Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Zeige Ergebnis 1 bis 16 von 19

Thema: Inwiefern beeinflussen die Unterhaltungs-Medien den Menschen?

  1. #1
    Königliche Spassbremse Benutzerbild von Nigthmare
    Im Spiele-Forum seit
    Mar 05
    Beiträge
    1.402

    Inwiefern beeinflussen die Unterhaltungs-Medien den Menschen?

    Hallo liebe Spieleforum-User

    Seit sich die Unterhaltungsmedien vom Gebiet des "puren Spassmachers" zum "Gefühlssimulator" gewandelt hat, bemerkt man immer mehr Menschen auf der Strasse deren Leben augenscheinlich zu langweilig und trüb geworden ist.

    Was ich meine sind Filme wie "Der Herr der Ringe", die in vielen Zuschauern nicht nur ein grandioses Epos geliefert hatte, sondern auch einen geradezu parasitären Wunsch eines ähnlichen Erlebnisses.

    Besonders Computerspiele, und ich sage jetzt nicht das CS und Co. für Amokläufe verantwortlich ist etc., drücken, je nach dem Grad der Darstellung, dem Spieler Gefühle auf, die manche nur zugerne Ausleben. So sehnen sich manche Menschen geradezu krampfhaft nach dem nächsten FF-Teil um die nächsten Story zu erleben, insgeheim hoffend, sie würde ihn wieder irgendwo "berühren", lassen dafür andere Dinge liegen und sind mehr darauf bedacht wieder in ihre Spielewelt zu tauchen

    Meine Frage ist nun,
    Ist das Real Life so bedrückend und kalt geworden, dass sich der Mensch seine Gefühle nun vorwiegend bei den Unterhaltungsmedien holen muss/will?
    Würde der Mensch sich gerne von dieser Realität lossagen, lieber in eine andere Welt eintauchen die einen nicht so drückt?
    Und inwiefern handicapt es Menschen, die diesem unstillbarem Drang nachgehen?
    Und wie wird dass in Zukunft aussehen, wenn man Gefühle gezielt per Knopfdruck auslösen kann?

    Wie ist eure Meinung?

  2. #2
    Mitspieler
    Im Spiele-Forum seit
    Feb 05
    Ort
    Dortmund
    Beiträge
    71
    Spiele ermöglichen einem Dinge zu machen, zu denen man sonst nicht in der Lage wäre. Abenteuer zu erleben, ein großer Sportler sein, unendlich reich zu sein, etc.


    Früher hatten die Leute keine Spiele und sind halt in Bücher abgetaucht. Es hat sich nur das Medium geändert, aber nicht der Mensch.


    Bücher wie Herr der Ringe wurde heutzutage einfach nur auf die neuen Medien übertragen. Mit Film und Computerspiel lassen sich mehr Menschen erreichen, daher ist dies besonders auffällig.

    Man sieht es gerade an den älteren Menschen, die sich jeden Abend ein Buch nehmen und ein paar Stunden in eine andere Welt abtauchen. So zumindest meine Erfahrung.

  3. #3
    Dominating Force Benutzerbild von cyberstar
    Im Spiele-Forum seit
    Jan 05
    Ort
    C:\Deutschland\Berlin
    Beiträge
    4.082
    Hi Leute,
    Ich tue, für mich persönlich gesprochen, keinesfalls mit Spielen einer trüben Realität entfleuchen! Für mich sind Computer/Videospiele eine wertvolle Bereicherung der Freizeit. Obwohl ich sehr viel Zeit damit verbringe ist das bei weitem nicht das einzige was ich in meiner Freizeit mache.
    Ich denke das Spiele einem zum einen Dinge ermöglich die man in der Realität nur schwer umsetzen kann. Ich liebe es zum Beispiel in GTR realistisch über Rennstrecken zu brausen aber würde nie auf die Idee kommen an einem echten Rennen teilzunehmen, da ich keine Lust habe an einem Baum zu enden! Zum anderen sind Spiele einfach nur eine gute Art der Unterhaltung und man hat die Möglichkeit sich mit anderen zu messen.
    Ich kenne aber Leute die definitiv viel zu viel Zeit mit WoW verbringen und soziale Kontakte, Schule oder Arbeit vernachlässigen! Mit einem faden und tristem Alltag hat das eher weniger zu tun.

    Greetz Cyberstar

  4. #4
    I miss my Snowqueen... Benutzerbild von Shiny Scorpio
    Im Spiele-Forum seit
    Oct 04
    Ort
    Bambushausen
    Beiträge
    2.722
    Naja ehrlich gesagt stell ich mir manchmal gerne vor ´so zu leben wie in manchen RPS´s...
    Da kann man schon stunden vor sitzen...

    Is halt so das es draußen im RL nich so schönes gibt...
    Das einzige was man da tut is arbeiten und zu sehen das man n bissl Geld hat... Wochenende für sein Durst sorgen.. so super is das eigentlich auch nicht...
    Aber es gibt nun mal im RL in den Feldern keine Viecher die man besiegen muss um Stärker zu werden um n großen obermotz zu besiegen.

    Man würde dich hier in den Knast stecken... ^^
    GRUSSLISTE
    LuScoDa - LSDT - Euch mag es keinen Sinn ergeben, dennoch: Das ist meine Vergangenheit.

  5. #5
    Hungrig von Träumen Benutzerbild von Tabitha-Lee
    Im Spiele-Forum seit
    Feb 05
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    1.680

    Beeinflussung suptiler Natur

    Ich finde, die Medien insgesamt beeinflussen den Menschen total stark. Da Du Dich ja nicht auf das Spielen reduziert hast, kann ich es so sagen. Es gibt dafür doch unendlich viele Beispiele. Allein die ästhetischen Maßstäbe, wie man (und vor allen Dingen Frau) auszusehen hat, werden durch die Medien stark beeinflußt. Seit eine gewisse Blondine in einem roten Badeanzug mit üppiger Oberweite täglich der Star der Nachmittagssoap war, hat die Silikonimplantat produzierende Industrie enorm zugelegt. Das war sogar auf dem Aktienmarkt spürbar. Und der Trend hält an. Siehe Schönheitsop. als Livesendung.

    Was würden die Menschen ohne Fernsehen denn abends machen? Geht doch mal um 22 Uhr, Dienstagabend auf die Straße und schaut euch die Lichter in den Wohnungen an. Wo ist kein TV eingeschaltet?

    Ich las vor einigen Jahren die Empfehlung eines Journalisten, man solle mal den Test machen, und sich zur Medienabstinez zwingen. KEIN Radio und TV. Mindestens zwei Wochen.

    Wenn das einer ohne Probleme kann, der ist nicht irgendwie süchtig. Wobei zwei Wochen noch sehr bescheiden sind. Bei anderen Süchtigen geht man von einer viel viel längeren Abstinenz aus, um den Grad der Abhängigkeit zu testen.

    So gesehen, müßten alle Menschen süchtig sein, die jeden Tag fernsehen. Ich besitze keins. Wollte mal sehen, ob das geht und das geht schon seit mind. 7 Jahren. Und ich muß sagen, ich habe definitiv mehr Briefe an Freunde und Fanmile geschrieben und bin insgesamt viel aktiver. Gruß Lee

  6. #6
    Zockerdino Benutzerbild von batman21
    Im Spiele-Forum seit
    Dec 03
    Ort
    Schwarzwald
    Beiträge
    434
    früher ging man ins kino und schaltete für 2 stunden ab. man ließ sich einfach unterhalten. so mancher träumte von irgendwelchen filmhelden. kennen wir doch alle, ob aus der kindheit oder manche noch heute.

    durch spiele hat man heutzutage sicherlich eine möglichkeit in traum-bzw. wunschwelten einzutauchen. die games werden umfangreicher, erreichen filmqualität und die handlung lässt sich beeinflussen, der spielbare charakter verändern. es wird vielleicht nicht alles kälter im realen leben aber durch die heutigen games lässt es einen doch viel leichter dinge, sorgen z.b., für eine gewisse zeit vergessen. durch die verbindung zahlreicher spieler übers netz, siehe world of warcraft zum beispiel, wird die möglichkeit geschaffen in einer künstlichen welt mit realen leuten zusammenzukommen.

    gefühle auf knofdruck fände ich schade. ein gefühl ist eigentlich etwas spontanes, da brauchts keinen knopf.
    SIE LACHEN ÜBER DAS GESETZ, ABER SIE LACHEN NICHT ÜBER MICH!
    Frank Castle aus "Die Rückkehr ins große Nichts"

  7. #7
    Meisterspieler Benutzerbild von Master of Desaster23
    Im Spiele-Forum seit
    Jul 03
    Ort
    Bei mir zuhause
    Beiträge
    1.383
    Zu deiner allerersten Frage;JA!!!
    Das RL ist bedrückend und kalt geworden!!!
    Man sieht es jeden Tag im Fernsehen oder liest es in der Zeitung.
    Die Motto´s der heutzutage lebenden Menschen lautet: "Jeder ist sich selbst der nächste" und "Jeder denkt an sich,nur ich denk an mich".
    Wie sonst kann es passieren,das alte Menschen teilweise monatelang tot in ihrer Wohnung liegen!?
    Oder das in Hamburg ein Junge 7 Jahre lang in seinem Zimmer eingesperrt lebt und nicht zur Schule geht!
    In Amerika wie in Deutschland werden auf offener Strasse die Leute erschossen,ausgeraubt und zusammengeschlagen,aber keinen interessiert das!!!
    Eltern lassen ihre Kinder oder ihre Hunde im heissen Sommer in den Autos zurück,keinen interessiert das!!!!
    Und warum!?
    Weil sich einfach keiner mehr um den anderen kümmert.
    Keiner will Verantwortung zeigen,geschweige denn übernehmen.
    In Deutschland finde ich es besonders schlimm!
    Deutschland ist von einem Parasitären und Egoistischen Volk bevölkert (ich meine nicht die ausländischen Mitbürger,sondern die Deutschen allgemein).
    Mitnahmementalität direkt neben "Ichichichichich" und "meinsmeinsmeinsmeins".

    Aus diesen Gründen bin ich froh,wenn ich nach der Arbeit zuhause bin und meine Games zocken kann.Eintauchen in eine Fantasywelt und alle Sorgen und Probleme vergessen.
    Im Internet kann ich ungezwungen mit Gleichgesinnten reden und austauschen.
    Vielleicht halten mich viele jetzt für arm,aber die Gesellschaft "dort draussen" ist in meinen Augen noch ärmer als ich.
    Ich bin (teilweise) glücklich mit meinem Leben und das ist gut so.

    In diesem Sinne,MoD23
    Jeden Tag erhöht sich die Anzahl derer,die mich am Arsch lecken können.

    Ironie und Sarkasmus sind meine Eltern.

  8. #8
    Hungrig von Träumen Benutzerbild von Tabitha-Lee
    Im Spiele-Forum seit
    Feb 05
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    1.680

    Spieleleidenschaft und gefühlskälte

    Das RL ist bedrückend und kalt geworden!!!
    Man sieht es jeden Tag im Fernsehen oder liest es in der Zeitung.
    Die Motto´s der heutzutage lebenden Menschen lautet: "Jeder ist sich selbst der nächste" und "Jeder denkt an sich,nur ich denk an mich".
    Du bist wirklich sehr offen, mit Deinem Statement. Ich finde, die wenigsten Leute geben zu, daß es so ist, wie Du sagt, wenn man sie so direkt fragt.

    Dennoch habe ich mir zum Ziel gesetzt, mich um andere zu kümmern und für andere ein offenes Ohr zu haben, auch wenn ich nicht immer das zurückbekomme, was ich investiere. Ich spiele vielleicht auch viel, aber ich kann auch aufhören damit, wenn ich merke, daß jemand meine Hilfe brauchen könnte.

    Ich finde, Du sprichst eine Problematik an, die schwer zu verarbeiten ist. Klar ist es kalt geworden zwischen den Menschen. Ich selbst hab den Eindruck, daß ich dieser Kälte gegenüber machtlos bin, auch wenn ich versuche, sie aus meinem Umfeld fern zu halten. Aber ich würde deshalb nicht süchtig werden und mich nur in Spielen verkriechen. (Obwohl es manchmal verlockend ist, so zu spielen, als sei man ein Teil des Spiels). Es holt mich doch immer wieder in die Ralität zurück, in das gesellschaftliche Leben. Egal wie sehr ich mir etwas anderes wünsche. Man kann nicht weglaufen, wegschauen. Man ist einfach selbst gefordert, dagengen anzukämpfen und in seiner eignen kleinen Welt ein klitzekleiner Held zu sein, auch wenn es kaum einer mitbekommt. Meinst Du nicht auch?

  9. #9
    Meisterspieler Benutzerbild von Master of Desaster23
    Im Spiele-Forum seit
    Jul 03
    Ort
    Bei mir zuhause
    Beiträge
    1.383
    Zitat Zitat von Tabitha-Lee
    Du bist wirklich sehr offen, mit Deinem Statement.

    Hi TL,
    ich denke mal,jeder weiss das es so ist,aber die wenigsten trauen es sich zu sagen (wie du ja auch angemerkt hast) und den meisten geht es auch am Ar*** vorbei.Und genau da beginnt das Problem.Es interessiert einfach keinen!

    Zitat Zitat von Tabitha-Lee
    Dennoch habe ich mir zum Ziel gesetzt, mich um andere zu kümmern und für andere ein offenes Ohr zu haben, auch wenn ich nicht immer das zurückbekomme, was ich investiere.

    So war ich auch einmal.Ich habe wirklich für jeden ein offenes Ohr gehabt.
    Aber wenn ich dann mal Probleme hatte musste ich zusehen,wie ich klarkam.
    Aber ich habe mir weiterhin die Probleme der anderen angehört.
    Und seit einem Zwischenfall mit meiner Ex-Freundin bin ich nicht mehr so zugänglich für Probleme anderer,denn ich habe Probleme,für die sich auch keiner interessiert.
    Das mit meiner Ex ist sowieso der Hammer schlechthin.Wir waren nach unserem Beziehungsende die besten Freunde und als bester Freund war ich natürlich bei jedem kleinen Wehwehchen bei ihr.
    Als dann meine Freundin ihre Ausbildung verloren hat,habe ich ihr gesagt das ich an dem Tag keine Zeit für sie habe und sie jedoch dafür Verständnis haben solle.Sie meinte nur,für meine Freundin hat sie Verständnis,für mich jedoch nicht.Habe nur gedacht,"dann leck mich doch am Ars**".
    Und seitdem bin ich verschlossener den Problemen anderer gegenüber.
    Natürlich helfe ich weiterhin wo ich nur kann.Aber ich erwäge vorher,ob es wirklich wichtig ist oder nicht.
    Mein Kollege und bester Freund zum Beispiel.
    Bei seiner Mutter wurde ein bösartiges Geschwür festgestellt,sie muss operiert werden und er ist natürlich deswegen derbst down.
    Als sein bester freund aber,kann ich nicht einfach tatenlos zusehen,wie er sich verkriecht und versumpft.
    Zitat Zitat von Tabitha-Lee
    Ich finde, Du sprichst eine Problematik an, die schwer zu verarbeiten ist. Klar ist es kalt geworden zwischen den Menschen. Ich selbst hab den Eindruck, daß ich dieser Kälte gegenüber machtlos bin, auch wenn ich versuche, sie aus meinem Umfeld fern zu halten. Aber ich würde deshalb nicht süchtig werden und mich nur in Spielen verkriechen. (Obwohl es manchmal verlockend ist, so zu spielen, als sei man ein Teil des Spiels).

    Es ist ja nicht so,das ich NUR vor der Kiste hänge und der Realität zu entfliehen versuche.Das mache ich nur zu ca 75% meiner Freizeit.
    Aber ich habe ca 7000€ Schulden und ein Nettoeinkommen von grade mal 900€ und ich bin Alleinverdiener.
    Davon muss ich Miete,Strom,Rechnungen usw. bezahlen,meine freundin,mich und meine beiden Katzen ernähren und natürlich schulden bezahlen.
    Jeden Tag frage ich mich,wie ich das alles schaffen soll und wielange es wohl noch dauert,bis sie mir meine Bude leergepfändet haben.
    Das sind Probleme,die mich wirklich jeden Tag beschäftigen und die ich nicht einfach mal so abschalten kann.
    Also häng ich mich vor die Kiste und spiele,denn da kann ich komplett abschalten und mich erholen.
    Zitat Zitat von Tabitha-Lee
    Es holt mich doch immer wieder in die Ralität zurück, in das gesellschaftliche Leben.

    Den Bezug zur Realität habe ich aber trotzdem nicht verloren.
    Ich lebe immer noch in der Realen Welt und nicht in irgendeiner Wunschwelt.
    Zitat Zitat von Tabitha-Lee
    Man kann nicht weglaufen.

    Leider nicht.
    Zitat Zitat von Tabitha-Lee
    Man ist einfach selbst gefordert, dagegen anzukämpfen und in seiner eigenen kleinen Welt ein klitzekleiner Held zu sein, auch wenn es kaum einer mitbekommt. Meinst Du nicht auch?
    Ich weiss nicht,ob ich ein Held bin und ich weiss auch nicht,ob ich einer sein möchte.
    Jedenfalls bin ich Optimist und denke immer bei mir,"es kann nur besser werden.
    Irgendwann hast du es geschafft und bist deine Schulden los."
    Ich denke mal,dieser Optimismus und meine Freundin sind die Gründe,die mein Leben erhalten.

    In diesem Sinne,MoD23
    Jeden Tag erhöht sich die Anzahl derer,die mich am Arsch lecken können.

    Ironie und Sarkasmus sind meine Eltern.

  10. #10
    ehemals Romb
    Im Spiele-Forum seit
    Feb 04
    Beiträge
    1.554
    Zitat Zitat von Wakka17
    Spiele ermöglichen einem Dinge zu machen, zu denen man sonst nicht in der Lage wäre. Abenteuer zu erleben, ein großer Sportler sein, unendlich reich zu sein, etc.


    Früher hatten die Leute keine Spiele und sind halt in Bücher abgetaucht. Es hat sich nur das Medium geändert, aber nicht der Mensch.


    Bücher wie Herr der Ringe wurde heutzutage einfach nur auf die neuen Medien übertragen. Mit Film und Computerspiel lassen sich mehr Menschen erreichen, daher ist dies besonders auffällig.

    Man sieht es gerade an den älteren Menschen, die sich jeden Abend ein Buch nehmen und ein paar Stunden in eine andere Welt abtauchen. So zumindest meine Erfahrung.

    Siehst du, und du bist ein ernstes Opfer davon, da du die Meinung vertrittst, Bücher würden sogut wie überhaupt nichtmehr existieren, oder wären Randprodukte.
    Provozieren heißt, die Leute denken zu lassen.
    -John le Carré

  11. #11
    Hungrig von Träumen Benutzerbild von Tabitha-Lee
    Im Spiele-Forum seit
    Feb 05
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    1.680

    Spielen als Flucht

    Master of Desaster23
    So war ich auch einmal.Ich habe wirklich für jeden ein offenes Ohr gehabt.
    Aber wenn ich dann mal Probleme hatte musste ich zusehen,wie ich klarkam.
    Aber ich habe mir weiterhin die Probleme der anderen angehört....
    Aus Dir spricht die Enttäuschung und ich kann Dich gut verstehen. Meistens ziehe ich mich erst mal zurück, wenn ich nur Hinterntritte ernte. Aber dann frage ich mich immer, was für einen Menschen ich sehen will, wenn ich in den Spiegel schaue. Es braucht nicht so lange, und ich mach da weiter, wo ich aufgehört habe, denn ich muß es auch mit mir aushalten können und ich möchte mich selbst noch leiden können.

    Es gilt eben doch immer noch die Frage, die ein Jude einen Rabbi im wahrschauer Ghetto stellte: Kann man in einer unmoralischen Welt moralisch sein?

    Es ist ja nicht so,das ich NUR vor der Kiste hänge und der Realität zu entfliehen versuche.Das mache ich nur zu ca 75% meiner Freizeit.
    Aber ich habe ca 7000€ Schulden und ein Nettoeinkommen von grade mal 900€ und ich bin Alleinverdiener....
    Genau das ist es, worüber wir hier reden. Wenn ich Probleme habe, deren Lösung nur langfristig erreicht werden kann, dann habe ich, genau wie Du beschreibst, zwischendurch enorme Tiefs und ich spiele dann devinitiv mehr und intensiver, als ohne diesen Druck.

    Aber darum geht es ja gerade. Die Frage ist, ob das eine Sucht ist und ich vertrete den Standpunkt, daß es keine ist. Es ist Selbstschutz. Denn in dem Moment, in dem ich dem Druck dadurch ausweichen kann, daß ich spiele, kann ich wieder regenerieren. Das spart das Geld für teure Medikamente (z. B. gegen Magenschmerzen), die sowieso nie helfen.


    Den Bezug zur Realität habe ich aber trotzdem nicht verloren.
    Ich lebe immer noch in der Realen Welt und nicht in irgendeiner Wunschwelt.
    Genau so ist es. Spielen ist eine Art Puffer für mich, wenn ich ausgepowert bin, ein Ventil, um Druck abzulassen. Und daher ist es keine Sucht. - Lee

  12. #12
    Meisterspieler Benutzerbild von Andaran
    Im Spiele-Forum seit
    Apr 05
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    871
    Unterhaltungsmedien beeinflussen uns inzwischen so stark, wie vor 100+ Jahren das Buch. Wie Wakka17 bereits formulierte, hat sich das Medium lediglich gewandelt. Ganz ernsthaft, es gab früher schon Menschen, die einfach durchdrehten. Als zum Beispiel um 1780 Goethes "Die Leiden des jungen Werther" veröffentlicht wurde, gab es zahlreiche Menschen, die sich eine Kugel in den Kopf jagten.
    Würde jemand heutzutage einen Horrorroman (ich distanziere Horror von Goethe, soll nur ein Beispiel sein!) lesen und sich danach erschießen, würde augenblicklich die Diskussion starten, ob Horrorbücher nicht zu gefährlich für unsere Gesellschaft wären etc.pp. "Die Leiden des jungen Werther" dagegen sind heutzutage Schulliteratur. Da regt sich niemand auf und niemals würde jemand heutzutage auf die Idee kommen, dass Goethes Literatur auf den Index sollte, würde sich nach der Lektüre einer das Leben nehmen. Wahrscheinlich würde man das Buch übersehen und nach dem Musikgeschmack, der Computer(spiel)leidenschaft etc. prüfen.

    Ich kann mich allerdings auch nicht der Meinung anschließen, dass das Leben (wieso schreibt ihr vom RL Leben, gibt es ein anderes??) kalt und bedrückend 'geworden' ist. Im Gegenteil!
    Wir arbeiten nicht von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, wie unsere Ahnen. Wir haben Elektrizität, Fernwärme etc. und können es uns entsprechend gutgehen lassen. Seit 60 Jahren gab es auf deutschem Boden keinen Krieg mehr und seit ca. 15 Jahren glauben die Menschen immer weniger an die "große Gefahr aus dem Osten".

    Heutzutage glauben wir dagegen an die "Gefahr aus dem mittleren Osten", steigern uns in den Kapitalismus und fühlen uns schlecht, wenn wir das Zweitauto verkaufen müssen. Wir verdienen 900€ und beklagen uns. Natürlich zu recht, die subjektive Perspektive versprüht bei Schulden und Niedriglohn Stress pur. Ich kenne die Situation zu gut, bin also niemand, der von unbekanntem Terrain spricht.

    Trotzdem, wo geht es uns denn wirklich schlecht?? Die überwiegende Mehrheit dürfte ein Leben haben, bei dem man zum Kühlschrank geht, wenn man Hunger hat, sich täglich duscht, wenn man sich unwohl fühlt, zum Telefon greift, um mit entfernten Verwandten zu reden oder schlicht das Internet nutzt, um mit jeder beliebigen Person zu chatten, die das Netz nutzt. Aber gut, ich komme eigentlich von dem Punkt weg, den ich ansprechen wollte.

    Das eigentliche Problem in unserer Welt ist nicht, dass es uns so schlecht geht. Das eigentliche Problem liegt darin, dass wir kontinuierlich einer deutlichen Reizüberflutung ausgesetzt sind -emotional und von den Sinnen her.
    Wer in einer Stadt wohnt, hat ununterbrochen Autolärm, vielleicht Flugzeuglärm, Menschen über Menschen, die miteinander reden, Hunde die bellen, ständig wechselnde Perspektiven usw. Hinzu kommt, dass man über die Medien in erster Linie Negatives vermittelt bekommt.
    Niemanden würde es interessieren, wenn weltweit in der letzten Woche 173 Menschen Lottomillionäre geworden sind (fiktionäre Zahl). Ein Busunfall in den Karpaten, mit 65 Toten ist dagegen eine Meldung wert.
    Die Nachrichten verbreiten tagtäglich Meldungen über Kriege, Terror, Totschlag, Unfälle usw. Durch die globale Vernetzung bekommen wir inzwischen immer schneller und genauer mit, wo was auf der Welt passiert. Das führt dazu, dass Mensch abstumpft, klar. Nachrichten aus aller Welt betrachten inzwischen doch viele Menschen schon so distanziert wie ein Computerspiel. Und trotzdem nimmt es uns mit, wenn wir zusätzlich Bilder von Mord und Totschlag sehen 'dürfen'.
    Ernsthaft, hätte ich Kinder, wären die Nachrichten streng verboten!

    Wir werden tagtäglich derart mit Stress (Reizüberflutung ist meist ein unerkannter Stress) zugeballert, dass wir uns Ausgleiche suchen. Nun kommen wir zum Zirkelschluss meiner Eröffnung. Früher waren das Bücher, Theater (was nicht weniger brutal war, wie heutiges Kino) usw. heute sind es halt Kino, TV und Computerspiele.
    Wenn ich Unreal Tournament (Ego Shooter) spiele, dann kann ich mich abreagieren. Wenn ich Final Fantasy spiele, kann ich auch darin 'versinken' -auch wenn ich sofort im hier und jetzt wäre, wenn mich jemand plötzlich ansprechen würde.

    Um also speziell im Kurzen auf die Fragen zu antworten:

    Ist das Real Life so bedrückend und kalt geworden, dass sich der Mensch seine Gefühle nun vorwiegend bei den Unterhaltungsmedien holen muss/will?
    Nein, ist es nicht. Wir werden nur überreizt und nutzen, was uns angeboten wird, um abzuschalten.

    Würde der Mensch sich gerne von dieser Realität lossagen, lieber in eine andere Welt eintauchen die einen nicht so drückt?
    Früher war es der klassische Traum vom fliegen, "frei wie ein Vogel". Oder zum Romanheld zu werden. Heutzutage fantasieren wir über Hauptcharaktere von Computerspielen. Nur dass das 'eintauchen' heutzutage einfacher ist, als früher, weil es visuell realistischer ist. Keine große Veränderung zu früher, nur anders. Ich glaube eher nicht, dass der Mensch sich wirklich lossagen will. Er sucht nur einen Ausgleich zum Stress. Das geht durch Fantasie sehr gut.

    Und inwiefern handicapt es Menschen, die diesem unstillbarem Drang nachgehen?
    So wie schon immer. Wenn ein Mensch den Grad der Bodenständigkeit verlässt und beginnt in andere Sphären zu schweben, kollidiert er mit der Gesellschaft, die in all den Irrungen und Wirrungen dennoch Bodenständigkeit erwartet. Wer erkennt, dass er sich mehr wegschließt, als am Leben teilzunehmen, sollte schleunigst etwas dagegen unternehmen.

    Und wie wird dass in Zukunft aussehen, wenn man Gefühle gezielt per Knopfdruck auslösen kann?
    Die Frage ist wohl eine der Grundsatzfragen der folgenden Generation. Zurzeit haben wir noch zu sehr mit der Gentechnik und unserem Moralkodex zu tun. Ich bin da sehr liberal eingestellt. Wenn es einem Menschen in gewisser Form helfen kann, dann mag das okay sein -auch wenn ich mir schwer vorstellen kann, dass es viele sinnvolle Verwendungen dafür gibt. Bei manisch-depressiven Menschen macht es Sinn. Im Kriegseinsatz?? Niemand kennt die Folgen, wenn man einen Menschen Eindrücke durchleben lässt, ihm aber die natürlichen Reaktionen untersagt.
    Auf Knopfdruck Orgasmus ist für manche Frauen im Test auch ein Segen gewesen .. generell so ein Knöpfchen ist aber wohl eher eine Horrorvorstellung. (auch wenn ich da vielleicht einfach zu 'altbacken' bin)


    Generell ist wichtig, dass man nicht dort ansetzt, wo die Menschen ihren Ausgleich suchen. Man muss ansetzen, wo der Stress verursacht wird, vor dem die Menschen zu fliehen versuchen.
    Geändert von Andaran (1.5.05 um 13:02 Uhr)

  13. #13
    Elite-Spieler Benutzerbild von suicide_today
    Im Spiele-Forum seit
    Apr 05
    Ort
    Irgendwo mit nem Strick
    Beiträge
    333
    Ich denke schon, dass das Leben zu trübe und zu trist geworden ist, weshalb sich viele in die Spiele stürzen. Das mache ich zwar nicht, aber ich kann es nachvollziehen, da es bei mir so mit Büchern ist. Die willst aus der Welt verschwinden um für ein paar augenblicke jemand anderes zu sein, oder um einfach nur zu sehen, wie es anders sein könnte.

  14. #14
    Königliche Spassbremse Benutzerbild von Nigthmare
    Im Spiele-Forum seit
    Mar 05
    Beiträge
    1.402
    Nun, wie ich sehe kamen so einige Antworten zusammen, die meinen Erwartungen entsprachen.
    Zwar gingen einige auf die Geschichte der Unterhaltugnsmedien an sich ein, jedocbh ging es mehr um ihren Einfluss.

    Zu fir Andaran:
    Deine Antworten waren gut formuliert, dass muss man sagen, jedoch, so habe ich das Gefühl, hast du den Hintergrund, der die Kernfrage darstellte, falsch aufgefasst.
    Ist das Real Life so bedrückend und kalt geworden, dass sich der Mensch seine Gefühle nun vorwiegend bei den Unterhaltungsmedien holen muss/will?
    Nein, ist es nicht. Wir werden nur überreizt und nutzen, was uns angeboten wird, um abzuschalten.
    Du stelltest die Problemlösung für die Überreizung dar, doch stellte ich mehr die Frage nach der Kälte der Welt, ihrer tristigkeit, ihrem Druck, der vom Arbeitsmarkt und Gesellschaft ausgeht. Zudem fragte hier auch, ob du überhaupt noch grossartig was fühlst, wenn du überhaupt keine Unterhaltungsmedien nutzt.

    Ich glaube eher nicht, dass der Mensch sich wirklich lossagen will. Er sucht nur einen Ausgleich zum Stress. Das geht durch Fantasie sehr gut.
    Und würde der Mensch je wieder zum Stress zurückkehren? Oder nicht doch viel lieber für immer an den, von ihm ausgewähltem Ort, bleiben?

    Wer erkennt, dass er sich mehr wegschließt, als am Leben teilzunehmen, sollte schleunigst etwas dagegen unternehmen.
    Ist das nicht der perverseste Zwang, den diese Welt für den einzelnen bereithält? Nicht weil er krank ist, nicht weil es ungesund ist, sondern weil er einfach nicht in dieser Welt existieren kann, sobald er diesen Pfad beschreitet? Ist das nicht der erste Schritt, eine Art von Mensch auszuschliessen, und nur den Menschen Platz zu machen, die Realistischer sind?

    Im Kriegseinsatz??
    Durchaus:
    Soldaten ohne Angst und Skrupel...

    Niemand kennt die Folgen, wenn man einen Menschen Eindrücke durchleben lässt, ihm aber die natürlichen Reaktionen untersagt.
    Die Reaktion kommt vom Menschen selbst, keine Maschine verbietet es ihm, oder spieltest du damit auf etwas anderes an?

  15. #15
    Meisterspieler Benutzerbild von Andaran
    Im Spiele-Forum seit
    Apr 05
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    871
    Bezüglich Nightmares Text

    Du stelltest die Problemlösung für die Überreizung dar, doch stellte ich mehr die Frage nach der Kälte der Welt, ihrer tristigkeit, ihrem Druck, der vom Arbeitsmarkt und Gesellschaft ausgeht.
    Der Frage zur "Kälte der Welt" und dergleichen, bin ich bereits vorher im Text entgegen getreten. (
    Ich kann mich allerdings auch nicht der Meinung anschließen, dass das Leben (wieso schreibt ihr vom RL Leben, gibt es ein anderes??) kalt und bedrückend 'geworden' ist. Im Gegenteil!
    [..])

    Abgesehen von der dort aufgeführten Meinung, denke ich, dass die Perspektive zum Leben, der Welt und der Gesellschaft letztlich Einstellungssache ist. Wenn ich aus allem das Negative ziehe und mich darin gehen lasse, fröstelt mich die "Kälte der Welt". Es gilt aber, den Blick vom Schlechten abzuwenden und nach vorne zu blicken. Wie im bereits geschriebenen Text aufgezeigt, zeigt der Blick in die Vergangenheit, dass es dem Menschen damals sicher auch nicht besser ging, im Gegenteil, eher schlechter. Der Blick in die Gegenwart hilft mir nur insoweit, als dass ich erkennen kann, woran ich bin und wo ich stehe. Der Blick in die Zukunft muss einer Vision folgen. Wo will ich hin, was kann ich unternehmen, bzw. sogar was muss ich unternehmen. Ich muss den Filter, den die Medien nutzen (alles Negative wird aufgezeigt, das Positive wird als langweilig oder "normal" am Rande, wenn überhaupt, erwähnt) ablegen und einen differenzierten Blick aufsetzen.
    Klar, die Arbeitslosigkeit ist auf einem Rekordhoch. Die Wirtschaft ächzt und die Medien werden nicht müde, unseren angeblichen Niedergang zu zelebrieren. Aber was bringt es mir, wenn ich nur dieses sehe? Es gibt auch genug freie Stellen, die nicht besetzt werden, weil sich niemand darum kümmert. Es entstehen völlig neue Arbeitsmöglichkeiten und in der Dienstleistungsbranche ist man für jede Arbeitskraft dankbar. Ja, man muss eventuell umlernen oder etwas arbeiten, wofür man eigentlich nicht gelernt hat, aber so ist die neue Welt: flexibel. Man kann auch umsteigen und sehr erfolgreich werden. Man kann auch auf die schönen Dinge des Lebens achten. Wenn man nicht mehr jede positive Erfahrung nur mit "so muss das sein" bewertet, sondern sich auch darüber freuen kann, ist man auf dem richtigen Weg.

    Und würde der Mensch je wieder zum Stress zurückkehren? Oder nicht doch viel lieber für immer an den, von ihm ausgewähltem Ort, bleiben?
    Dem gesunden Menschenverstand ist klar, dass ein Fantasiekonstrukt eben auch nur das ist, ein künstliches Gebilde der eigenen Geisteskreativität. Ich mag mich in die bunte Welt von Final Fantasy hineinleben können und mit den Charakteren voran preschen wollen, aber für immer in dieser Welt sein - eine Horrorvorstellung!
    Ein stets einlullendes Umfeld sorgt für Langeweile. Klar, man kann auch dem Suchtfaktor erliegen und sich regelmässig wegbeamen. Da ist Spielsucht ähnlich wie Drogensucht. Die Frage müsste also eher lauten: würde nicht jeder Mensch am liebsten in seiner Sucht gefangen sein wollen und den Druck von aussen ignorieren können?
    Prinzipiell kann man die Frage mit "ja" beantworten, aber letztendlich ist ein solches Suchtverhalten nur ein Anzeichen dafür, dass der Mensch mit seiner Überforderung/Überreizung nicht klar kommt. Dann wird es eher Zeit, etwas an seinem Lebensrhythmus zu ändern, als sich in die Sucht zu flüchten.

    Ist das nicht der erste Schritt, eine Art von Mensch auszuschliessen, und nur den Menschen Platz zu machen, die Realistischer sind?
    Die Realität gebietet einfach, dass Mensch real ist. Klar, wir können uns auch in die philosophische Theorie der Skeptiker flüchten und darauf beharren, dass wir ja eigentlich eh nur unser Selbst bewusst sein können und alles andere reine Vorstellung sein könnte. Demnach wäre es auch egal, ob ich "real" in dieser Welt lebe oder nicht.
    Ich ziehe den bodenständigeren Weg vor. Wir leben nunmal in einer klaren und greifbaren Welt. Es ist schön, dass wir uns dann und wann auf die eine oder andere Weise davon frei machen können, aber es ist ebenso schön, in und mit ihr zu leben.

    Die Reaktion kommt vom Menschen selbst, keine Maschine verbietet es ihm, oder spieltest du damit auf etwas anderes an?
    "Soldaten ohne Angst und Skrupel" schreibst Du vorher. Richtig, darauf würde es hinaus laufen. Aber nur, weil unser Körper keine Endorphine und sonstiges ausschüttet, weil der Angstreflex per Knopfdruck untersagt wird, nimmt man den Terror dennoch wahr. Wer kann voraus sagen, was vielleicht 1 Jahr nach solch einer Situation geschieht? Wir wissen ja schon, was passiert, wenn jemand eine traumatische Situation verdrängt hat und was für Folgen daraus entstehen können. Ich möchte nicht wissen, was mit einem Menschen passiert, der nicht nur verdrängt hat, sondern gleich völlig eine angemessene Reaktion unterdrückt (bekommen) hat. Wer weiss, was für posttraumatische Symptome soetwas zu Tage bringen würde..

  16. #16
    Königliche Spassbremse Benutzerbild von Nigthmare
    Im Spiele-Forum seit
    Mar 05
    Beiträge
    1.402
    Wir verstehen uns offensichtlich falsch.

    Meine Frage lautete nie ob ein Mensch sich für immer in ein Spiel flüchten wöllte, sie lief darauf hinaus dass, hätte der Mensch dir reele Gelegenheit dazu, dieser Welt zu entfliehen, würde er es tun oder nicht? Das meinte ich mit lossagen.
    Du jedoch antwortest stets, als wäre der Mesnch beständig dazu bestrebt, zurückzukehren, hätte er genug Stress abgebaut, dann glich dieser Umstand aber eher Urlaub.

    Die Realität gebietet einfach, dass Mensch real ist. Klar, wir können uns auch in die philosophische Theorie der Skeptiker flüchten und darauf beharren, dass wir ja eigentlich eh nur unser Selbst bewusst sein können und alles andere reine Vorstellung sein könnte. Demnach wäre es auch egal, ob ich "real" in dieser Welt lebe oder nicht.
    Auf eine derartige Ansicht wollte ich nicht zurückgreifen.
    Meine Frage ging vielmehr darum, dass jene Menschen, die in ihrer Art mit mehr Fantasie durchs Leben gehen als mit dem "gesündererem" Rationalismus, von einer derartigen Struktur ausgeschlossen oder zumindest behindert werden.

    Was desweiteren die Sache mit dem direktem Gefühlssimulator angeht.
    Du spielst auf Nebeneffekte derartiger Unterfangen an, oder?

    Nun, ich bewzweifle eine Folge in der Hinsicht.
    Ein unterdrückter Trauma ist ein bereits druchgeführtes Erlebnis, derartige Traumas entstehen erst durch die in dem Moment durchlebten Gefühle.
    Man kann sich das wie an einem Computer vorstellen, der Befehl zur Ausschüttung erfolgt zwar, der Vorgang jedoch wird nicht ausgeführt, daraus resultierende Spätfolgen kann ich mir nicht vorstellen da ich zweifel darüber habe, dass im Gehirn darauf geachtet wird, dass derartige Vorgänge auch wirklich anlaufen.
    Wie nimmt man den auch Terror wahr?
    Man nimmt Bilder, Töne, Gerüch etc. wahr, daraus resultiert erst die Reaktion des Körpers, diese hingegen wird nicht unterdrückt, sie erfolgt komplett gar nicht, so können auch keine Folgegefühle für eine spätere Unterdrückung entstehen und damit auch keine Vorlage für eine Spätreaktionen zur Verfügung stehen.

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Dead Rising - was mache ich mit den menschen
    Von tank123 im Forum Action & Adventures
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 29.3.07, 01:15
  2. Technik? - Wird sie den Menschen updaten?
    Von Stacer im Forum Allgemeines Gaming-Forum
    Antworten: 22
    Letzter Beitrag: 27.6.03, 17:22

Lesezeichen

Forumregeln

  • Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
  • Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
  • Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
  • Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.
  •