhus Auge zustechen, sie so tief es ging hinein zu bohren und wieder und wieder damit auf das Gesicht seines Peinigers einzuschlagen, doch er war realistisch genug um zu wissen, dass ihn Typhus packen würde, ehe er die Spitze auch nur in seiner Tasche ertasten könnte.
    Sky hob seinen Kopf und blickte direkt in Typhus dunkle Augen. Der wahnsinnige Wolf musterte ihn neugierig und wartete auf eine Bestätigung, die Sky bislang verweigerte, und verweigern würde. Plötzlich spuckte ihm Sky mitten ins Gesicht. Eine tiefe Befriedigung erfüllte ihn, als hätte er all die Folter nur für diesen einen Augenblick erduldet. Typhus verlor die Beherrschung über sich und schleuderte Sky gegen die kalte Felswand, sein Kopf schlug auf und er sackte zu Boden. Benommen blieb er liegen.
    Typhus hörte, wie hinter ihm jemand das schwere Schloss öffnete und eintrat. Er hasste es gestört zu werden.
    „Lykana ist da, sie wünscht Dich sofort zu sprechen!“
    Überrascht fuhr der Wolf herum. Lykana kam so gut wie nie zu ihm, sie verurteile seine Methoden, und hätte Lucius nicht stur auf seine Anwesenheit bestanden, hätte Typhus den Düsterwald verlassen müssen. So wurde ihm wenigstens ein Uraltes Kellergewölbe eines verlassenen Kerkers unweit der Burg überlassen, den er zu seinem Quartier umgewandelt hatte.
    Mit einer Kopfbewegung verwies er auf Sky und befahl ihn zurück in seine Zelle zu schaffen. Ein ungutes Gefühl breitete sich in ihm aus, als er nach oben schritt und zaghaft die Tür öffnete.
    Lykana stand mitten im Raum, ihr langes, weißes Kleid war Stellenweiße zerrissen, ihr Haar fiel i Strähnen herunter. Dennoch wirkte sie unnatürlich stark, unnahbarer als jemals zuvor. Typhus spürte, dass eine tiefe Veränderung vonstatten gegangen sein musste.
    „Lucius wurde umgebracht. Patterknife. Ich werde ihn seiner gerechten Strafe zuführen!“ klärte Lykana ihn über die letzten Ereignisse auf. „Was macht das Ritual?“
    „Ich arbeite daran, allerdings erweist es sich als wesentlich schwieriger…“
    „Wenn es zu schwierig ist, seid Ihr die falsche Person für diesen Auftrag!“ unterbrach sie ihn. „Lucius hat Euch vertraut, deshalb werde ich es auch tun. Sorgt dafür, dass das Ritual noch heute anläuft, wir brauchen eine Alternative zum Omega Hequtum. Ich selbst werde mit dem Gamma Trupp gegen Lemas ziehen, das Hequtum zurückerobern und Patterknife konfrontieren!“
    „Aber der Gamma Trupp? Eine so große Anzahl Soldaten in einem direkten Angriff jetzt zu Page Rankingäsentieren…“
    „Wir sind so weit. Wir haben lange genug gezögert. Ich werde nicht länger warten und riskieren, dass weitere Werwölfe fallen. Sorgt für das Ritual! Und schickt einen Boten zum Hohen Rat, er soll dem Upir eine Nachricht übermitteln. Sagt ihm, dass wir ihn mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln im Krieg unterstützen werden!“
    Ohne eine weitere Frage abzuwarten ließ Lykana Typhus mitten im Raum stehen. Er ballte seine Hände zu Fäusten, kleine Äderchen traten an seiner Schläfe hervor. Er würde den Willen der beiden Geschwister brechen, koste es was es wolle. Mit einem kräftigen Schlag auf den Tisch verleite er seiner Aggression etwas Freiraum und kehrte in die Untergeschosse zurück.

    Lupita befand sich zum ersten Mal in Hinotos Traum. Fasziniert blickte sie sich um, zwar besaß auch sie leichte seherische Fähigkeiten, doch ihre Gefühle reichten für Vorahnungen, ihren einzigen prophetischen Traum hatte sie letzten Monat über den Schlüssel, doch als sie Hinotos Stimme vernahm, wurde ihr bewusst, dass es nicht ihr Traum war.
    „Also, was ist geschehen?“ fragte Rachel unbekümmert. Demonstrativ trat sie mit verschränkten Armen vor die Gruppe zu der weißhaarigen Traumwandlerin.
    „Der Siegelwächter der Menschen wurde von den Wölfen getötet.“ berichtete diese.
    „Aber dann müsste doch ein Neuer berufen worden sein? Sagtest Du nicht, dass nach dem Tod eines Wächters ein Nachfolger bestimmt wird?“ verlangte Rachel zu erfahren. Mittlerweile war auch der Rest der Gruppe näherer heran getreten.
    „Ja, immer in der Nähe des Hequtums. Doch dass muss nicht unbedingt in Lemas sein. Vielleicht st es ein Bewohner der Stadt, vielleicht ist es jemand, der sich der Stadt nähert. Ich brauche Zeit um den neuen Wächter zu finden und bis dahin sind unsere Chancen sehr gering.“ Leise fluchend drehte Rachel sich zur Seite, die Enttäuschung und Frustration stand allen ins Gesicht geschrieben.
    Lediglich Lupita bewahrte ihre Haltung: „Was genau ist der Schlüssel?“
    „Der Schlüssel ist ein Werkzeug, geschaffen von dem alten Orden, der das Omega Hequtum bewachen sollte. Mit Hilfe des Schlüssels lassen sich die Siegelwächter identifizieren.“
    „Deshalb hast du mich hierher gelockt. Ich sollte helfen den Orden zu finden. Deshalb schicktest Du mir auch diesen Traum.“ stellte Lupita fest.
    „Ja. Nach Zurinas Tod wurde eine Prophetin in Kampfsituationen unerlässlich. Solange ihr für die Sicherheit des Omega Hequtums sorgt haben wir Zeit. Lykana ist als Wassermagierin erwacht, sie wird gegen Lemas ziehen. Findet den Orden, noch besteht Hoffnung.“ Damit löste sich die Vision auf und alle fanden sich wieder in der alten Kammer.
    Rachel setzte ihre lederne, umgebundene Tasche vorsichtig auf den Tisch und legte das Omega Hequtum frei. Ehrfürchtig strich sie über die schwarze Skulptur mit den weißen Steinen. Selbst in seinem ruhenden Zustand ging eine ausgesprochen starke und anziehende Macht von ihm aus.
    „Ihr findet, dass ich eine Belastung bin.“ stellte sie ruhig fest. „Das habt ihr mir alle deutlich zu spüren gegeben. Dann seht zu, wie ihr alleine zu recht kommt.“
    „Rachel, es ist der falsche Augenblick um wegen verletztem Stolz…“
    „Du verstehst nicht, Pandora. Ich bin fertig mit euch!“ zischte die Jägerin.
    Ohne eine weitere Reaktion abzuwarten verließ Rachel den Raum, entschlossen, dieses Kapitel endgültig hinter sich zu lassen.

    Resignierend sank Grenchler auf sein Bett. Nach dem Angriff des schwarzen Wolfes gab er die eigenständige Suche nach der Jägerin oder dem Wächter auf. Den Schlüssel trug er stets bei sich, deshalb musste er sehr besonnen vorgehen. Noch einmal holte er ihn aus seiner Tasche: Eine kleine granitähnliche Kugel, in einer bläulich- grauen Färbung. Es war beinahe unvorstellbar, zu was für einer Kraftquelle diese Kugel führen konnte. Sanft legte der Priester den Schlüssel zurück in eine schützende Hülle, zwar wirkte er hart wie Stein, war jedoch beinahe so zerbrechlich wie Glas.
    Ungeduldig schwang er sich aus dem harten Bett und lief im Zimmer auf und ab. Der Hohe Priester hatte es ihm strengstens untersagt nach Sonnenuntergang den Raum zu verlassen, doch Grenchler hielt diese Warterei nicht mehr länger aus. Er wurde wegen seines Spürsinns und seiner Geschicklichkeit für diese Aufgabe ausgewählt, und er würde sie erfüllen.
    Leise hob er den Holzriegel an der Tür und spähte in den Korridor, konnte jedoch aufgrund der Schwärze kaum etwas erkennen. Sein Herz schlug immer schneller, die Nervosität wuchs, obwohl es eigentlich keinen Anlass gab. Noch einmal überdachte er seine Handlung; Es war gefährlich in der Nacht hinaus zu gehen, andrerseits würde er, wenn er weiterhin nur herumsitzen würde, nichts weiter als eine Zielscheibe abgeben.
    Vorsichtig trat er in den dunklen Gang, die Fenster waren versperrt, kein Licht drang hier herein. Nahezu blind tastete sich Grenchler vorwärts, als eine Stimme an sein Ohr drang. Der Priester drehte sich um und beschloss der Stimme zu folgen. Außer ihm und dem Hohen Priester durfte sich niemand mehr in dem Gebäude befinden, um keine Aufmerksamkeit zu erregen, doch die Stimme gehörte eindeutig einer Frau.
    Endlich ertastete er die Tür, hinter der sich die fragwürdigen Personen befanden, sein Herz blieb beinahe stehen, als er die zweite, ihm überraschend vertraute Stimme vernahm. In diesem Moment wurde die Tür aufgerissen und Grenchler stürzte herein.
    „Wenn Dun uns schon hinterher spionieren willst, dann erledige dies unauffälliger.“ spottete sein Ordensbruder Varancé. Grenchler sah nur, wie eine grünlich schimmernde Gestalt buchstäblich in der Luft verschwand.
    „Was hat das zu bedeuten?“ stotterte er und stand auf.
    „Eigentlich ist es nur Auserwählten gestattet einen Blick auf unsere große Herrscherin Xel’lotath zu werfen, sieh dies als Eherngabe!“ verkündete Varancé stolz.
    „Es ist das selbe Licht, dass auf dem Marktplatz herrschte, als der Stadthalter umgebracht wurde.“ erkannte Grenchler.
    „Gewiss, es war auch derselbe Dämon, der dahinter steckt, Du Narr. Der heilige Orden wie Du ihn kanntest existiert nicht mehr. Mit Hilfe meiner Ordensbrüder werden wir eine neue Ära einleiten, eine Ära unter der weisen Herrschaft von Xel’Lotath!“
    Varancé steigerte sich mehr und mehr in einen wahnhaften Zustand, während Grenchler seine Möglichkeiten durchging. Es handelte sich buchstäblich um einen Pakt mit dem Teufel, er musste den Schlüssel in Sicherheit bringen! Welche Ironie, dass gerade diejenigen, die ihm helfen sollten, sich als seine erbittertsten Rivalen herausgestellt haben.
    „Während Du Dich mit einigen Wenigen abgekapselt hast, um den Schlüssel zu schützen habe ich die Chance genutzt um den Orden zu reformieren. Mittlerweile sind beinahe alle involviert, und die Wenigen übrigen werden sich uns bald anschließen!“
    Grenchler nutze die Chance und entschied sich für einen direkten Angriff, doch er hat Varancé bei weitem unterschätzt. Mühelos warf dieser ihn zu Boden und zog einen seltsam verzierten Dolch hervor. Grenchler spürte, wie das Metall sein Fleisch zerschnitt, als ihn Varancé niederstieß, direkt unterhalb einer Niere. Schweißperlen traten auf seine Stirn, der Raum begann sich zu drehen.
    Das Gesicht seines Ordensbruders glich immer mehr der scheußlichen Fratze eines Dämons. Ein unheilvolles Grinsen breitete sich auf ihm aus, als er den Dolch wieder herauszog und das Blut teils ableckte und den Rest an seiner Wange abwischte.
    Der Priester wusste, dass es seine vermutlich einzige Möglichkeit zur Gegenwehr war. Innerlich bat er um Vergebung, als er das Kreuz, dass um seinen Hals hing umklammerte und direkt auf Varancés linkes Auge stach. Mit einem Aufschrei sprang dieser zurück und hielt sich die Hand vor die blutende Augenhöhle. Grenchler ignorierte den stechenden Schmerz in seiner Seite und raffte sich auf. Mit der Kraft der Verzweiflung griff er nach dem Dolch und sprang auf seinen Ordensbruder zu. Varancé versuchte ihn abzuwehren, doch er war durch die Verletzung zu sehr beeinträchtigt. Mit einem gezielten Schlag riss Grenchler dem Verräter die Kehle auf, sofort schoss das Blut heraus und tränkte den Boden in unheilvoll dunkle Farben.
    Varancé sackte zu Boden, sein Gesicht erblasste, doch er lächelte: „Ihr werdet niemals gewinnen können!“ keuchte er, bevor ihn sein Lebensgeist verließ.
    Erschöpft sackte der Priester zu Boden und hielt sich die immer stärker blutende Wunde zu.
    „Was ist geschehen?“ fragte der Hohe Priester bestürzt hinter Grenchler. Der Lärm des Kampfes hatte ihn angelockt, und seine schlimmste Vorahnung bestätigte sich.
    „Varancé war ein Verräter. Er stand im Bunde mit einem Dämon, wie scheinbar mehrere unserer Ordensmitglieder.“
    Ein sonst so harmloses Geräusch jagte Grenchler nahezu tödliche Angst ein; ein simples Klicken des Schlosses, als der Hohe Priester die Tür ins Schloss fallen ließ. „Nein!“ stammelte der Priester wissend, eine Träne lief seine Wange herunter.
    „Ich gratuliere!“ sprach der Hohe Priester Flox überraschend kraftvoll, „Eigentlich habe ich gehofft, dass ihr euch beide umbringen würdet! Doch dieses Problem lässt sich schnell beheben!“
    Grenchlers Körper begann zu zittern, als er den Kopf langsam herumdrehte. Die Augen des Hohen Priesters färbten sich, seine Gewänder zerrissen, sein Rücken verkrümmte sich. Zahleiche Muskeln umsäumten seinen Körper, welcher von einem dichten schwarzen Fell bedeckt wurde. Aus durstigen, blutroten Augen blickte er den Priester an, um sich kurz darauf auf ihn zu stürzen.

    Silence trat an das mit Steinen umrahmte Ufer eines sehr schmalen Baches mitten in der Stadt. Sie konnte es noch immer nicht fassen, dass der Alptraum von vorne begann. Doch er würde niemals enden, bis all ihre Gegner vernichtet waren, und selbst dann nicht. Sie ging konzentriert noch einmal alle bisherigen Geschehnisse durch, und so bemerkte sie nicht den dunklen Schatten, der zwischen zwei Sträuchern wenige Schritte hinter ihr lauerte. Sie hörte nicht das verräterische Klicken des sich anbahnenden Todes.
    Vorsichtig spannte Nicci die Armbrust. Wieder kamen die Erinnerungen an ihren Verlobten hoch, Erinnerungen, wie Silence und Nyx ihn kurz vor ihrer Hochzeit buchstäblich abgeschlachtet haben!
    Mit ihrem freien Handgelenk wischte sie sich eine Träne aus dem Auge, sie nahm sich vor, dass es die Letzte sei würde, und zielte exakt auf den Kopf der dunkelhaarigen Frau. Zu lange hatte sie auf diesen Moment gewartet, zu viele Rückschläge musste sie wegstecken, aber jetzt nicht, jetzt nicht mehr!
    Mit einer tiefen Genugtuung drückte sie ab.


    ERGEBNIS DER NACHT:

    Der böse Hexer (Alchimist) und Bürgermeister Alpha Zen wurde gefressen
    Er bestimmte Renan zu seinem neuen Nachfolger.

    TAGESBEGINN


    Darks kleine Notizecke:
    FINALE ^^ Egal wer heute stirbt, heute ist der letzte Tag, genießt es meine lieben Mitbürger *umschau, komisch, kaum noch einer da o.O*
    Wir haben noch einen Grund zum feiern, 9 Tage lang WW und die Länge des letzten RPGs wurde eigentlich schon gestern überschritten ^^
    Na dann, bringt es zu einem Schönen Abschluss !!!!
    Geändert von darkgemini (9.5.07 um 23:21 Uhr)
    Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt~Mahatma Gandhi

    *Die Königin der tausend Jahre* ~ Fans und Folgen immer gerne gesucht *Als die Tiere den Wald verließen*Sailor Moon*Lady Oscar*Anne mit den roten Haaren*Kleine Prinzessin Sara*Katri/Katholi ~Das Mädchen von der Farm*Mila*Eine fröhliche Familie*Perrine*Robin Hood*Pollyanna*Niklaas*Heidi*Marco*

  2. #338
    ineffectual
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    ?? Ich denke das Spiel war gestern schon beendet?
    Schließlich, sind es noch zwei Wölfe und ein Bürger?

    Gratuliere Grench und Renan, das habt ihr wirklich gut gemacht.
    Wobei mich nur interessieren würde wer der Wolf und wer der GZ war.

    DARK!!!!!!!! Beeile dich mit deinem RPG.
    Der heutige Tag bringt doch nur meinen Tod
    Geändert von Honoré (9.5.07 um 08:23 Uhr)
    "Nichts ist auf dieser Welt gerechter verteilt als der natürliche Menschenverstand. Jeder denkt, genug davon zu besitzen."

  3. #339
    Wir kommen in Frieden... Benutzerbild von darkgemini
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    *hetze* *renn*

    ja ja, zop, bin ja am RPG tippen ^^
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  4. #340
    bIyaj'a'? Benutzerbild von Nicci
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    Na, jetzt habt ihr endlich den Beweis für mein wolfiges Dasein. Ich hoffe, ihr seid zufrieden.

    Und noch viel Glück wünsche ich dem/n übrig gebliebenen Bürger/n.

    <- da ruht sie nun, die Bürgerin, die sich am Schluss wirklich, wirklich Mühe gegeben hat, die Wölfe zu finden.
    yIQeqQo' neH. DoS yIqIp!

  5. #341
    Fullmetal Altersstarrsinn Benutzerbild von Alpha Zen
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    Hier ruht
    endlich

    Alpha Zen

    Damit haben seine dilletantischen Wolffindungsversuche glücklicherweise ein Ende...

    "They say, love is the most powerful force in the universe.
    I'm trying to harness it to make weapons of mass destruction."


  6. #342
    The Reggae Boyz Benutzerbild von Renan
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    Hm, die Bürger haben dem zu Folge verloren, so ein mist und ich hab mich gestern noch umentschieden...
    Zop, brauchst gar nicht so scheinheilig zu tun, mein Schuss geht jedenfalls heute trotzdem erst mal auf Grench, auch wenn man sich ja denken kann, wer heute stirbt(von 2 Stimmen gegen 1 1/2 überboten --_--)
    Schuss auf Grench?! Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, zu was das jetzt noch gut ist...?
    Don't worry,
    ...
    .


  7. #343
    ineffectual
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    Zitat Zitat von Renan
    Hm, die Bürger haben dem zu Folge verloren, so ein mist und ich hab mich gestern noch umentschieden...
    Zop, brauchst gar nicht so scheinheilig zu tun, mein Schuss geht jedenfalls heute trotzdem erst mal auf Grench, auch wenn man sich ja denken kann, wer heute stirbt(von 2 Stimmen gegen 1 1/2 überboten --_--)
    Schuss auf Grench?! Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, zu was das jetzt noch gut ist...?

    Renan, alles was recht ist. Aber scheinheilig bin ICH nicht.
    Sondern du, du bist doch der GZ. Oder?

    Ansonsten würde doch das Alles keinen Sinn machen?

    Es muss noch einen Wolf und einen GZ geben. Denn das Fressen das ausfiehl! Soweit ich weiß, kann es doch nur dann ausfallen, wenns keine SRen mehr gibt, wenn der GZ gefunden wurde oder die Wölfe sich nicht einigen konnte.
    Dass ein Einzelner Wolf sich nicht einigen kann, das halte ich nun ähm für ausgeschlossen.

    Daher.....??

    Ich danke dir und Grench ja dass ihr mich habt bis zum Schluss leben lassen, denn so konnte ich endlich auch mal einfach nur mitspielen.
    Aber dass Dark nun seine sadistische Ader *grummel* auspackt, bloß weil ich mal meinte, es sei doch ein Spiel im Prinzip erst dann fertig wenn der letzte Bürger hin ist? Das ist doch ein bischen heftig.

    Ich halte ihm zugute, dass die lange Spielzeit vermutlich dazu führte, dass er mit seinem RPG nicht nachkam und daher heute noch meiner Massakrierung zusehen will
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  8. #344
    Unendlichkeit Benutzerbild von Grenchler
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    Glaubt es, oder glaubt es nicht, ich bin KEIN Wolf. Wobei die pelzigen Genossen Zoper und Renan das ja wohl mit Sicherheit wissen.
    Warum geht das Spiel überhaupt weiter, ich bin ja der einzige Überlebende Bürger....O.o

    Gibts vielleicht doch nur noch einen Wolf? Dann müsste es Zoper sein.....Schuss auf ihn.

    Renan, wenn Zoper und ich beide Wolf sein sollten, ist es für dich sowieso egal, auf wen du schießt.....also tu mir den gefallen und schieß mit auf Zoper!
    Geändert von Grenchler (9.5.07 um 17:23 Uhr)

  9. #345
    Wir kommen in Frieden... Benutzerbild von darkgemini
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    Da meine chefin die brilliante idee hatte mir arbeit zu geben kurz bevor ich gehen wollte verschiebt sich die lynchung um ein paar minuten (betone: nur paar minuten, also net zu lange)
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  10. #346
    The Reggae Boyz Benutzerbild von Renan
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    Zitat Zitat von Grenchler
    Glaubt es, oder glaubt es nicht, ich bin KEIN Wolf. Wobei die pelzigen Genossen Zoper und Renan das ja wohl mit Sicherheit wissen.
    Warum geht das Spiel überhaupt weiter, ich bin ja der einzige Überlebende Bürger....O.o

    Gibts vielleicht doch nur noch einen Wolf? Dann müsste es Zoper sein.....Schuss auf ihn.

    Renan, wenn Zoper und ich beide Wolf sein sollten, ist es für dich sowieso egal, auf wen du schießt.....also tu mir den gefallen und schieß mit auf Zoper!
    LoL, dann sind wir ja schon drei...
    Nun, da kommt mir doch meine geniale Idee von gestern wieder in den Sinn Der Wolf hat sich nicht geeinigt... so merkwürdig das auch klingt, wenn er einfach nichts abschickt und dark würde das doch sicher zu Gunsten der Verwirrung fördern, dann wird auch niemand gefressen...
    Nicci gerät unter Verdacht bzw. der Verdacht geht weg von Zoper oder Grenchler... nur hätte das Grenchler wirklich getan?! Hatte er vll aus Zeitgründen einfach seine PN vergessen und es war keine Absicht?! Ich bin mir nicht sicher und mein Schuss wird geheim ausfallen *hehe* xDD
    Zoper, glaub mir, wenn ich Wolf wäre und noch einen Kumpanen hätte, dann hätte ich längst laut aufgelacht und mich zu erkennen gegeben...
    so far
    Don't worry,
    ...
    .


  11. #347
    Wir kommen in Frieden... Benutzerbild von darkgemini
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    ERGEBNIS DER LYNCHUNG:

    Grenchler schoss auf Zoper
    Renan und Zoper schossen auf Grenchler

    DER BÜRGER GRENCHLER WURDE GELYNCHT

    NACHTRUHE

    DAS SPIELERGEBNIS SOWIE DIE IDENTITÄT DES WOLFES WÜRDE ICH GERNE MIT DEM NACHTPOST POSTEN, MIT DEM LETZTEN FRESSEN, UM DAS RPG FERTIG ZU BEKOMMEN. ICH HOFFE DAS IST OK FÜR EUCH UND IHR GÖNNT MIR NOCH DIE PAAR STUNDEN SL SEIN ^^
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  12. #348
    Elite-Spieler Benutzerbild von Gihon
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    Zitat Zitat von darkgemini
    DAS SPIELERGEBNIS SOWIE DIE IDENTITÄT DES WOLFES WÜRDE ICH GERNE MIT DEM NACHTPOST POSTEN,
    HuHu, ähm wo bleibt dieser Nachtpost. Du bist doch nicht durch die Bühne geplumpst? Oder?

    Ich weiß ich spamme quasi gnadenlos, aber ich will jetzt wissen wie es ausgegangen ist. Und ob die arme Sil nun tot ist. Was aus Rachel wurde usw.

    Sieh es als Fanpost an.

  13. #349
    Wir kommen in Frieden... Benutzerbild von darkgemini
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    Ich bin eingeschlafen Naja, habe vorher ne Großteil geschrieben, argh, , hier erstmal das Ergebnis:

    ERGEBNIS DER NACHT:

    Werwolf Zoper fraß den Bürgermeister und Bürger Renan auf.

    WOLFSSIEG


    Gratuliere, die Wuffis haben ihn sich hart erkämpft und verdeint ^^

    SPIELENDE


    Das RPG wird in 2 Teilen heute fertig gepostet. FF; bitte schließe erst dann den Thread, Diskussionen zum Game bitte in der Dorfkneipe. Und um gleich mal das Rätsel zu lösen: Zoper hat das Fressen verweigert in der Hoffnung es wird ein falscher GZ gesucht. Auf den GZ habe ich diesesmal wegen den Siegelwächtern vergessen, weil diese ja zu Wölfen werden konnten (und die Wuffis sonst zu stark wären).

    Mir hat die Runde seeehhr viel Spaß gemacht, habe mich teilweise total kaputtgelacht. Auch fand ich es sehr schön, dass viele Spieler aus der Reserve gelockt wurden und sich sehr gut beteiligten (Dead Girl, Flox, Renan, Nicci, Alpha Zen, eigentlich alle xD ....)

    Sodele, dann das RPG Finale nach der Arbeit...
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  14. #350
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    FINALE: TEIL 1


    In letzter Sekund drehte sich Grenchler zur Seite, als die Pranken des ehemaligen Hohen Priesters auf dem Boden einschlugen. Wild wirbelte Flox herum und musterte den Priester, der nach dem Kampf mit Varancé immer mehr Blut verlor. Mit einem Satz war er bei ihm. Langsam grub der Werwolf seine Krallen tief in Grenchlers Bein, als er näher an sein Gesicht heran kroch. Die scharfen Zähne des Werwolfes waren nur Zentimeter von Grenchlers Gesicht, Speichel tropfte auf ihn nieder, gefolgt von dem fauligen Geruch des Atems der Kreatur. Ein letztes Mal musterte ihn der Wolf hämisch, als er zum Biss ausholte. Ein breiter Blutschwall spritze gegen die Wand. Überrascht öffnete der Priester die Augen, als das Gewicht auf ihm mit einem Mal nachließ.
    „Kannst Du laufen?“ fragte ein ihm unbekannter Mann und zielte mit seiner Armbrust weiterhin auf den Wolf. Eine Hellbarde war neben ihm an der Wand angelehnt. Sowohl der Mann als auch der Wolf ließen sich gegenseitig nicht aus den Augen.
    „Lauf!“ forderte der Mann den Priester auf. „Lauf so schnell Du kannst, such Dir ein Versteck und verschanz Dich dort. Mit etwas Glück triffst Du auf Rachel.“
    „Aber ich kann doch nicht…“ versuchte der Priester zu widersprechen, wurde jedoch von einem eisigen Seitenblick des Mannes unterbrochen. Glücklicherweise war sein Bein nicht so schwer verletzt wie sein Oberkörper, so konnte er humpelnd laufen und verließ das Gebäude, wie es ihm aufgetragen wurde, während Silur weiterhin seinen Kontrahenten musterte. Er bemerkte, wie Flox seine Muskeln anspannte und zum Gegengriff ansetzte, blitzschnell griff er zur Hellbarde und wand sich dem Werwolf wieder zu.
    Flox war nach dem Kampf mit dem Priester in einem schieren Blutrausch. Mit seiner ganzen Kraft heulte er laut auf, die Intensität war so hoch, dass sich Silur die Ohren zu halten musste. Diesen Moment hatte der Werwolf abgewartet und stürzte sich auf seinen Feind. Silur wusste, dass ihm Flox keine Chance geben würde, er holte mit der Hellbarde aus, war jedoch zu langsam und wurde gegen die Wand gepresst. Mit einem lauten Knall fiel seine Waffe zu Boden. Flox Augen glühten noch intensiver in einem todbringenden Rot, doch ein Lächeln in Silurs Gesicht ließ ihn Verharren. Ein seltsames Tropfgeräusch drang an sein Ohr, ehe Flox den Schmerz in seinem Bauch registrierte. Erst jetzt wurde ihm der tödliche Fehler bewusst, während er sich auf das Ausweichen vor der Hellbarde konzentrierte, hatte Silur ein weiteres Messer gezogen und es ihm Mitten in Floxs’ Bauch gerammt. Mit einem Ruck schlitze der Gehilfe der Baronin die Bauchhöhle weiter nach oben auf, bis der Wolf zusammensackte. Zufrieden beobachtete Silur sein Werk und hob die todbringende Waffe. Flox versuchte ein letztes Mal mit seiner Pranke auszuholen, wurde jedoch von seinem Rivalen festgetreten. Silur zielte mit der scharfen Kante seiner Hellbarde direkt auf den Hals des Wolfes, holte weit nach oben aus und ließ sie niedersausen. Mit einem Schlag waren Knorpel, Knochen und alle weiteren Hindernisse durchtrennt.

    Die Fassade hätte nicht scheinheiliger wirken können. Alles in den Gemächern der Baronin wirkte rein, die Türen waren weiß, die Wände hell gehalten. Zahlreiche Goldverzierungen rundeten das Bild ab. Nur Silur wirkte fehl am Platz, seine dunkle Kleidung war zerrissen, das Gesicht blutverschmiert. Erschöpft klopfte er an der Tür und trat auf ihr Kommando hin ein.
    Baronin Mikako stand an einem großen Fenster und blickte auf die Stadt nieder, Sie trug ein sehr weites, orange- gelbes Kleid mit dunkelgrünen Smaragden verziert. Ihr langes Haar war zu einer kunstvollen Hochsteckfrisur drapiert.
    „Es ist vorbei, der Hohe Priester wurde eliminiert.“
    „Ausgezeichnet!“ lächelte Mikako kühl. „Damit wurden alle wichtigen Verbindungspersonen der Werwölfe ausgeschaltet. Sobald ich Lord Harmswordges Nachfolge angetreten habe, werden sich die Werwölfe an mich wenden und wir können mit der Schaffung der Kolonie beginnen! Es ist an der Zeit diese Stadt zu verlassen, Silur. Bereite alles vor, wir brechen noch heute auf!“
    „Sehr wohl, Mylady!“ erwiderte er und verließ den Raum.
    Mikako schritt zu ihrer Kommode hinüber und betrachtete sich im Spiegel. Sanft strich sie über ihre abgebildete Wange. Ja, sie hatte die perfekte Machtposition, ihre adelige Herkunft, die Verbindung zu den Wölfen, und vor allem das Wissen, dass sie im kommenden Krieg als neu ernannte Siegelwächterin der Menschen eine entscheidende Rolle spielen würde!

    Ein trübes Dämmerlicht hüllte Lemas ein. Die Straßen waren grau gefärbt, bedeckt durch eine Brühe aus Schnee und Dreck, die Häuser wirkten in dem Matten Licht Verrußter und schmutziger als sonst. Fröstelnd rieb sich Rachel die Ellenbogen und trat von einem Bein auf das andere.
    „Und Du bist dir sicher dass es nicht mehr sind?“ fragte die verhüllte Gestalt.
    „Ja!“ erwiderte Rachel. „Entscheidend ist jedoch, dass es heute geschieht! Die Nonne ist ihre Anführerin, sobald sie beseitigt ist habt ihr ein leichtes Spiel!“ Die verhüllte Gestalt musterte Rachel ausgiebig und nickte anschließend. „Ich werde alles in die Wege leiten!“ Damit wurde Rachel wieder alleine gelassen.
    Noch vor wenigen Stunden dachte sie, dass sie selbst skrupellos sei, doch dass ausgerechnet diese Person bereit war ihre Kameraden zu verraten hätte Rachel niemals erwartet. Sie wunderte sich, wieso ihr Kontaktmann verhüllt erschien, immerhin konnte ein Tuch keine perfekte Tarnung abgeben.
    Ein langsames, monotones Klatschen hallte durch die verlassene Gasse. Rachel atmete tief ein, als Balthazar an sie heran trat. „Ich gratuliere Dir!“ begann er sie anzusprechen. „Ein Pakt mit den Wölfen, ausgerechnet von Dir, der Jägerin? Ich muss zugeben, nicht einmal ich hätte
    gedacht, dass du zu solchen Mitteln greifen würdest!“
    „Was ich mache geht Dich nichts an!“ erwiderte Rachel brüsk und lief den Weg zu
    ihrem Versteck zurück.
    „Dann erklär mir wenigstens, wieso Du ihnen das Omega Hequtum überlassen hast!“ wollte Balthazar wissen und folgte ihr. Als er sie beinahe eingeholt hatte, drehte sie sich blitzschnell um drückte ihn gegen eine der Wände.
    „Ich sagte Dir doch, dass Du unser nächstes Wiedersehen nicht überleben wirst!“ drohte sie ihm. „Dein Glück, dass ich heute gnädig bin!“ sie ließ ihn los und musterte den Vampir von oben bis unten. „Du musst noch viel lernen! Jetzt, da Pandora das Hequtum hat, wird sie sich sicher fühlen. Die Werwölfe werden sie heute angreifen, am Besten sie töten sich alle gegenseitig, zumindest werde ich mich um die restlichen Überlebenden kümmern! Zwei Fliegen mit einer Klappe! Es ist egal ob die Wölfe eine Falle wittern oder nicht, die Chance, das Hequtum zu erlangen ist zu verlockend. Kenne Deine Freunde, Balthazar, doch kenne Deine Feinde noch viel besser! Pandora hat dem falschen Menschen vertraut, und das wird sie das Leben kosten!“
    „Ich dachte Du verabscheust nur Werwölfe. Ich habe mich geirrt!“ antwortete Balthazar. „Woher stammt nur dieser Hass?“ fragend sah er Rachel direkt in die dunkelgrünen Augen, doch sie wand sich wortlos ab und ließ ihn alleine zurück.

    Die Häuser der Heilung waren abseits des Stadtkerns, direkt unterhalb der Mauer. Zunächst wählte man einen zentralen Platz inmitten von Lemas, doch die Bürger beschwerten sich, aus Angst vor Seuchenausbrüchen. Somit wurden die Kranken verlagert, zur Zufriedenheit der Stadtbewohner, doch die Hilfsbedürftigen selbst wurden mehr und mehr zu Ausgestoßenen.
    Busters Verbände wurden anfangs stündlich gewechselt, mittlerweile ließen die Blutungen nach. Eine Gesichtshälfte war vollkommen entstellt, währen die Andere größtenteils von Brandwunden verschont geblieben ist.
    Zaghaft trat Pandora an seine Pritsche heran und sprach ein stummes Gebet für seine Genesung.
    „Ich bin wach, Du musst nicht schweigen!“ sagte plötzlich Buster. Sine Stimme klang müde und erschöpft. Sein intaktes Auge musterte die Nonne ausgiebig.
    „Wieso? Wieso hast Du das getan? Sie hätte Dich eiskalt geopfert!“ versuchte Pandora zu verstehen.
    „Du begreifst nicht, dass ich meine Entscheidungen durchaus selbst treffen kann und niemandem hinterherlaufe. Mir war bewusst, worauf ich mich einlasse, als ich gegen Dark kämpfen ging und ich wusste auch, wie es vermutlich ausgehen würde. Rachel und ich haben uns darauf geeinigt.“
    Pandora schnaubte unbeabsichtigt auf, doch Buster schien nicht verärgert, als er fortfuhr: „Ich verstehe Deinen Standpunkt, Pandora, drum versuche auch meinen zu begreifen. Auch wenn ich Rachels Beweggründe nicht ganz nachvollziehen kann, ich habe ihr mein Wort gegeben, und ich werde mich daran halten!“
    „Du willst Rachel weiterhin folgen, nach allem was sie getan hat? Das ist Wahnsinn!“ wieder einmal drohte ihr Temperament mit ihr durchzugehen, obwohl die Absichten Ihres Besuches gänzlich andere waren. Aber auch dieses Mal blieb Buster überraschend ruhig und gefasst.
    „Nein Pandora, das nennt man Loyalität!“
    Ehe die Nonne antworten konnte wurde das Gespräch jäh beendet, als die Kirchenglocken anfingen zu Schlagen. Überrascht blickten alle Anwesenden auf, jeder wusste, dass dies kein gutes Zeichen war, nicht um diese Uhrzeitt. Nach und nach setzte jede Glocke der Stadt ein, bis das Läuten in einem Gewalten Donnerhall des Hornes von Lemas endete. Panik brach unter den Bürgern aus, alle rannten hektisch auf die Straßen und versuchten sich in Sicherheit zu bringen.
    „Was hat das zu bedeuten?“ fragte Pandora verwirrt. „Die Stadt, sie wird angegriffen. Eine feindliche Armee nähert sich.“ erwiderte Buster und richtete sich auf.
    „Ich muss zu den Anderen!“ sagte die Nonne und rannte los, sobald sie sich versichert hatte, dass eine der Pflegerinnen Buster beistand.

    Ein entferntes Grollen schallte von den Mauern wieder. Ein fremdartiger Rhythmus näherte sich durch die Wälder, die Lemas umgaben. „Wo wollen alle hin?“ fragte Zoper Lupita und sah den Menschen hinterher, während sie wieder und wieder angerempelt wurden. Beide kämpften sich genau in die entgegen gesetzte Richtung der davonlaufenden Masse; sie wollten wissen, was vor sich ging, sie musste es sehen!

    Angespannt stand Alpha Zen mitten auf dem Stadttor. Das rhythmische Geräusch war mittlerweile direkt an der Waldgrenze, eine hypnotische Regelmäßigkeit hallte und erfüllte das Tal. Alle starrten gebannt in die Richtung, aus der die abwechselnd langen und schnellen Schläge zu kommen schienen. Vereinzelt schimmerten Gestalten durch das Gehölze, bis eine Frau auf einem weißen Schimmel die Waldgrenze verließ und direkt auf das Stadttor zuritt. Nach und nach kamen immer mehr Soldaten hinter ihr zum Vorschein, alle in einer für Alpha Zen fremden, silbernen Uniform, die glänzend die spärlichen Lichtstrahlen reflektierte. Seine Anspannung wuchs, als er die sich immer größer werdende Anzahl der Soldaten vor Augen führte, und ein Ende schien nicht in Sicht. Immer mehr Reiter kamen aus den Wäldern hervor und formatierten sich auf der freien Fläche vor Lemas. Kurz vor dem Stadttor blieb die Frau stehen und wartete, bis sich der gesamte Trupp hinter ihr in eine dreieckige Position gebracht hatte.
    Plötzlich verstummte der Trommelmarsch, eine unheilvolle, bedrohliche Stille lag über der dem Tal, selbst der Wind verstummte für einige Augenblicke.
    Obwohl der Sicherheitsbeauftragte sie noch nie gesehen hat, wusste er, mit wem er es zu tun hatte. Er wusste, dass die Stadt als schwer, geradezu uneinnehmbar galt, doch Lykanas Erscheinen ließ ihn an diesem Glauben zweifeln.
    Auf sein Kommando hoben alle Wachmannschaften ihre Waffen. Wo man auch hinsah, überall waren Soldaten positioniert, die mit Armbrüsten, Bögen, sogar Katapulten auf die Werfwölfe zielten, doch Lykanas Trupp zeigte keine Reaktion.
    Alpha Zen überlegte hin und her, dass bei einer derart ausgeprägten Bewaffnung keine friedlichen Absichten hinter dem Besuch lagen, stand für ihn fest. Andrerseits wollte er diesen Kampf nicht beginnen. Wieder blickte er auf den Angriffstrupp und rang mit sich, wie er sich entscheiden sollte. Er spürte die Blicke seiner Wachmannschaften auf ihm. Der Erstangreifer befand sich häufig im Vorteil, Alpha Zen wollte diese Chance nicht verspielen, dennoch hinderte ihn etwas an der Weitergabe des Befehls.
    Entschlossen schüttelte er den Kopf ab, seine Aufgabe lag in der Verteidigung der Stadt, aktuell war die Gefahr präsenter als jemals zuvor. Er atmete tief durch, streckte seinen Arm aus und ließ ihn mit einem Angriffsaufschrei herunterfallen. Kurz darauf war der Himmel übersät von all den Geschossen, die von Lemas stammten. Doch die Werwölfe standen weiterhin reglos dar. Entsetzt erkannte Alpha Zen seinen Fehler, als die Geschosse ihre Geschwindigkeit reduzierten, zu völligem Stillstand kamen und sich langsam drehend zu ihren Schützen umwanden. Einem lautlosen Kommando gehorchend schossen sie zurück in die Stadt Alpha Zen wurde direkt von drei Pfeilen durchbohrt und gegen die Wand gestoßen. Er versuchte noch einmal all seine Kraft zu mobilisieren um die Soldaten zu warnen, vermochte jedoch nicht mehr zu sprechen und fiel leblos zu Boden.

    Schreiend rannten die Menschen in den hinteren Teil der Stadt, als die erste Pfeilsalve auf Lemas eintraf. Zoper zerrte Lupita hinter sich her, sah sich immer wieder um, doch er konnte Pandora nirgendwo entdeckten. Mittlerweile waren die beiden außer den Soldaten die vermutlich letzten Zivilisten, die sich im vorderen Stadtteil aufhielten. Seine Hoffnung ruhte darauf, dass Pandora in der Kammer auf ihn warten würde.
    „Zoper!“ eine bekannte Stimme ließ ihn aufhorchen und neue Kraft schöpfen, doch die Vorfreude wich einer seltsamen Mischung aus Enttäuschung und Erleichterung. Silence lehnte erschöpft an einer der Hauswände, ihre Kleidung war von Blut durchtränkt, sie selbst presste ihre rechte Hand auf ihren Bauch. Zoper erkannt eine dünne Blutspur, die sich hinter ihr herzog. Zwar war er froh sie wider zusehen, doch nicht in diesem Zustand, und vor allem bedeutete dies, dass Pandora noch immer irgendwo alleine war.
    „Was ist geschehen?“ fragte er und warf einen besorgten Blick zur Stadtmauer, die Umgeben von toten und verletzten Wächtern war. Ein lauter Knall ließ alle zusammenzucken, als eines der Katapultgeschosse in ein nahe gelegenes Gebäude krachte und dieses zum Einsturz brachte. Einige der Soldaten ergriffen die Flucht, als sie realisierten, dass die Angriffe wirkungslos waren.
    „Nicci!“ keuchte Silence. Das Sprechen fiel ihr immer schwerer. „Sie ist hier, sie hat versucht mich umzubringen. Ich hatte großes Glück, als..!“ einen Hustenanfall verhinderte, dass sie den Satz beenden konnte. „Das kannst Du uns später erzählen, wir sollten euch in Sicherheit bringen!“ meinte Zoper.
    „Geh und such Pandora!“ schlug Lupita vor. „Ich bringe Silence zum Bürgerhaus, dort werden wir uns verbarrikadieren und auf euch warten. In diesem Zustand halten wir Dich nur auf.“
    Zoper musste ungern zugeben, dass sie Recht hatte. Eilig warf er Lupita einen dankbaren Blick zu und lief davon, während Lupita Silences Arm um ihre Schulter legte und mit ihr zum Bürgerhaus schritt.
    Das Gebäude war verlassen, die Türen standen offen. Der Weg war anstrengender als erwartet, vollkommen außer Atem half sie Silence sich gegen die Hauswand zu lehnen.
    „Kommst Du alleine zurecht?“
    Mit ängstlichen Augen blickte Silence zu Lupita auf. Es war offensichtlich, dass sie nicht alleine sein wollte, dennoch nickte sie nur.
    „Ich werde mich beeilen!“ fuhr die Zigeunerin fort.
    Beide Frauen sahen sich ein letztes Mal in die Augen, wissend, dass die Chancen auf ein Widersehen äußerst gering waren. Doch Lupita musste Zoper und den anderen Helfen, die Wölfe kamen immer näher, bald würden sie das Stadttor passiert haben, danach gäbe es kein Entkommen mehr.
    Silence blickte noch eine Weile in die Richtung, in der Lupita verschwunden war, ehe ein lauter Knall sie aufspringen ließ. Das Stadttor war dabei zerstört zu werden. Ein weiterer Knall folgte. Lykana drang schneller vor wie als erwartet, Silence biss die Zähne zusammen und verschloss die Tür. Vielleicht würde der Kelch an ihr vorüber gehen.

    Egal was die Soldaten auch einsetzten, es war alles wirkungslos: Katapultgeschosse, Bolzen und Pfeile, sogar heißes Öl versagte. Unaufhaltsam näherte sich Lykana dem alten Stadttor. Bis jetzt war es eher ihr Alleinkampf. Zwar konnte sie die feindlichen Geschosse abwehren, jedoch nur, solange sie alle Geschosse zusammen umlenken konnte. Als wären die Werwölfe von einem unsichtbaren Schutzwall umgeben, wurde jeder Angriff gegen die Schützen selbst gerichtet. Doch hinter den Stadtmauern war es zu eng, Lykana konnte nicht jedes einzelne Geschoss abwehren, und schon gar nicht zwischen eigenen und feindlichen Angriffen in einer vermischten Masse unterscheiden. Dementsprechend hoffte sie, dass die Menschen genügend verunsichert waren und die Flucht ergriffen, ansonsten musste sich der Gamma Trupp in die Schlacht stürzen.
    Sie konzentrierte ihre Kräfte auf das imposante Stadttor. Stellenweise brachte sie es zum Gefrieren, ein lautes Knacken hallte durch das Tal, als einer der Balken brach, dicht gefolgt von dem nächsten. Mit einem ohrenbetäubenden Dröhnen zerbarsten die Holzbalken und sackten in sich zusammen; der Sturm auf Lemas hatte begonnen.

    Mit langsamen Schritten lief Renan die Treppe hinunter. Für ihn gab es nichts mehr, weswegen er sich beeilen musste. Wie konnte es so weit kommen? Nachdem der Lord, der Stadthalter und vermutlich auch der Sicherheitsbeauftragte gestorben waren, unterlag die Stadt seiner Obhut. Es stimmte tatsächlich, dort, wo die Werwölfe auftauchten brachen Chaos und Verderben aus.
    Er wäre gezwungen gewesen für den Rest seines Lebens als Handlanger der Baronin zu dienen, eigentlich bereute er den Ansturm auf die Stadt nicht so wirklich. Überrascht blickte Dark auf, als Renan das Schloss herumdrehte.
    „Die Stadt wird überfallen, Du bist frei. Vielleicht kannst Du noch helfen, oder flieh, mir ist es egal!“ gab Renan monoton von sich.
    „Ich kann nicht kämpfen. Jedes Mal, wenn ich meine Kräfte einsetze, laufe ich Gefahr wieder zu dem zu werden…“ Dark brach den Satz ab und blickte zur Seite. Er bedauerte nicht helfen zu können, aber das Risiko war zu hoch. Beide Männer schwiegen sich an, ehe Dark langsam aufstand und die Treppe hinauf schritt. Sein Gewissen plagte ihn, endlich bot sich eine Gelegenheit, in der er beweisen konnte, dass er aus seinen Fehlern gelernt hatte, doch der Preis wäre einfach zu hoch gewesen! Auf der letzten Stufe wand er sich noch einmal zu Renan um, der sich auf eine der Liegen gesetzt hatte.
    “Was wird aus Euch werden?“ fragte er ihn, doch die ehemalige rechte Hand des Lord gab keine Antwort und starrte weiterhin mit einem leeren Blick vor sich hin.

    Hastig rannte Mikako den Gang entlang, bog ab und folgte einem weiteren, schmalen Korridor. Schweiß lief an ihrer Schläfe herunter, das schwere Kleid wurde mehr und mehr zu einer Last, als sie erneut eine Treppe hoch rannte. Endlich erreichte sie den höchsten Punkt des Turmes, zwei Wachmänner versperrten ihr den Weg.
    „Wir müssen sofort die Kapitulation ausrufen!“ keuchte sie.
    „Dazu sind wir nicht befugt!“ sagte einer der Männer.
    „Und wer ist befugt?“ erwiderte sie mit einem aggressiven Unterton. „Lord Harmswordge ist tot, alle Soldaten, die am Stadttor waren, vermutlich auch, Renan ist unauffindbar! Lykana wird die ganze Stadt auslöschen, wenn wir nicht sofort handeln!“
    Einer der Männer trat nervös von einem Bein auf das andere, während der Andere stur verharrte.
    „Wir haben keine Zeit.“ drängte Mikako weiter. „Ich bin Baronin und die Nachfolgerin von Lord Harmswordge, ich könnte Euch befehlen mich durchzulassen, doch ich würde mich wohler fühlen, wenn ihr mir einfach vertraut.“ Endlich wich auch der zweite Wachmann zur Seite.
    „Danke. Wir müssen sofort das Horn blasen, die Soldaten müssen die Kämpfe einstellen! Vielleicht können wir noch einige retten.“ befahl sie mit Erleichterung.
    Sofort rannten die beiden Wachmänner in den kleinen Raum, während sich Mikako an die Wand lehnte und erschöpft nach Luft schnappte. Sobald das Kapitulationssignal ertönte, müsste sie den ganzen Weg zurückeilen, aber die Mühe lohnte sich.
    Hätten die beiden Wachmänner einen kurzen Moment zu ihr rüber gesehen, so wäre ihnen das diabolische Lächeln, welches ihre Lippen umspielte, nicht entgangen.

    Pandora riss hektisch den Teppich zur Seite und hebelte die einzelnen Holzdielen heraus. Sie wusste, dass ihr nicht mehr viel Zeit blieb! Die Schreie verstummten, der Tod breitete sich aus. Endlich war die Lücke wieder groß genug und sie holte ein in mehrere Tücher eingewickeltes Objekt hervor. Fasziniert hielt sie das Omega Hequtum in ihren Händen. Sie spürte die Macht die von ihm ausging, für einen Augenblick war alles um sie herum vergessen, Lykana, Rachel, der Krieg.
    Ein zufriedenes Knurren brachte sie wieder in die Realität zurück. Reflexartig wirbelte sie herum und sah drei groß- gewachsene Werwölfe vor der Kammer stehen, die sie aus blutrot unterlaufenen Augen musterten. Den Anführer der Werwölfe umgab eine Aura des Stolzes und des Triumphs, als er die Nonne herablassend musterte. Er spannte seine Muskeln, ehe er sich mit seinen Gefährten auf die Nonne stürzte.

    Immer wieder spähte Dead Girl unruhig durch das Gitter in den Korridor, doch außer der Wache war nichts zu sehen. Besorgt sah sie zu Sky, der an der gegenüberliegenden Wand am Boden kauerte. Zwar wurde sie auch gefoltert und misshandelt, doch dies war mit dem, was ihm angetan wurde, kaum zu vergleichen.
    Plötzlich stand Sky auf und sprach mit überraschend klarer Stimme. „Wir müssen von hier fliehen. Sofort!“
    „Aber wie?“ fragte Dead mit einem leicht ironischen Unterton, immerhin war der Gedanke an eine Flucht das Einzige, was sie seit ihrer Gefangennahme in Baskerville beschäftigte. So durfte es nicht enden, nicht nach all den Mühen, die sie auf sich genommen hatte, um ihren Bruder zu finden, doch sie sah momentan keinen Ausweg.
    Als hätte Sky neue Hoffnung geschöpft rannte er zu einer der Ecken und schob einen Stein beiseite. Neugierig trat Dead näher heran und sah ihm über die Schulter, als er begann in dem lehmigen Boden zu graben.
    „Was hast Du vor?“ wollte sie wissen, als er Aufstand und auf etwas deutete.
    „Sieh genau hin!“ forderte er sie ungeduldig, flüsternd auf und blickte immer wieder zum Eingangsgitter. Dead bückte sich und zog die Zähne zusammen, als eine Wunde auf ihrem Rücken dabei aufriss. „Da ist nichts!“ stellte sie nach erfolglosem Suchen fest und richtete sich dieses Mal vorsichtiger auf, als Sky sie von hinten packte. Vollkommen überrumpelt spürte sie, wie ein rauer Gegenstand gewaltsam ihren Körper durchbohrte. Sky zog sie mit der einen Hand zu sich, während er die Metallspitze so tief wie möglich in Deads Körper stieß.
    Anschließend zog er die Metallspitze heraus und fing Deads Körper auf. Mit Tränen in den Augen drehte er sie zu sich um und hielt sie an sich gedrückt, während das Blut den Boden färbte.
    „Es tut mir leid!“ schluchzte er, als sie leblos erschlaffte. Vorsichtig strich er über ihr Gesicht, und legte sie sanft hin, ehe er unvermittelt aufstand.
    „Danke!“ erklang hinter ihm eine Stimme. Typhus hat die Szenerie genießerisch beobachtet, aufgeregt schoben hinter ihm mehrere Wölfe eine dicke und sehr schwere Metallplatte direkt vor den Kerkereingang. Sky rannte zum Ausgang und versuchte nach Typhus zu greifen, während die Lücke in die Freiheit schmaler und schmaler wurde.
    „Du hast dem Überlebenden von uns beiden versprochen, frei zu kommen!“ schrie er Typhus an, doch dieser kicherte noch immer vor sich hin. „Ganz genau, dem Überlebenden!“ war die einzige Antwort, die er erhielt.
    Fragend blickte Sky zu ihm und zu einem der Soldaten, als die schwere Eisenplatte den letzten freien Spalt blockierte.
    Ein leises Röcheln drang aus der Ecke, in der Dead Girls Leiche lag. Sky wich zurück und presste sich panisch gegen die Wand. Mit weit aufgerissenen Augen beobachtete er, wie sich ihr Körper langsam hob. Doch er war unnatürlich verformt, die Haut auf ihrer rechten Körperhälfte riss auf, Sky hörte wie ihre Knochen brachen. Ihr ganzer Körper war blutüberströmt, doch es wirkte, als würde aus ihr heraus etwas entweichen. Mehrere Fleischklumpen fielen zu Boden, Hautfetzen glitten an ihrem Blutgetränktem Körper herunter. Schlagartig veränderte sich ihre Körperhaltung: Sky erkannte, dass sich unter der Blutschicht eine Art zweite Haut befand. Dead Girl straffte sich, sie wirkte wesentlich größer als vorher, ihre Haut hatte einen grauen Unterton. Geschmeidig drehte sie sich um, doch unter all dem Blut erkannte Sky nichts mehr, was einst seiner Schwester ähnelte. Alles was übrig blieb war die Hülle eines reinen Dämons.
    Gebieterisch baute sie sich vor ihm auf. Wortlos blickte er in die Augen, die einst Dead Girl gehörten, als sie mit ihrer Klaue nach seinem Unterkiefer griff und mit der anderen den Kopf zurück hielt. Ehe er reagieren konnte riss sie das gesamte Kiefergelenk heraus. Blut spritze an die Wand, einzelne Zähne fielen gemeinsam mit einem Stück der Zunge zu Boden. Mit der freien Hand presste sie seine Schläfen zusammen, bis ein lautes Knacken den Bruch des Schädelknochens verdeutlichte. All dies schien ihr nicht die kleinste Anstrengung zu verursachen. Achtlos warf sie die Überreste seines Körpers beiseite, als das Eisentor geöffnet wurde.
    „Das Ritual funktionierte tatsächlich. Nur aus dem Körper einer reinen Seele konntest Du, Lilith, erwachen!“ bemerkte Typhus stolz über den Erfolg seiner Arbeit und verbeugte sich vor ihr.
    Missmutig musterte sie ihn, entschied sich jedoch ihn vorläufig am Leben zu lassen. „Bring mich zu ihr!“ forderte ihn Lilith auf. Jetzt, da sie in dieser Welt war, würden andere folgen, bis alles bereit war für die Ankunft ihrer großen Herrscherin, Xel’Lotath!

    …liebende Geschwister bringen sich um…


    Darks kleine Notizecke:
    TEIL 2 des Finales wird im laufe des Tages gepostet, es ist der Abschluss des fünften Teiles meiner Geschichte, also die große Auflösung
    Geändert von darkgemini (12.5.07 um 00:08 Uhr)
    Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt~Mahatma Gandhi

    *Die Königin der tausend Jahre* ~ Fans und Folgen immer gerne gesucht *Als die Tiere den Wald verließen*Sailor Moon*Lady Oscar*Anne mit den roten Haaren*Kleine Prinzessin Sara*Katri/Katholi ~Das Mädchen von der Farm*Mila*Eine fröhliche Familie*Perrine*Robin Hood*Pollyanna*Niklaas*Heidi*Marco*

  15. #351
    Wir kommen in Frieden... Benutzerbild von darkgemini
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    FINALE: TEIL 2


    Der Wind heulte durch die verlassenen Straßen von Lemas. Die Bevölkerung war in den hinteren Teil der Stadt geflohen, nur noch wenige Soldaten hielten die Stellung. Diese letzte Gruppe war am zentralen Marktplatz versammelt und beobachtete angespannt die sich abspielende Szene.
    Stolz schritt Baronin Mikako auf die Mitte des Marktplatzes zu, während Lykana sich auf einem weißen Schimmel näherte. Zeitgleich blieben beide Frauen stehen und musterten sich eindringlich. Niemand wagte es sich zu bewegen, bis Mikako ihre Hände zu Fäusten ballte und langsam auf die Knie sank. Sie senkte ihren Kopf, wagte es nicht zu atmen und wartete. Lykana setze ihr Pferd in Bewegung, die Hufschläge hallten einsam über den Platz, bis sie Mikako erreichten und, an ihr vorbei ritten. Die Baronin blickte nervös auf, doch die Werwölfe ritten einfach weiter und beachteten weder sie noch die Soldaten, stets auf ein entferntes Ziel gerichtet.

    Grenchler presste seine Hand so gut es ging auf die noch immer stark blutende Wunde. Sie musste versorgt werden, sonst würde er nicht lange durchhalten.
    Die Schreie hörten auf, die Stadt war überrannt.
    Ängstlich blickte er über die Schulter, ob die Werwölfe ihn entdeckt hätten, was seinem Todesurteil gleichgekommen wäre. Doch niemand verfolgte ihn, noch!
    Der Priester biss verzweifelt die Zähne zusammen, stütze sich an der Wand ab und schleppte sich die Gasse weiter geradeaus. Eine rote Blutspur markierte seinen Weg.
    Ein lautes Poltern ließ ihn zusammenzucken, erschrocken fuhr er erneut herum, doch nichts war zu sehen. Angestrengt kniff er die Augen zusammen, bis ihm ein kleiner Gegenstand auffiel, der hinter einer alten Kiste wackelte. Ein alter Zweig! Irgendetwas muss ihn in Bewegung gesetzt haben, irgendetwas muss ihn gestreift haben! Sein Herz begann wilder zu schlagen, ängstlich versuchte er so schnell wie möglich zu entkommen, doch seine Kräfte waren nahezu aufgebraucht. Er hörte, wie hinter ihm etwas klingelte und sich schnelle Schritte näherten. Ehe er sich verteidigen konnte, legten sich eiskalte Hände um ihn herum und pressten sich auf seinen Mund.
    „Kein Wort, sonst sind wir tot!“ fauchte ihm eine fremde Stimme zu. Angstschweiß lief an seiner Schläfe herunter, als er zaghaft nickte und sich der Griff löste. Eine junge Frau in einem grell rot- orangenen Zigeunerkleid blickte ihn an. „Baronin Mikako hat die Stadt an die Werwölfe verraten, sie durchsuchen jede Straße nach uns. Wir müssen fliehen!“ flüsterte sie ihm zu, beobachtete jedoch konzentriert das Ende der Gasse. Nachdem sie sich überzeugt hatte alleine zu sein, stützte sie den Priester so gut es ging ab und schritt zurück zum Bürgerhaus. Mehrere Minuten später erreichten sie den Vorplatz.
    „Geh rüber in das Gebäude, dort wartet eine Freundin. Versteckt euch dort, bis Pandora mit mir zurückkommt. Sollten wir nach zwei Stunden nicht auftauchen, müsst ihr einen eigenen Weg aus der Stadt suchen!“
    Obwohl Lupita versuchte entschlossen zu wirken, schaffte sie es nicht ein Zittern zu unterdrücken. Grenchler erkannte, dass sie ihre Angst kaum noch beherrschen konnte.
    „Es wir dein gutes Ende nehmen, Du musst nur daran glauben!“ versuchte er die Zigeunerin zu trösten, doch sie wand sich wortlos ab und lief davon.

    Mit einem lauten Krachen stürzte das Holzregal zu Boden, als der Wolf dagegen sprang. Pandora blickte sich um, die beiden anderen Wölfe setzen bereits zum nächsten Angriff an. Ihre Nonnentracht war an mehreren Stellen aufgerissen, Blut färbte den Stoff dunkel. In ihrer rechten Hand hielt sie das Schwert, während sie mit der anderen das Omega Hequtum an sich presste, was ihre Agilität stark beeinträchtigte. Der größte der Wölfe spannte seine Muskeln und sprang auf sie zu, Pandora schaffte es nicht rechtzeitig auszuweichen und spürte, wie sich seine Krallen tief in das Fleisch Ihres rechten Beines bohrten. Mit einem lauten Schmerzensaufschrei sackte sie zu Boden und hielt ihr Schwert schützend vor sich. Der dritte Wolf starrte sie aus hasserfüllten Augen an, während seine beiden Gefährten versuchten sie von hinten zu umkreisen.
    Ein lautes Jaulen erfüllte den Raum, als Zoper ein Kurzschwert bis zum Griff in den Rücken des Angreifers bohrte. Der Wolf wirbelte herum und versuchte Zoper zu schnappen, doch dieser war schneller, holte erneut aus und durchtrennte die Hauptschlagader des Wolfes.
    Pandora nutze die Chance, stand auf und hielt die beiden anderen Wölfe in Schacht, während sie rückwärts zum Ausgang der Kammer schritt, bis sie gegen Zoper prallte.
    „Nimm das!“ sagte sie und drückte ihm das Omega Hequtum in die Hände.
    Fragend blickte er seine Kameradin an, während sie die Werwölfe nicht außer Acht ließ. Tränen sammelten sich in Ihren Augen, als sie die nächsten Worte aussprach. „Du vertraust Dark, bring das Hequtum zu ihm, den Siegelwächter finden wir nicht mehr. Aktiviert es und beendet diesen Krieg!“
    „Wir werden es zusammen machen!“ gab er entschlossen von sich, doch sie schüttelte den Kopf.
    “Ich kann die Wölfe aufhalten und Dir etwas Zeit verschaffen!“
    Als er etwas erwidern wollte erkannte Zoper, wie schwer ihr die Entscheidung fiel.
    „Beeile Dich bitte.“ drängte sie eindringlicher.
    Zoper nickte, nahm das Hequtum in seine Obhut und wand sich ab. Ein letztes Mal blieb er stehen. „Wir werden uns bald wieder sehen!“
    „Du sollst nicht lügen!“ erwiderte Pandora und schritt auf den Eingang der Kammer zu. Aus den Augenwinkeln sah sie, wie er in Richtung des Kerkers davonlief.
    „Und wenn ich nur den Einen retten kann“ flüsterte sie sich selbst aufmunternd zu und stürzte auf die Werwölfe.

    Ungeduldig schlugen Lykanas Soldaten auf die Türen der Häuser der Heilung ein, bis diese nachgaben. Erschrocken wichen die Pflegerinnen zurück. Misstrauisch wurde jeder Verletzte genauer betrachtet und anschließend in Ruhe gelassen, bis Sie Ihre Zielpersonen entdecken würden.
    Nervös blickte Buster um sich, als die Werwölfe begannen an seine Tür zu hämmern. Seine Pflegerin starrte mit weit aufgerissenen Augen auf das nachgebende Holz.
    „Was wollen sie nur?“ schluchzte sie auf, doch sie erhielt keine Antwort. Überrascht fuhr sie herum, doch Busters Bett war verlassen. Sie bemerkte gerade noch das Wehen der Vorhänge am offenen Fenster, als die Werwölfe in das Zimmer drangen.

    Niedergeschlagen saß Renan noch immer in Darks Zelle. Spärlich drang ein schwacher Lichtschimmer die Stufen herunter, die Wände waren durch die Feuchtigkeit von Schimmel bedeckt.
    Er wünschte, er könnte schlafen, einfach einschlafen und alles hinter sich lassen, gefangen in einem endlosen Traum ohne Erwachen. Doch er wusste, dass dies niemals eintreffen würde. Solange das Gift in seinem Körper war, war er Mikakos Gefangener, bestimmt, für sie zu Spionieren. Vor wenigen Wochen erst stellte er fest, dass es ihm nicht hätte besser gehen können, als er noch für Lord Harmswordge arbeitete.
    Das Schlimmste war jedoch die Ungewissheit, er war ratlos, wie es mit Lemas weiter gehen würde, und er traute sich nicht die Stufen hinaufzusteigen um nachzusehen, was von seiner geliebten Stadt übrig geblieben war.
    „Wer wird denn so in Gedanken verloren sein!“ hallte es durch den Raum und die Silhouette einer Gestalt löste sich von der Dunkelheit einer Ecke. „Kaum tauchen die ersten Schwierigkeiten auf, wird man mit Ihnen nicht mehr fertig und verkriecht sich feige in einem dunklen Loch, wie treffend, nicht wahr?“ spottete Patterknife und trat näher an Renan heran.
    Überrascht stand dieser auf und musterte den Fremden. „Was wollt ihr?“
    „Baronin Mikako plant ein Bündnis zwischen Menschen und Werwölfen. Ich denke, wir beide sind von diesem Vorhaben gleichermaßen nicht begeistert, und ich habe vor es zu verhindern!“
    Renan atmete hörbar auf, für einen kurzen Moment keimte in ihm ein neuer Hoffnungsschimmer auf. Doch ein merkwürdiges Lächeln im Gesicht des Fremden jagte ihm einen Schauer über den Rücken. Plötzlich stürzte sich der blonde Mann auf ihn und stieß seine Zähne tief in Renans Hals. Verzweifelt versuchte dieser den Vampir von sich zu stoßen, doch seine Kräfte schwanden überraschend schnell. Seine Finger verkrampften, der Raum begann sich zu drehen und er spürte, wie der Druck auf seinen Kopf stärker wurde. Für einen Augenblick glaubte er nicht mehr atmen zu können, als alles vor seinen Augen verschwamm und er leblos zu Boden fiel.
    Zufrieden betrachtete Patterknife die Leiche des ehemaligen Gehilfen von Lord Harmswordge.
    „War es denn wirklich notwendig ihn umzubringen?“ meldete sich eine monotone Stimme aus dem Hintergrund. Balthazar saß auf einer der Treppenstufen und beobachtete alles.
    „Du musst noch vieles lernen“ antwortete Patterknife in einem belehrend, kühlen Tonfall. „Das ist erst der Anfang. Eigentlich wollte ich mit Mikako noch etwas spielen und ihre Gehilfen nach und nach umbringen, aber sie nimmt zu schnell Kontakt zu Lykana auf, es ist besser du schaltest sie sofort aus!“ befahl er.
    Balthazar stand auf und schritt die Treppen nach oben. „Das kannst Du alleine machen!“ erwiderte er in einem gleichgültigen Tonfall.
    „Ich habe dich nicht drum gebeten! Vergiss nicht, ich habe dich zu dem gemacht was Du heute bist!“ antwortete Patterknife in einem hörbar aggressiveren Unterton.
    „Wie könnte ich das jemals vergessen!“ fuhr Balthazar auf und ließ den Vampir zurück. Patterknife ballte vor Zorn seine Fäuste und sah ihm hinterher.

    Erschöpft sackte Pandora zusammen und starrte ihre Hände an. Von ihren blutverschmierten Fingern fiel ein Tropfen zu Boden. Verzweifelt versuchte sie es abzuwischen, doch sie stellte nur fest, dass ihre Kleider ebenfalls blutgetränkt waren. Um sie herum lagen die Überreste der Werwölfe, inmitten der verwüsteten Kammer. Tränen drangen in Ihre Augen, als sie an die verschwendeten Leben dachte. Sie hasste diesen Krieg, sie hasste ihn besonders dafür, was er aus ihr gemacht hatte.
    Ein lautes Klatschen lenkte Ihren Blick zum Eingang. Gelassen lehnte Rachel an der Wand und beobachtete die Nonne. „Ich gratuliere, ich hätte nicht gedacht dass du sie besiegen würdest. Doch plagen Dich etwa wieder Deine Gewissensbisse? Vielleicht sollte ich Dir helfen und Dich von diesen erlösen!“
    Wortlos griff Pandora zu Ihrem Schwert und stand langsam auf, ohne die blonde Jägerin aus den Augen zu lassen. Ihre Knochen schmerzten, ihr Körper war voller Wunden, doch sie war nicht bereit aufzugeben.
    „Welch Stolz in Deinen Augen liegt!“ spottete Rachel weiter. „Ja, ich denke es ist an der Zeit, dass wir den Konflikt zwischen uns ein für allemal beenden!“
    „Auch wenn Du niemals schlechte Absichten hattest, Rachel, hast Du den falschen Weg eingeschlagen!“
    „Und wer gibt ausgerechnet Dir, einer gläubigen Mörderin, das Recht darüber zu urteilen?“ fragte Rachel provokant. Sie schnaubte verächtlich auf und sah sich im Raum um, ehe sie fortfuhr. „Es herrscht Krieg, und wir müssen radikal vorgehen, oder wir verlieren, doch du weigerst dich das einzusehen.“
    „Ob Du es glaubst oder nicht, trotz allem was Du getan hast empfinde ich Mitleid mit Dir. Eine so einsame Seele muss…!“
    „Genug der Worte!“ wurde Pandora scharf unterbrochen. Mit drei großen Schritten war Rachel bereits bei ihr und holte mit einem Kurzschwert und einem Dolch aus. Pandora reagierte rechtzeitig, um den Schlag abzuwehren, doch Rachel griff sofort wieder an. Obwohl die Nonne ein wesentlich längeres Schwert hatte, war ihr die Jägerin in Sachen Geschicklichkeit und Wendigkeit deutlich überlegen. Nur mit Mühe schaffte es Pandora einen weiteren Angriff abzuwehren, doch sobald sie ihre Verteidigung aufgab um selbst anzugreifen war Rachel ihr bereits einen Schritt im Voraus.
    Verzweifelt blickte sie aus der Tür und hoffte, dass Zoper es rechtzeitig schaffen würde.

    „Sieh genau hin!“ forderte Kanoe ihre ältere Schwester auf. „Es geschieht alles genau so, wie wir es gedeutet haben!“
    „Nein!“ erwiderte Hinoto leise. Kanoes Schritte hallten laut durch den dunklen Raum, bis sie direkt vor ihrer Schwester stand und diese an den weißen Haaren packte. Mit einem Ruck zerrte sie ihren Kopf nach oben. Lächelnd fuhr sie fort: „Wie viel Leid verträgt ein Lebewesen? Sie sind gebrochen, sie können nicht mehr aufgehalten werden! Du hast mit den Menschen Mitleid, doch an die Schmerzen, die die Erde erleiden muss, denkt Niemand, bis sie endlich zurückschlägt!“
    „Ich glaube daran dass die Beiden es schaffen werden!“ antwortete Hintoto deutlich stärker, doch Kanoe lächelte ruhig zurück.
    „Und selbst wenn? Lilith ist erwacht, Xel’Lotath wird bald zurückkehren. Die Menschen lernen niemals aus Ihren Fehlern, die Geschichte wiederholt sich immer zu, nur in anderen Konstellationen, bis die Spirale Ihren Höhepunkt erreicht hat. Das Töten hat begonnen: Pandora, Dark, Lykana, Rachel; jeder strickt sein eigenes Netz der Einsamkeit um letztendlich zusammenzubrechen und unterzugehen. Bald werden die Erddrachen dem ein endgültiges Ende setzen! Sieh zu, geliebte Schwester, sieh zu und versuche es vergeblich zu ändern! Wie viele Menschen hast Du bereits in den Tod geschickt, und wie viele möchtest Du noch opfern, bis Du aufgibst?“

    Staub und Geröll hatte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer dicken Schicht angesammelt, die ursprüngliche Form des Bodens war kaum zu erkennen. Die Wände waren an mehreren Stellen brüchig sowie an den Fackelhalterungen schwarz verrußt.
    Seit Jahrhunderten hatte der Raum kein Licht mehr gesehen, doch endlich erhellte eine einsame Flamme flackernd die dunklen Ecken. Viel zu tief im Verborgen lag er schlafend dar, so dass kein Mensch jemals den Weg hierhin finden sollte, und wartete, bis ein Hüter seines Geheimnisses endlich wieder auftauchen würde.
    Eine schmale Treppe führte unauffällig herunter, der Raum selbst war in einem nahezu makellosen Kreis in den Stein geschlagen worden. Gegenüber der Treppe befand sich ein ovales Portal, mit Spitzen Steinen verziert ragte es empor, und schien doch nur auf eine weitere Wand zu zeigen.
    Leise hallte ein pulsierendes Geräusch von den Wänden und deutete die Widereinsetzung des Portals an. Lilith spannte ihren Körper an, ehe sie die alte Beschwörungsformel aufsagte. Purpurnglänzende Runen erschienen Kreisförmig um ihren Körper, ehe sich der Halbbogen mit einem leuchtenden grünen Licht füllte. Verschwommen erhellte es den Raum, immer wieder erschien ein riesiges grünes Auge, um kurz darauf zu verblassen, als sei es von Schleiern verborgen.
    „Ich grüße Euch, Eure Lordschaft!“ sprach Lilith und verbeugte sich.
    „Es hat lange gedauert. Zu lange! Noch ahnen die anderen Ältesten nichts von meiner Rückkehr. Ebenso von Meiner!“ erwiderte Xel’Lotath. Wie so oft wechselte sie des Öfteren die Stimme, niemand vermochte genau sagen, wie viele Persönlichkeiten die Älteste besaß.
    „Der Einsatz des Hequtums steht kurz bevor. Bald wird eine weitere Rasse ausgelöscht sein.“ berichtete Lilith.
    „Ausgezeichnet. Mich interessiert es nicht. Der Zugang zur verbotenen Stadt muss offen gelegt werden. Du musst die Artefakte sichern, damit wir endlich in diese Welt zurückkehren können.“
    „Sehr wohl!“ erwiderte Lilith.
    „Die Erddrachen sollen erweckt werden.“ fuhr Xel’Lotath in einem flüsternden Tonfall fort. „Kanoe und die Konzernleiterin sollen glauben, dass wir Ihr Vorhaben unterstützen. Dem stimme ich zu. Geh, und hilf Ihnen, bringe sie nach Sty’Nax. Ich werde alles beobachten. Ebenso wie ich!“

    Grenchler wimmerte leise auf, als er die Wunde abtastete. Er musste sie verbinden, doch im Augenblick fehlte ihm dazu die Kraft. Zunächst lief Silence nervös von einem Fenster zum nächsten, doch die letzten Minuten saß sie reglos da und starrte ins Leere. Es wirkte, als hätte die junge Frau aufgegeben und wartete darauf entdeckt zu werden. Ihr langes dunkles Haar hing in Strähnen vor ihrem Gesicht herunter, ihre Haut war blass. Der Priester bemerkte ihre von Blut getränkte Kleidung. Er hoffte, dass sie nicht ähnlich starke Schmerzen hatte wie er selbst.
    „Sie werden bestimmt bald zurück sein!“ versuchte er das Schweigen zu brechen, doch Silence blickte ihn nur aus leeren Augen an. Nervös blickte der Priester sich um, die Luft schien zu knistern, alles wartete auf ein Ereignis. Er hoffte inständig, dass dieser Alptraum bald enden würde, denn die Warterei war nahezu unerträglich. Grenchler seufzte laut auf, ehe er einen erneuten Versuch wagte. „Sobald die Jägerin gefunden ist haben wir es geschafft!“
    Überrascht blickte Silence zu ihm herüber. „Die Jägerin? Rachel? Ihr haben wir doch alles zu verdanken, sie war diejenige, die sich mehr darauf konzentrierte das Kommando zu behalten als Lykana aufzuhalten!“ fuhr sie den Priester mit neu gefundener Energie an.
    „Aber ich verstehe nicht. Wen suchen die anderen dann?“ fragte Grenchler verblüfft zurück.
    „Unsere wahren Gefährten, Pandora.“
    Erschrocken fuhr der Priester hoch. Für einen kurzen Augenblick vergaß er die Wunden, was er sogleich bereute. „Aber ich muss zur Jägerin, sofort!“
    Misstrauisch stand Silence ebenfalls auf und musterte den Mann aus zusammengekniffenen Augen. „Wieso?“
    „Sie hat das Omega Hequtum. Und ich habe den Schlüssel dazu. Mithilfe dieses Gegenstandes können wir die Siegelwächter finden, das Hequtum einsetzen! Deshalb muss ich zu ihr, die Trägerin des Hequtums muss den Schlüssel bekommen!“ redete Grenchler sich in Rage und holte eine kleine orange gelbe Kugel hervor, die einem Salzkristall ähnelte. Seine Nervosität wuchs, als er erkannte, dass er die Jägerin gar nicht treffen würde.
    Silence warf den Kopf in den Nacken und brach in schallendes Gelächter aus. Der Priester musterte sie verständnislos, bis sie sich einigermaßen beruhigt hatte. Erst jetzt dämmerte ihm, dass Silence über das Hequtum bescheid wissen musste, sonst hätte sie seine Erklärung nicht verstanden. „Soll das heißen, ich sitze die ganze Zeit mit dem Schlüsselträger in einem Raum ohne es zu wissen! Wie passend!“ Überraschend schnell drehte sie sich herum und zog eine Armbrust hervor, als würden ihr die Wunden nichts ausmachen. „Gib ihn mir!“ befahl sie dem Priester in einem trockenen, ungeduldigen Tonfall. Fassungslos starrte er auf die Spitze des Bolzens und in das entschlossene Gesicht der jungen Frau. Für einen Moment schien die Zeit still zu stehen, der Kampf, der Schmerz, alles war vergessen. Ein sanftes Lächeln huschte über ihr Gesicht, als sie seine Verblüffung erkannte. „Überrascht? Vor einiger Zeit war ich von einem Dämon, Nyx, besessen. Doch alle dachten, dass sie es war, die Lykanas Treue suchte. Leichtgläubige Narren! Auf die Idee, dass Ich an Lykanas Hof will dachte niemand. Alle meine Taten, einfach Alles wurde automatisch auf Nyx geschoben, also nutze ich meine Chance. Dabei hatte Nicci immer wieder versucht sie zu warnen. Letzte Nacht versuchte sie selbst einen Anschlag auf mich zu verüben, zu schade, dass ich rechtzeitig zur Seite sprang. Sie war so überrascht, als ich zurück schoss.“ hauchte sie ihm entgegen. „Leider konnte Nicci entkommen, doch auch sie wird früher oder später fallen!“
    „Aber das Blut!“ stotterte Grenchler und wies auf ihre Kleider.
    „Nicht war? Eine brillante Tarnung, nur Schade dass es nicht meines ist!“ demonstrativ packte Silence Ihren Umhang und warf ihn zur Seite. „Ich war diejenige, die den Wölfen verriet, wo sich Pandora mit den anderen befand und die Angriffe bis zu Lykanas Ankunft koordinierte. Eigentlich habe ich befürchtet, dass es zu offensichtlich sei, vor allem als ich in einem Kampf trotz mehrerer Schüsse den Mörder der Heilerin nicht getötet habe. Du erinnerst Dich?“ lächelte sie. „Rachel muss es vermutet haben, doch sie hat eigene Pläne. Wie so oft wird ihr wieder die Rache zum Verhängnis. Um an das Hequtum heranzukommen, bat sie mich Pandora zu verraten. In diesem Augenblick sind die Werwölfe bei der Nonne, ich warte nur noch auf die Bestätigung, dass das Hequtum geborgen ist um diesen Ort endlich zu verlassen. Aber das spielt jetzt keine Rolle mehr. Ohne den Schlüssel sind die Menschen chancenlos, dann wird mich Lykana endlich aufnehmen! Also gib ihn mir!“ schrie sie den Priester an.
    Er schüttelte lediglich den Kopf und wich einige Schritte zurück. Silence zielte genauer und feuerte den ersten Bolzen ab. Mühelos drang er durch Grenchlers Körper und blieb an einer der tragenden Säulen stecken. Der Schmerz ließ ihn für einen Augenblick alles vergessen und er sackte zu Boden. Sein Gesicht war überdeckt aus einer Mischung von Blut und Schweiß, verzweifelt presste er die Hand auf seine Brust, doch das Blut drang unaufhaltsam heraus. Silence trat in der Zwischenzeit geschmeidig an ihn heran und riss ihm die kleine Kugel aus der Hand. Zufrieden betrachtete sie den Gegenstand und ließ ihn auf den Boden fallen, stampfte auf ihn und spürte, wie er in mehrere Scherben zerbrach. .
    Grenchler versuchte etwas zu erwidern, doch das Blut drang in seine Lunge und verhinderte dies. Er spürte die Kältre des Metalls eines weiteren Bolzens auf seiner Stirn liegen und blickte herauf zu Silence.
    „Mit Lykanas Hilfe wird mir ewiges Leben vergönnt sein, und Du kannst in der Gewissheit ruhen, die letzte Hoffnung der Menschen vernichtet zu haben!“
    Lachend löste sie den nächsten Schuss ab und sah zu, wie sein Körper durch die Wucht nach hinten geworfen wurde. Ein weiteres Mal zertrat sie die Überreste des Schlüssels und ging selbstsicher zum Eingang. Jetzt gab es keinen Grund mehr zu bleiben, jetzt nicht mehr. Entschlossen öffnete sie die Tür und trat aus dem Bürgerhaus hinaus.

    Epilog:


    Zaghaft spähte Nicci in das verlassene Bürgerhaus. Sie hatte Silence bis hierher verfolgt, sie hat versucht sie aufzuhalten. All die Jahre, in denen Silence zusammen mit Nyx gewütet hatte. Doch immer wieder versteckte sie sich hinter dem unschuldigen Gesicht, wer hätte auch Gedacht, dass ein Mensch zu solchen Taten fähig wäre? Das eine jungte Frau freiwillig Werwölfe unterstützt!
    Niedergeschlagen sank Nicci zu Boden und schloss sanft Grenchlers Augen. Tränen fielen neben ihr herunter, als sie sich an Ihren Verlobten erinnerte, an ihre damalige Trauzeugin, wie sie versuchte den Bund zu zerstören und ihn aus Rache ermordete. Seitdem hat sich Nicci geschworen Rache an Silence zu nehmen, und mit der Zeit erfuhr sie von weiteren Verbrechen, die Silence zusammen mit Nyx begangen haben soll. Doch niemand glaubte Nicci. Und so beschloss sie selbst Silence aufzuhalten. Über die Jahre hinweg wurde sie zu einer erfahrenen Nahkämpferin, doch bis jetzt hatte sie versagt.
    Nicci bekreuzigte sich und nahm das Kreuz des Priesters an sich, eine weitere Erinnerung an ein weiteres Opfer von Silence. Müde stand sie auf und schritt hinaus zur Tür. Sie würde die anderen warnen, sie musste es, auch wenn ihr wieder niemand glauben sollte.

    Erschrocken zuckte Zoper zusammen. In der Nähe schrieen mehrere Männer auf, offensichtlich hat sich ein kleiner Trupp Entschlossener gebildet und griff die Werwölfe an, doch dieses Unterfangen war aussichtslos, gemessen an der feindlichen Truppenstärke. Immer wieder musste er sich verstecken und schlich Deckung nehmend vorwärts, dass Hequtum fest an sich gepresst. Er musste Dark finden und hoffte, dass dieser in der Zelle war.
    Unruhig flog Munin um ihn herum, etwas hatte die Aufmerksamkeit des Rabens erweckt, doch er durfte angesichts der Nähe der Werwölfe nicht zu laut sein. Zoper spähte in die Richtung, in die Munin wies. Ihm fiel ein Stein vom Herzen, als er Dark mehrere Häuserblocks entfernt ausmachte. Dieser winkte ihn vorsichtig zu sich und rannte in eines der Gebäude.
    „Geh und sieh nach Pandora!“ bat er seinen Gefährten, der kurzerhand davonflog. So schnell er konnte schlich Zoper zu dem Haus hinüber, überzeugt sich ein weiteres Mal unbeobachtet zu sein und trat ein.
    Offensichtlich war das Gebäude seit mehreren Tagen verlassen. Die Kälte, die der plötzliche Eissturm mit sich brachte, war in allen Räumen präsent. Das innere des Gebäudes wirkte dunkel und beklemmend, ein Großteil der Möbel war mit weißen Tüchern bedeckt. An einem der größeren Fenster stand Dark und beobachtete, wie seine Atemluft an der kalten Scheibe kondensierte. Die Seitenflügel waren komplett geöffnet, wodurch die bis zum Boden reichenden weißen Vorhänge hereinwehten.
    „Lykana ist in der Stadt, sie werden bald hier sein. Bitte, ich weiß, dass wir es gerade von Dir nicht verlangen sollten, aber im Augenblick bist du der Einzige, der sie aufhalten kann. Bitte, nimm das Omega Hequtum und…!“
    „Schieb es auf mich!“ unterbrach ihn Dark leise. Zoper hielt mitten in der Bewegung inne und starrte ihn an. Langsam drehte Dark sich um, behielt jedoch seine rechte Hand am Fensterbrett. Mit einem traurigen Blick sah er Zoper direkt in die Augen. „Die Kälte ist dabei mich wieder zu umfangen, letztendlich stehen wir doch alle alleine da, nicht wahr? Es tut mir wirklich leid, aber dich trifft keine Schuld, schieb alles auf mich. Und jetzt, gib mir das Omega Hequtum!“

    Pandora wusste, dass sie am Ende ihrer Kräfte angelangt war. Rachel genoss die Auseinandersetzung sichtlich, noch fügte sie ihr keinen tödlichen Stoß zu, doch es würde nicht mehr lange dauern.
    „Hochmut, kommt vor dem Fall, meine Liebe.“ sagte Rachel und beugte sich zu der Nonne herunter. „Und jetzt sei brav und verrat mir, wo das Hequtum ist, dann kannst du in Ruhe dahinscheiden. Ich verspreche Dir, ich lasse Dich auch nicht mehr leiden!“ Vorsichtig strich ihr Rachel eine Strähne aus dem Gesicht und stellte sich langsam hinter die Nonne. Pandora keuchte auf und versuchte ihr Schwert zu ergreifen, doch Rachel war schneller und trat auf Pandoras Hand. Mit einem Tritt schob sie das Schwert zur Seite und schenkte ihrem Opfer wieder die ganze Aufmerksamkeit. Vorsichtig legte sie ihre Hände um Pandoras Hals und drückte langsam zu. Diese versuchte sich verzweifelt zu befreien, doch die Kämpfe hatten die Nonne zu sehr geschwächt. Immer wieder wollte sie nach Luft schnappen, sie spürte das brennende Verlangen Ihrer Lungen nach Sauerstoff, doch Rachels Griff blieb unablässig hart.
    „Willst Du den Standort wirklich mit ins Grab nehmen?“ hauchte Rachel Pandora ins Ohr. „Schafft es Dein Gewissen tatsächlich, das Wissen über den Standort der einzigen Waffe gegen die Werwölfe mit ins Grab zu nehmen?“
    Rachel drückte demonstrativ fester zu, Pandoras Gesicht lief rot an, ihre Adern traten deutlich hervor, während die Augen aus den Höhlen quollen. Rachels letzte Worte drangen nur noch verschwommen zu ihr durch, doch sie konnte sie erahnen. Pandora verspürte keine Angst vor dem Tod, und so trat ein kleines Lächeln auf Ihre Lippen, als sie daran dachte, dass Rachel das Hequtum niemals rechtzeitig erhalten würde.
    Doch gerade dieses Lächeln registrierte die Jägerin und es jagte ihr einen kalten Schauer über den Rücken. Erschrocken ließ sie Pandora los und zwang sie sie anzusehen. „Was hast du getan?“ brüllte Rachel sie an, doch Pandora schnappte erleichtert nach Luft. Sie spürte wie der kühle Sauerstoff durch ihre Lungen drang, sie genoss jeden Atemzug und konnte sich im Augenblick nichts Wohltuenderes vorstellen.
    “Was hast Du getan?“ brüllte Rachel erneut und kämpfte mit ihrer Fassung. Angestrengt ging sie alle Möglichkeiten durch, die der Nonne geblieben waren.
    „Du kommst zu spät!“ keuchte diese erschöpft und blickte herausfordernd hoch. „In wenigen Augenblicken ist alles vorbei!“
    „Nein!“ Rachel stolperte einen Schritt zurück und fiel beinahe über einen umgefallenen Stuhl. Panisch sah sie sich um, als sie registrierte, dass das Omega Hequtum zum einzigen bekannten Siegelwächter gebracht worden sein musste, Dark. Hasserfüllt musterte sie Pandora. „Du machst Deinem Namen alle Ehren. Du schenkst den Menschen Hoffnung, bringst jedoch nur Plagen. Du verdienst es zu Leben und mit anzusehen, wie du diese Welt zerstört hast. Denn an allem, was jetzt geschehen wird, Pandora, bist Du schuld!“
    Damit kehrte sie der Nonne den Rücken zu und stürzte ziellos hinaus.

    Fassungslos wich Zoper einen Schritt zurück. „Nicht einmal Du bist so verlogen!“ erwiderte er und hasste sich selbst für seinen naiven Irrglauben. „Dein Vorhaben dich zu ändern, Deine Reue, alles vorgetäuscht?“
    „Ich sehe Du begreifst!“ antwortete Dark überraschend kräftig. „Es gab niemals einen Bruch mit Lykana. Wir wussten, dass es einen Verräter gab, und wir mussten ihm eine Falle stellen. Nachdem ich scheinbar fort war, machte Mia einen Fehler und wir haben sie durchschaut. Doch dann beschlossen Lykana und ich den Plan fortzusetzen. Wir wussten noch nicht, wer die Siegelwächter waren. Mias Versuch mich zu verbannen passte ideal in dieses Vorhaben. Und wie Du siehst hat es funktioniert, ihr habt mir Vertrauen geschenkt!“
    „Ich glaube Dir kein Wort!“ widersprach Zoper. „Du hast jetzt einmal die Gelegenheit das Richtige zu tun.“
    Dark holte seine rechte Hand vom Fensterbrett hervor und zielte mit einer kleinen Handarmbrust direkt auf seinen ehemaligen Kameraden. „Genau das tue ich. Die Erde blutet, sie braucht eine Reform. Die Menschen hatten Ihre Chance, und sie haben sie oft genug verspielt, es ist an der Zeit diesen Planeten zu reinigen.“
    „Und was willst Du erreichen? Eine bessere Welt? Ich habe Dir das Leben gerettet, und du willst mich erschießen? Ist das Deine erhoffte Verbesserung? Menschen die man schätzt zu quälen, zu ermorden?!“ konterte Zoper.
    „Manchmal ist es notwendig sich die Hände schmutzig zu machen. Es tut mir wirklich Leid, aber ich kann nicht zulassen, dass du mit dem Hequtum entkommst, also gib es mir. Ich bin Dir dankbar, dass Du mir vertraut hast, und ich werde Dich dafür verschonen. Deshalb zwing mich nicht zu schießen!“
    Zoper bemerkte, wie Darks Hand zu zittern begann. Entschlossener fuhr er fort. „Auch wenn ich Deinen Standpunkt teilweise zustimme, es ist der falsche Weg. Wir finden eine Alternative!“
    „Nicht dieses Mal!“ unterbrach ihn Dark. „Ich kann nicht ändern wer ich bin! Und ich werde keine Zeit mehr verschwenden! Du kannst Dir nicht vorstellen was dieser Welt angetan wird, und Du kannst Dir meinen Hass auf die Menschen nicht vorstellen! Ich habe die Zukunft gesehen, wir müssen handeln! Jetzt!“
    „Und aus Hass willst du etwas Besseres erschaffen?!“
    „Willst Du etwa weiter verfahren wie gehabt?“ fragte Dark. „Endlose Diskussionen bringen uns nicht weiter!“
    „Es gibt eine andere Möglichkeit, wir müssen nur….“ Zopers Körper wurde nach hinten geschleudert, als der abgefeuerte Bolzen ihn durchbohrte. Blut spritze an die hintere Wand und er fiel ungläubig zu Boden. Verschwommen nahm er ein gelbliches Licht wahr, als sich Darks Körper von den weißen Vorhängen wie ein schwarzer Schatten löste und das Omega Hequtum an sich nahm. Wie aus weiter Ferne drangen seine Worte an sein Bewusstsein.
    „Es gibt nur eine Zukunft, nur die Eine. Über das Schicksal der Erde wird nicht debattiert. Deine Wunde ist nicht tödlich, und wenn Du wieder zu Kräften kommst, lebst Du in einer neuen, einer besseren Welt!“ damit schritt er an ihm vorbei und trat hinaus.
    Der Vorplatz war komplett besetzt durch Lykanas Soldaten, an deren Spitze sie auf ihrem weißen Schimmel saß. Zielstrebig ging Dark zu ihr und reichte das Omega Hequtum hoch, welches lächelnd von ihr entgegen genommen wurde. Mit einem kräftigen Schwung nahm er hinter ihr Platz und gemeinsam ritten sie raus aus Lemas.


    Hass wird zur Liebe,
    liebende Geschwister bringen sich um,

    beste Freunde erschießen sich im blauen Feuer.
    Erst wenn die Erde unter einer schützenden Eisschicht des Schmerzes verweilt,
    wird der Wahnsinn der Ältesten die letzte Schicksalswendung der Menschheit einläuten, um sie zu erwecken, die sieben Drachen,
    die ruhend auf die reformierende Vernichtung der Engel ausharren.



    ENDE


    FORTSETZUNG FOLGT IN:

    WERWOLF VI : DER TURM VON STY’ NAX


    Darks kleine Notizecke:
    Das wars dann, puh, sorry für die Verspätung, aber mit der Aufführung und dem Geburtstag hatte ich kaum Zeit ^^ Aber ich habs doch noch geschafft den Fünften Teil abzuschließen, ich hoffe er wird gefallen
    Punkteverteilung:
    Zoper hat als einziger Überlebender die Punkte für den Wolfssieg sowie 2 zusätzliche Punkte davongetragen (als Einzelüberlebender). Man kann es auch als BM Punkte sehen. Ich muss mich noch mal mit FF kurzschließen, ob Rudelmitglieder auch etwas abhaben werden xD

    See you again
    Geändert von darkgemini (24.5.07 um 03:35 Uhr)
    Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt~Mahatma Gandhi

    *Die Königin der tausend Jahre* ~ Fans und Folgen immer gerne gesucht *Als die Tiere den Wald verließen*Sailor Moon*Lady Oscar*Anne mit den roten Haaren*Kleine Prinzessin Sara*Katri/Katholi ~Das Mädchen von der Farm*Mila*Eine fröhliche Familie*Perrine*Robin Hood*Pollyanna*Niklaas*Heidi*Marco*

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