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Alt 8.2.05, 18:19   #49
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Re: CD-Reviews


Samsas Traum - a.Ura und das Schnecken.Haus (Irgendwo zwischen "Metal"/"Klassik"/"Theater"/Gothic")

Ohne den Rat eines wundervollen Menschen hätte ich mich dieser CD wohl nie angenommen - zuletzt war es doch ein Glück, dass ich auf "Samsas Traum" aufmerksam gemacht wurde.

Wie bereits erwähnt möchte ich das Genre nicht festlegen, da manche Titel gitarren-lastig, andere wiederrum nicht und eher in das Spiel klassischer Instrumente verfallen. Alles gleicht eher einem großen, mitreissenden, zusammenhängenden Theaterstück, welchem man mit geschlossenen Augen lauscht und eigene Bilder kreiert.

"Etwas Neues also ..." dachte ich, bevor ich ein "Schön" hinzugab, ein "Sehr schön" um genau zu sein.
Was mir hier geboten wird, ist wahrlich beeindruckend - beginnend mit dem Äußeren wurden beide CDs in einem bräunlich unterstrichenem DigiPack verpackt, mit einem Poster und dem kartenähnlichen Booklet versehen. Insgesamt bietet "a.Ura und das Schnecken.Haus" über 100 Minuten - mal düster, mal hoffnungsvoll, mal augenzwinkernd, mal todernst - doch immer mitreissend und sehr durchdacht.

Hierbei möchte ich nicht alle Stücke einzeln durchgehen, da sie zusammenhängend ein Ganzes bilden und so schwer trennbar sind.
Unter anderem stellt "Der Junge lebt im Brunnen" ein mitreissendes Werk nach Hoffnung und Liebe dar, gespickt mit einem Schluss, der zum Nachdenken anregt. "Die Königin der Kinder.Katzen" wird unterstützt von "Blutengel"Sängerin Constance. Jene trägt einen großen Teil zum Refrain-losen und doch sehr anziehenden Lied bei und stellt mit Alf Poier den einzigen Gast dar.
Weiterhin fallen "Siyphos", der Titelsong, sowie "K.haos-Prinz und Wind-Prinzessin" sehr positiv auf - obgleich kein Lied wirklich dem anderen vorzuziehen wäre. Einzig "Ich wünscht' mir, dass das Zebra sweigt" tanzt ein wenig aus der Reihe, da Text und Spiel sehr an ein Kindermärchen erinnern. Eine gelungene Abwechslung, die den ein oder anderen Lacher nicht unterdrückt.
"Der Spiegel sieht mich nicht" ist ein Hin-und-Her von Liebe, Zweifel und Tod, welches den Hörer grübelnd und beeindruckt zurücklässt. Nicht wenig trägt dazu der gelungene Text/Titel, die Gaststimmen und das vergleichsweise hektische Spiel bei.

Schier unzählige Seiten könnte man weiterschreiben, über das Werk, das sich "a.Ura und das Schnecken.Haus". nennt. Dazu ist es mir kaum möglich, eine Empfehlung, einen Vergleich oder Ähnliches zu nennen, da "Samsas Traum" einen einzigartigen und äußerst spaltenen Stil verfolgen.

Fazit: Mir gefällt's ... und wie!

TitelListe:

CD1:

01 - K.ein einziges Wort
02 - Der Riesenraddieb
03 - Das Mädchen aus dem Inneren des Ketten.Karussels
04 - Der Junge lebt im Brunnen
05 - Flohzirkus
06 - Sisyphos
07 - a.Ura und das Schnecken.Haus
08 - Der Spiegel sieht mich nicht
09 - Die Königin der Kinder.Katzen
10 - Die Krähen.Kutsche
11 - Der Wald der vergessenen Puppen

CD2:

01 - Ein Kater kennt den Weg
02 - In der Höhle des Käfers
03 - Ein Name im Kristall
04 - K.haos-Prinz und Wind-Prinzessin
05 - Dort oben sterben Tiere
06 - Ich wünsch' mir, dass das Zebra schweigt
07 - Endtstation.Eden
08 - Mohn auf weißen Laken
09 - Blut ist in der Waschmuschel
10 - Die Zähne in der Hand
11 - A.usgesperrt
12 - Zwei Gelsen und ein Strick

GesamtLänge: CD1 - 51:42 | CD2 - 58:11

Cover: a.Ura und das Schnecken.Haus

Veröffentlichung: 29. November 2004
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Alt 9.2.05, 08:24   #50
Nazhgar
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The Martyrium - Sturmböen


The Martyrium - Sturmböen

Wer mich kennt weiß, dass ich der Untergrund-BlackMetal Szene immer sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr viel mehr sehr skeptisch gegenübergestanden habe und mir unterproduzierte Bands echt reihenweise nur auf den Sack gehen. Da wundert mich es eigentlich nicht, dass ich einer CD, dessen Cover nur zwei Farben (schwarz und weiß (keine Grautöne)) aufweißt keine Beachtung entgegenbringe.
Doch diesmal bin ich froh, dass man mich überredet hat doch wenigstens mal in dieses schwarze Stück Kunststoff reinzuhören. Und siehe da: Es hat sich gelohnt.

Zum anderen war es eine gute Wahl sich die CD Nachts im Dunkeln und auf dem Bett liegend zu genehmigen. So konnte sich das düstere Aroma, welches mir mit dem ersten Track "Im Angesicht der Dunkelheit" entgegenschwebte, frei entfalten. Nach dem einigen düsteren Samples aus diversen Filmen ala "The Ring", die die Stimmung deutlich vorantreiben setzten akkustische Gitarren ein, die ein wenig an die akkustischen Gitarren der Immortal Stücke erinnern (Natürlich mit Regenprasseln unterlegt). Die Dunkelheit breitet sich in meinem Hirn raus, während die Gitarren langsam immer düsterer und aggressiver werden, und sich ein verzerrtes Riff langsam in den Fordergrund schiebt...
Das Lied setzt ein, und erinnert mich von der Machart (nicht unbedingt von der Musik) an Taake. Nicht zu kratzig, nicht zu professional eben genau richtig, und vor allem...düster. Zudem kommt der Song ohne Blastbeats aus, was meiner Meinung nach löblich mal nicht dem BlackMetal Standart entspricht. Das Schlagzeug kommt zwar vom Computer, aber dies ist mir persönlich nur bei der Doublebase aufgefallen. Der obligatorische Einleitungskreisch fehlt auch (Daumen hoch, ich hätt's nie für möglich gehalten). Der Gesang klingt etwas gequält und doch arg unverständlich. Ob das Absicht ist vermag ich nicht zu wissen, aber dennoch passt es wohl zum Gesamtkonzept der CD, denn diese ist in allem nie übertrieben Blackmetallig oder Poserhaft ala "Wir sind die böseste Band der Welt". Die Texte gibt es auf der Homepage und im Booklet leider nicht (werd die Säcke mal anschreiben), aber wenn man sich die Titel der Tracklist anschaut wird man die Grundthematik der Songs schon verstehen. Es sind schwarze Melodien mal aggressiv, melancholisch aber nie übertrieben, nie rauschig, nie schlecht. Ein Werk was reinhaut, zum Kuscheln geeignet ist und meiner Meinung nach Beachtung erfordert.


Tracklist:
Im Angesicht der Dunkelheit
Asche
Sturmböen
Im Winde
Hinfortgetragen v. des Winters Winde
Herrscher der Flammen
Germania
Die Zusammenkunft der Heere

{Defekter Link entfernt #34580}

Geändert von Nazhgar (9.2.05 um 08:28 Uhr).
 
Alt 9.2.05, 08:40   #51
Nazhgar
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Agrypnie (Demo)


Agrypnie (Demo)

Ich habe es verprochen, es vergessen und dann wieder daran gedacht meine kurze Meinung zu der ersten Hälfte der Agrypnie/Fated Split zu versprühen.
Die Frage, die sich wahrscheinlich jeder stellen wird ist: "Mag ich Agrypnie, wenn ich Nocte mag?" Wer es nicht weiß, dem soll gesagt sein, dass Agrypnie welches (glaube ich) Schlaflosigkeit bedeutet ein Soloprojekt, vom Thorsten dem Unhold darstellt, der sich per Drumcomputer, Gitarre, Bass und vor allem seinem schon oft benutztem Kreischorgan ein Stück Musik beleistet hat, welches Beachtung erfordert. Die Texte stammen zwar nicht aus seiner Feder, sondern von Marcel, aber das Zusammenspiel von beiden Parteien passt.

Man nehme Nocte Obducta und vermische es mit Shining. Heraus kommt mal kalter, mal melancholischer mal aggresiv-rebellischer oder depressiver BlackMetal der ganz besonderen Art. Abwechslung ist oberstes Reinheitsgebot und wird auch auf keinem Track missachtet. Die Gitarren wurden am Heim PC aufgenommen, klingen aber um ein vielfaches Besser, was viele BM Bands im Studio erreichen. Die "Agrypnie" in musikalischer Form ist ein beeindruckendes Erstlingswerk (ich hoffe jetzt mal, dass da in Zukunft noch mehr kommt) und beweist Thorstens Kreativität und Talent.
PS: Um die oben gestellte Frage dennoch zu beantworten: "Verdammte scheiße, Ja und auf jeden Fall!!!"

Trackliste:

I.) Crepusculum 01:07
II.) Veritas Mutabilis 06:09 [-» text «-]
III.) Pavor Nocturnus 06:45 [-» text «-]
IV.) Agrypnie 07:39 [-» text «-]
V.) Diliculum

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Alt 14.2.05, 21:32   #52
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Incubus- Alive at Red Rocks

DIe erste Live DVD von Incubus und als ich das Cover sah, wurde mir klar dass muss ich mir kaufen, also genommen und in eilgeschwindigkeit richtung kassa.

als ich mir die trackliste durchgelesen habe, war mir klar dass ich keine sekunde mehr verlieren wollte bis zum anschauen der DVD. gleich den nächsten bus nach Hause, dort das Mittagessen Mittagesssen sein lassen und gleich die DVD in meinen Laptop reingehaut.

Natürlich hat mich die Incubus performance sehr sehr überzeugt, trotzdem muss ich sagen dass ich kurz danach überlegt habe ob die DVD das geld wert war. Dies ist meine erste Konzert-DV und ich habe es unterschätzt wie umständlich es ist eine DVD zu schauen. Es ist einfach viel leichter eine CD zu hören als eine DVD zu schauen. schon alleine von wegen der tatsache dass ich musik immer in meinem zimmer beim hü machen höre, und das mit DVDs nicht richtig geht.

Eine Woche später war mal wieder nur scheiße im Tv und da habe ich mich hingehuckt und das Konzert komplett geguckt.

Wozu ich den ganzen schund bisher geschrieben habe:
ich möchte allen raten dieses konzert komplett anuschauen und sich die 1.45 stunden zeit zu nehmen. man wird es nicht bereuen.

bei schauen der dvd hat man das gefühl brandon würde 20 meter vor einem stehen und um einen werden zehn tausende zusachauer. die atmosphäre dieses unglaublichen konzerts wird grandios vermittelt. die stimmung erreicht ihren höhepunkt bei 4 songs:
bei meglomaniac, wish u were here und pardon me zeigt sich die stimmung als brandon jeweils beim refrain zu singen aufhört seine mikrofon den zusachauern zurichtet und tausende zusachauer die texte singen. vorallem beim letzten lied pardon me lässt mich dies fast zum zittern bringen. man spürt die atmospähre in der luft.

auf eine ganz andere weise fühlt man die stimmung bei pantomime. die band war eigentlich schon von der bühne, doch plötzlich hört man eine gitarre still spielen. dann macht ein einziger schwacher blauer scheinwerfer brandon sichtbar. vor ihm halten zehntausende leute feuerzeuge in die höhe. er singt dieses so geniale lied. kurz vor schluß steigt aus dem nichts die gesamte band ein und der song wird für kurze zeit hart. das publikum geht voll mit, dann wird die band wieder leiser und der song besinnlicher.

ich erspare es mir über die trakcs zu reden, sondern liste sie nur lurz auf, denn zu diesen namen braucht man denke ich ncith viel hinzufügen.

meglomaniac
nice to know you
idiot box
just a phase
priceless
wish u were here
here in my room
drive
vitamin
pistola
stellar
made for tv movie
talk show on mute
sick sad little world
green
pantomime
the warmth
pardon me


ein einzgier song (mein lieblingssong von crow left of the murder) southern girl geht mir persönlich ab.

Zu der qualität der dvd und features ist zusagen:

das konzert wurde mit 10 kameras aufgenohmen, wodurch toll rübergebracht wird wie sehr das publikum abgeht. als special featrues kann man sich zu 5 songs optional interessante aniamtionen anschauen wobei ich diese funktion ncith wirklich nütze.
Interessanter ist da schon die bei gelegte cd mit 5 unreleased songs( pantomime, follow(von halo2), moments and melodies, are you in?, circles).

Zusätzlich gibt es noch einige extras auf der dvd wie soundchekc und aufnahmen von den wartenden fans.

ich würde die dvd jedem incubus fan raten. neulings sollten jedoch lieber mit den cds anfangen.

mfg gobbo
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Re: CD-Reviews


Graveworm ~ (N)Utopia

Aus Graveworm scheint noch richtig was zu werden. Mit dem fünften Album "(N)Utopia" verabschieden sich die Südtiroler größtenteils vom Bombast-Black-Metal vergangener Tage und spurten in Siebenmeilenstiefeln in Richtung Death Metal. Die Gitarren klingen fetter denn je und auch der Gesang bewegt sich in verdächtig tiefen Gefilden. Übrig bleibt das Gespür für prägnante, aber niemals aufdringlich wirkende Melodien. Das Keyboard ist zwar auch noch präsent, wird aber von den deutlich dominanteren Gitarren glücklicherweise in den Hintergrund verbannt. Songs wie "Hateful design" oder der Titelsong erinnern in punkto Songaufbau und Tempovariation an Hypocrisy, was Graveworm gut zu Gesicht steht. Ein prima Neuanfang, der Graveworm in einem ambitionierten Gesamtbild erscheinen lässt und die ewigen Vergleiche mit Dimmu Borgir quasi auslöscht. Denn vor allem das 2003er Werk "Engraved in black" zog viele Vergleiche auf sich, vor allem mit Dimmu Borgir und Cradle of Filth. Letzteres kann ich nur bestätigen, auf der alten Platte gibts echt Songs die glatt einem Cradle Album entsprungen sein könnten.

(N)Utopia klingt anders als der Vorgänger, alles etwas melodischer und immer mehr in Richtung Death Metal. Man hört zwar nun auch wieder böse Zungen die behaupten das Graveworm ihren eigenen Stil verloren. Doch was war ein eigener Stil wenn man die Band eh nur mit Dimmu und Cradle verglichen hat? Ich finde das widerspricht sich und bin der Meinung das die Band mit ihrem neuesten Werk eine absolute Bombe abgeworfen hat. 9 Songs (1 Bonustrack im Digi Pack) die allesamt reinhauen und coole Texte bieten. Beispielsweise "Never enough", der Refrain lautet...

...Even not rich enoug. No place for feelings and stupid stuff. Less - I love you! Just more - I hate you! You blind bastard, when did you sell your heart?

Da kann man viel reininterpretieren und das finde ich sehr genial. Die Band um den Sänger Fiori haben ein Meisterwerk abgelifert in das jeder harte Metal Fan unbedingt reinhören sollte. Oder habt Ihr schon einmal eine Metalversion von REM's "Losing my religion" gehört?

Der Sänger selber sagt über das Album:

"Der Hauptunterschied zu den Alben davor, ist, dass für '(N)Utopia' die Songs auf der Gitarre und nicht auf dem Keyboard geschrieben wurden. Deswegen kommt die Gitarrenarbeit einfach dominanter rüber, was man auch live hören wird. Da werden wir in Zukunft sehr viel heavier klingen."

Hört es Euch an, sau geil!

Viele Grüße,

Davey Havok
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Oomph! - Wunschkind (Industrial Psycho Metal)

Nach dem genialen "Unrein" näherte ich mich nun dessen Vorgänger namens "Wunschkind". Bereits das düstere Cover und der ebenso ausdrucksstarke Titel machten mich neugierig, wie die Vergangenheit der Wolfsburger wohl aussehen mag ...

Über das ganze Album hinweg wird das Thema der schweren Kindheit angesprochen - und das in einer Weise, wie sie bedrückender nicht sein könnte. Bereits das erste Lied "Born - Praised- Kissed" läutet die schier kranke Stimmung mit einer Spieluhrmelodie ein, die Gänsehautstimmung aufkommen lässt. Dann beginnt ein schweres Gitarrenspiel mit dem zuerst eher lieblicheren Gesang des Frontmannes "Dero", der später jedoch zu rauheren Klängen übertritt. "Wunschkind", der Titeltrack, wird mit den Worten "Du hast nicht genug Tränen für das, was du mir angetan hast" eingeleitet und zuletzt mit "Sei froh, dass ich dich zu dem gemacht habe, was du bist" beantwortet. Das Lied selbst weist schnellere Rhythmen neben einem ebenso raschem Klavierspiel auf. Allgemein wirken die Pianostücke dieser Platte ausgereifter und stimmungsvoller als alles, was ich bislang hörte. Die Stimme wechselt sich hier stets ab - mal tönt es rauh, mal flehend, mal mitreissend ... und stets absolut passend. "You've got it" fährt mit einem Beginn auf, der mich persönlich am meisten an diesem Album fasziniert. Neben einem Chor, dem trübseeligen Text und einem dröhnenden Gitarrenspiel endet dieses ansonsten spektakuläre Werk leider nur mittelmäßig, da Rap-Einlagen ganz und gar nicht mit dem Rest harmonieren. "Down in this hole" ist - bis auf das überraschend schnelle Klavierspiel und den flehenden Refrain - eher ein mittelmäßig bis gutes Lied und wird schließlich vom ersten Instrumental namens "Wälsungenblut" abgelöst. Dieses beginnt eher trist, endet später jedoch mit einem Titel-nahen Chor und stimmigen Klängen. Dann folgt "Krüppel", welches vom Namen her an "Bastard" ("Unrein) erinnert, jedoch vielschichtiger auftritt. Da wird geschrien, gefleht, gedroht, geträumt ... ein kraftvolles Werk, das nachdenklich macht. "My Soubrette" stellt das einzige Stück dar, das mit einem durch und durch harmonischen Gesang und eher leiseren Instrumentalstücken aufweist. Man könnte hier fast von einer Ballade sprechen - wenn da nicht der wechselhafte Text wäre, der des Öfteren von lieblich zu gehässig überspringt. "Mind over Matter" bietet einen druckvollen Sprechgesang und pressende Gitarren-/SchlagzeugRhythmen, sowie einen weiteren flehenden Refrain, versetzt mit einem passenden Klavierspiel und Gänsehaut-erregenden SynthesizerEffekten. "Filthy Playground" ist das zweite, letzte und etwas bessere Instrumental, welches glatt als Soundtrack zu einer bekannten Serie á la "Akte X" durchgehen könnte. Sehr stimmungsvoll und beruhigend. "I.N.R.I. vs. JAHWE" bietet ein weiteres Zitat ( "Das Böse ist Ansichtssache ... Gott tötet, ganz willkürlich - Das sollten wir auch tun." ), gefolgt von kirchlich anmutenden Chören und einem eher freudig stimmenden Sound. Der text erscheint wiederrum sehr pressend und negativ, bis hin zum exzellenten Refrain, welcher von einem passenden Glockenspiel unterlegt ist. Dann folgt der "Song for Whoever" - ein letztes Rap-Stück, bei welchem man meinen mag, der Sänger wäre ausgewechselt. Mittelmäßig, bis auf den mitreissenden Refrain, der ebenfalls chor-technisch gestaltet ist. "Der Alptraum der Kindheit" ... ich muss sagen, dieses Outro ist das Bedrückendste, was ich je gehört habe. Die fiese Stimme, die unheimliche Untermalung, das Feuerzeugklacken im Hintergrund ... der Text. Vielleicht liegt meine Genre-Zuteilung allein an diesem Stück ...
Die beiden Mixe der Neuauflage sind mehr als mies und daher nicht weiter erwähnenswert.

Fazit: Grandios, überaus grandios - davor kannte ich den Begriff "Psycho Metal" wohl nicht.

TitelListe:

01 - Born - Praised - Kissed
02 - Wunschkind
03 - You've got it
04 - Down in this hole
05 - Wälsungenblut
06 - Krüppel
07 - My soubrette
08 - Mind over matter
09 - Filthy playground
10 - INRI vs. JAHWE
11 - Song for whoever
12 - Der Alptraum der Kindheit
13 - Krüppel (Urteil Mix)
14 - INRI vs. JAHWE (Dies Irae Mix)

GesamtLänge: 65:15

Cover: Wunschkind

Release: 05. April 2004 (Neuauflage - Original: 1996)
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Alt 1.5.05, 11:36   #55
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Thumbs up
Bullet for my Valentine - Bullet for my Valentine EP

Neue Bands gibts beinahe jeden Tag und viele davon kann man direkt wieder in die Tonne treten. Innovationslos und alles nur nachgemacht, wer braucht sowas?

"Wir haben die Schnauze voll uns von schlechten Bands zumüllen zu lassen" so die Band mutig in einem Interview. In ihrer Heimat sind sie mit ihrer Debut EP schon durchgestartet und haben bisher über 200.000 Exemplare unter die Leute gebracht. Die Engländer überschütten sie mit Lorbeeren und das zurecht. "Die neuen lostprophets" hört man nicht gerade selten.

Die EP bietet 5 Songs + Video zu "Hand of Blood", dem absoluten Overkill Opening. Wunderbarer Gesang paart sich mit harten Schreiparts, die Abstimmung ist absolut perfekt und schon nach einmal hören ist das alles ohrwurmverdächtig. I saaaaaw yoouu looook awayyyyyyyyyyyyyyyy!!

Die Tracklist:

1. Hand of Blood
2. Cries in vain
3. Curses
4. No control
5. Just another star

"Curses" beispielsweise fängt ruhig an und wechselt seine Stimmungslage dann wieder in brachiales Geschrei. Das Video zu "Hand of Blood" zeigt die Band beim performen und das nicht weniger hart und schnell als der Song selber, ein echter Hingucker.

Schon erstaunlich wie vital die Rockszene von Wales ist: Funeral For A Friend, lostprophets und nun Bullet For My Valentine - wobei Letztgenannte wohl den mit Abstand größten Metalfaktor in ihrem Sound aufbieten. Vor sieben Jahren beschlossen die Jungs aus Bridgend die Antwort nach der Frage “Wo zum Teufel sind all die Riffs hin?” (Matthew Tuck. Vocals) selbst zu beantworten und den Helden ihrer Jugend, namentlich Metallica, Testament oder Iron Maiden, zu huldigen. Man nehme diese Einflüsse, versetze sie mit amtlichen Emocore-Einsprengseln sowie deftigem Metalcore-Gewitter und man kriegt eine ungefähre Ahnung davon, welch hochgradig explosives Gebräu die EP beherbergt

Momentan werkeln sie am Longplayer, der noch dieses Jahr erscheinen wird und ich kann euch nur sagen: Die Jungs werden noch ganz viel Erfolg haben!

Links:

- Bullet for my Valentine HP
- Gun Records
- 60 sec. Hörprobe "Hand of Blood"

Viele Grüße,

Davey Havok
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Mesmerize

Hier ist es also, das neue System of a Down Album. Das 3. studiobalm von den jungs wenn man Steal this Album als B-seiten album nicht mitzählt. was soll man sich wohl erwarten. ein realist könnte nahc den beiden vorgänger die als die besten nu metal alben aller zeit klingen, nur davon ausgehen, dass nun ein leichter einbruch kommen muss. Ein vergleichbarer einbruch wie bei korn die zuerst ein top debutalbum rausbrachten, dann mit "follow the leader" den komzerdurchbruch schafften. also eine ähnliche diskographie der bieden ersten alben hatten wie soad- nun komtm aber der unterschied, während korn ab "follow the leader"nachließen, legt soad mit "mesmerizwe" 4 jahre nach "toxicity" und ihrem interationalen durchbruch ein album ab, wie es derzeit wohl kein anders gibt.

es ist einfach unglaublich mit welcher perfektion die songs auf diesem album gemacht sind.
der geniestreich beginnt mit "soldier side" eiem 1.02 minuten intro. es ist ruhig und macht nachdenklich, ohne jegliche pause findet man sich plötzlich in einem metal gewitter wieder. der 2. track "B.Y.O.B" beginnt. die single auskopplung mag viellecht nicht so einprägned sein wie "chop suey", ist allerdings ein top track. es hat alles was ein system of a down meisterwerk ausmacht:
2 aggressive strophen, einen einprägenden refrain, einen schrei teil, eine genau an der richtigen stelle kommende endlosschleife und en ende wie es kein besseres ende geben kann: wäre dies eine 1 track cd müsste man richtig traurig sein weil der track vorbei, man freut sich jede sekunde die der track noch anhält.
zum berückt sein hat man alleridngs sowieso keine zeit, denn sofort beginnt "revenga". er beginnt mit mit einer fsat scon sanften gitarre die ja so typisch für die band ist. eine spannung wird aufgebaut, wie sie keine andere band aufbauen kann. es folgt eine kurze erste strophe, und ein simpel gestickter refrain, der aber genau dadurch besonders interessant wird. natürlich kommt am schluß eine extra strophe in der zuerst daron und dann auch der sänger serj singen. ja dieses doppelgesang ein weiterer grund wieso system of a down, derzeit einfahc keine ebenwürdige konkurrenten im metal geschäft haben. auf dem neuen album wird der gesang von daron noch mehr ausgenützt und er wird fast zu eine gleichweritgen sänger wie serj.
der 4. track ist "cigaro". er ist den meisten fans schon bekannt, und zwar gut bekannt, der einstieg beginnt mit ohrenbetäubenden schlagzeug solo. dann wird "my cock is much bigger geschrien", die arroganz der us soldaten verachtet und das metal feuerwerk beginnt. wieder singt daron einen großen teil des songs solo.
nun kommt "radio/video" und zeigt einen weiteren grund wieso ich system of a down in wenigen monaten so in mein herz geschlossen habe, die vielfältigkeit der band ist einfach unglaublich. ein refrain der an "cigaro" errinert doch plötzlich hört man eine strophe die einfahc nur "ska" ist. tanzrythmus auf für metal eigentlich unvorstellbaren nivea. der eigentlich idioten simple refrain wird natürlich zur abwechslung 3 mal unterschiedlich gesungen, und es fällt einem nicht auf das der song aus der feder eines 10 jährigen stammen könnte( er besteht aus 4 zeieln text).
das best an "this cocaine makes me feel like im on this song" is der titel. der song konnte seine wirkung nach 2 maligem hören noch nicht be mir entfalten. was woll auch daran liegt das er eindeutig der song des albums ist den ich vernachlässige, begründet oder nicht begründet muss jeder hörer selbst eintscheiden.

das war die erste hälfte des albums, wer sich nun denkt der vollidiot übertreibt so ein tolles album kann eine band gar nciht machen wie er das sagt, bekommt nun weitere begründnungen für seine meinung: denn ich mache einfahc weiter das album zu loben. und geh noch einen schritt weiter: ich meine die 2. häflte ist noch besser als die erste.

es begintn mit "violent pornography". ein song der die gesellschaft zu einem thema kritisiert das durch den titel raltiv gut beschrieben wird. zuerst wider ein instrumental solo, dann nicht sonderlich emotionaler gesang, plötzlich aggressicer gesang und dann plötzlich ein refrain der mehr ohrwurm potenzial hat als der nervigste song von britney speras und co. die refrains sind simpel wie pop songs und umso einrpägsamer.
"question" ist mein derzietiger lieblingssong des albums. er rockt in "aerials" manier, hat einen aggressiven refrain und eine schnelle strophe mit einer sehr leisen gitarre und einem hervorgehoben bass.
"sad statue" ist fast genauso gut, und vom aufbau gleich mit dem unterschied das hier die strophe aggressiv und der refrain ruhig ist.
"old school hollywood" ist sehr eperimentel mit einem elektro hintergrund und einem naja ein wenig verrücjkten refrain, doch wieder höchste ohrwum gefahr.
"lost in hollywood" ist so chillig, und ähnlich ruhig wie das Intro dass man sich kein besseres ende vorstellen kann.

we rnun meint ich hätte zu viel gekifft, wäre von irgend jemanden bestochen worden und rede einfahc nur scheiße soll sich bitte einfach das album kaufen und sich selber überzeugen. ich kann nur von mir sagen, dass es mich so gefesselt hat, das ich meinen kopf im unterricht nur noch unter der bank habe um das album mit meinem ipod hören zu können.

die fakten sprechen auch sehr für das album: 800.000 verkaufte singles in 4 tagen, 470.000 davon in den usa wo doch derzeit fast nur gangsta rap verkaufsfähig ist. nummer eins in über 50 staaten der welt daruner ganz europa australien und den usa.

von mir 10/10 punkte
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Re: CD-Reviews


Cradle of Filth - Nymphetamine (Gothic Black Metal)

Kannte ich diese Band noch als verschrumpeltes Geholze mit dem Hauch von Gejaule, nahm ich mich letztlich der "Fix"Version einer Single namens "Nymphetamine" an und stellte fest, dass mir diese sehr zusagte. Demnach machte ich mich auf die Suche nach mehr und wurde auch rasch fündig - wenngleich, wie. Zuerst schwelgte ich nach wie vor in den seichten Sphären genannter Single, weitete diesen Konsum allerdings rasch auf die restlichen Lieder des Albums aus. Das Dreiergespann "Nemesis"-"Gabrielle"-"Absinthe with Faust" zog zuerst mein Interesse auf sich. Ersteres ob der stimmigen Gitarrenwechsel zwischen brechend und steigend hoch, sowie den tragenden Texteinlagen. Neben diesen positiven Aspekten lenkte mich jedoch der hier recht tiefe, schier grunzende Gesang auf den nächsten Titel, "Gabrielle", welcher klimpernd beginnt und in einem wahren Fest aus brachialen Klängen, seichten Passagen und zerreissenden Stimmlauten mündet. Exzellent. "Absinthe with Faust" bietet mir lediglich höheres Mittelmaß, lediglich der erste wirkliche Schrei dieses Stücks reisst mich mit, wodurch die Anlehnung ebenfalls Anerkennung verdient. Darauffolgend überzeugen mich das unpassende In- und Outro der "Overdose"Version genannter "Nymphetamine" ganz und gar nicht; auch das Instrumental bietet Mittelmaß. Erst ab Titel 10, dem "English Fire" wird es mir interessanter. Hauptsächlich sticht der Gesang hervor, welcher einen hörbaren Kontrast zu vorhergehenden Liedern aufbaut und diesen wohlwollend niederbricht. Später überzeugt mich die Arbeit des Keyboarders mit dem Beginn des "Swansong for a Raven" endgültig. Derart schönes und gar Soundtrack-reifes vernahm ich selten auf Gruppenproduktionen dieser Art. Dazu weiß der Refrain sehr zu überzeugen und auch das wiederholt brechende, stampfende Gitarrenkostüm webt sich prächtig zusammen. Zuletzt klingt "Nymphetamine" mit eben solchem Titel aus, welcher bereits positiv beschrieben wurde, heute jedoch mehr oder minder abzusinken droht.

Fazit: Etwas Neues im sonstigen Musikgewand. Ein exzellenter Fund.

Titelliste:

[Standard-Version]
01 - Satyriasis
02 - Gilded Cunt
03 - Nemesis
04 - Gabrielle
05 - Absinthe with Faust
06 - Nymphetamine (Overdose)
07 - Painting Flowers White Never Suited my Palette
08 - Medusa and Hemlock
09 - Coffin Fodder
10 - English Fire
11 - Filthy Little Secret
12 - Swansong for a Raven
13 - Mother of Abominations
14 - Nymphetamine (Fix)

Gesamtlänge: Ca. 76 Min

Cover: Nymphetamine

Release: 27. September 2004

Geändert von Stacer (7.7.05 um 15:17 Uhr).
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Alt 2.7.05, 20:49   #58
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Static-X - Start A War (Industrial New Metal)

Das ist es nun, das neue Album aus dem Hause "Static-X".
Man muss erwähnen, ich war nach der bereits betörend klingenden "Shadow Zone" sehr gespannt auf weiteres Material - und ich wurde nicht enttäuscht.

Bereits der Einleiter "The Enemy" klingt gewohnt rasch, dazu gesetzt wurden Prisen der Melodie und auch der verbesserten, weil mehr und mehr zurückgedrehten "Industrial"Elemente. Mein Geschmack. Die erste Auskopplung "I'm the One" erinnert schreiblich an "The Only" aus dem Vorgängeralbum und setzt auch musikalisch wenig Akzente. Da wird gehämmert, schwächlich getextet und aufdringlich komponiert. Mittelmaß, höchstens. Besser macht es der einflüsternde "Start A War", welcher mit einem starken Refrain und rohen Instrumentenklängen überzeugt. Nachfolger "Pieces" bietet gefallende Gitarrenarbeiten, einen exzellenten Refrain und sogar wenige Gesangslinien, wohingegen der Nachfolger "Dirthouse" mich überhaupt nicht überzeugen vermag. "Skinnyman" macht es dank seinem interessantem Text und dem einprägsamen Refrain besser. Viel besser. "Just In Case" ist neben dem Quasi-Endstück "My Damnation" wohl die schönste Ballade des Quartetts um Frontwolf Wayne Static. Einlullend, aufweckend, mitreissend. Die "Industrial"Klänge wirken perfekt. Dann "Set It Off", ein Lied, wie ein Berg, den man zu erklimmen versucht. Von leise zu rasch zu knüppelnd. Der Refrain mag leider nicht ganz zu überzeugen - überdurchschnittlich jedoch. "I Want to Fucking Break It" stellt wohl das seltsamste Stück dieser Scheibe dar, beginnt es doch mit einem Blasinstrument, das den Gitarrenstampfer einleitet und schier hämmernd zu Grunde tritt. Im positiven Sinne. Danach folgt "Night Terrors" mit einem der schönsten Refrains des "Start A War" und monotonen, doch stets passend harten Instrumentklängen. Wundervoll. Mein Ohrwurm. Beinahe zuletzt erreicht auch wieder ein Lied der "Otsego"Sparte die "Static-X"Mannen, diesmal mit dem Beinamen "Amigo". Mittelmaß, wie mir scheint; meine Meinung bisher zu allen Teilen dieser Quais-Reihe. Erinnert es anfangs noch ein wenig an den "Otsego Undead", verkommt es später auch genauso wie eben dieser. Schade. "Am Ende steht mit "Brainfog", das - im Gesamten gesehene - wohl unpassendste Stück von allen. "Industrial" hier und da, gut und schön, doch für ein reines "Techno"Stück benötigt es keinen festen Bestandteil eines "New Metal"Albums.

Fazit: Eine überaus exzellente, wenn nicht beste Scheibe des Quartetts.

Titelliste:

01 - The Enemy
02 - I'm the One
03 - Start A War
04 - Pieces
05 - Dirthouse
06 - Skinnyman
07 - Just in Case
08 - Set it Off
09 - I Want to F****** Break It
10 - Night Terrors
11 - Otsego Amigo
12 - My Damnation
13 - Brainfog

Gesamtlänge: 48:06

Cover: Start A War

Erscheinung: 20. Juni 2005

Geändert von Stacer (6.7.05 um 16:03 Uhr).
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Alt 6.7.05, 16:32   #59
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Oomph! - Sperm (Industrial Metal)

Hierbei möchte ich lediglich auf die Ur-Form des Klassikers eingehen, da mich die neu hinzugefügten Remixes - fünf an der Zahl - eher erschreckten als gutmütig stimmten.

Aber dies tut dem Album keinen Abbruch, wenn man dieses im Ur-Zustand sieht.
Beginnend mit "Suck-Taste-Spit" wird hübsch gezeigt, mit welchen Zutaten "Sperm" den Hörer in seinen Bann zieht: Simpelste Refrains, einprägsame Riffs, provokante Texte und dezente, dennoch stets (!) passendste "Industrial"Einlagen. Dass aus derart einfachen Songstrukturen derart betörende Lieder zu bauen sind, hätte ich im Traum nicht erwartet. Ein Titel gleicht dem anderen bis auf's Haar, was den Aufbau angeht, und trotzdem gelingt es den Dreien wundervollsten Gröhl-Krach zu erzielen. Phantastisch.
Nun aber weiter im Text. "Sex" mag dem ein oder anderen noch ob der provokanten Werbung im Sinne sein, dem nächsten wird es dank hübscher Brücken und exzellent(en) (einfachem) Refrain lang im Haupte sitzen. "War" folgt dem Prinzip der vorrangegangenen Songs, steuert dazu noch die wohl besten Gitarrenriffs hinzu. Subjektive Minuspunkte erreicht das eher unschöne Ende, doch im Gesamten steigt "War" als der Sieger der Frontrilogie hervor. Dann "Dickhead", ein Bastard, den man nicht länger erwähnen braucht. Unterster Durchschnitt. "Schisma" ist ein hübscher Quasi-Einleiter, welcher einen guten Übergang zum Aufruf "Feiert das Kreuz" bietet. Selten habe ich ein derart ... wie sagt man? - cooles "Techno-Intro" gehört, bevor Schlagzeug und Gitarre passend und Genickschmerz-fördernd einsetzen. Simpel, simpel - genial. "Love" stellt wohl das vierte Déjà-Vu auf dieser Platte dar, diesmal mit keinem erhebenden Ausgang. Ebenso wie Nachfolger "Das ist Freiheit", dessen Intro interessant gewählt wurde. Dann "Kismet", ein psychisch leicht angeschlagenes Instrumental-Stück, das mit einem kurzen Gitarren-Spiel endet, welches an eine gewisse Berliner Band erinnert ... würde ich sagen, wenn diese zum Zeitpunkt der "Sperm"'schen Fertigstellung überhaupt existiert hätte. "Der Neider hat es schlecht gewusst", behaupten "Rammstein" und mit jenem Zitat segne ich auch "Oomph!"es-Läster. Doch nähern wir uns der End-Trilogie, bei der es wieder interessanter wird. Zuerst "Breathtaker", ausgezeichnet durch intelligenten Text, einprägsamen Strophen und atmosphärischem Film-Zitat. "Ich bin der Weg" ist mir wohl das "anderste" Stück auf "Sperm", da Refrain und Mitgröhl-Effekt recht spät einsetzen, dafür punktet der Ein-Mann-Chor am Ende. Sehr schön. Und natürlich "U Said", das "live"Lied der CD. Man muss sich einhören, doch dann und wann fasziniert - zumindest mich - jene Zeile, die "Sperm" ausklingen lässt. Ein Hoffnungsschimmer im fahlen Licht der Sex-besessenen Gesellschaft. Hollarö.

Fazit: Wer da nicht klatscht, ist selbst Schuld.

Titelliste:

01 - Suck-Taste-Spit
02 - Sex
03 - War
04 - Dickhead
05 - Schisma
06 - Feiert das Kreuz
07 - Love
08 - Das ist Freiheit
09 - Kismet
10 - Breathtaker
11 - Ich bin der Weg
12 - U Said (live)

Gesamtlänge: 48:59

Cover: Sperm

Erscheinung: Jahr 1994
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Alt 5.9.05, 19:02   #60
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Samsas Traum ~ Einer gegen Alle

Mit der limitierten EINER GEGEN ALLE Box präsentiert Sänger Alexander Kaschte das größte Paket um Samsas Traum das es je gab. Auf zwei DVDs und zwei Audio CDs warten Sachen die man entweder noch nie zuvor gesehen hat oder die nur auf diesem Datenträger zu finden sein werden.

Auf der Haupt DVD befindet sich ein komplettes LIVE Konzert der Aura Tour 2004. Das Konzert stammt aus Leipzig, aufgenommen vor einer nicht allzugroßen Fangemeinde, was aber umso besser ist, denn die Stimmung kommt so viel besser und die Atmosphäre muss gigantisch geil sein! Mit "Ein Name im Kristall" eröffnen Deutschlands unangenehmste Band das Konzert und schon gleich wird klar das der Mann live wirklich verdammt gut singen kann und es noch besser als auf Platte klingt. Die Wahl der Titel ist ebenfalls makellos und für jeden ist etwas dabei. Von schnellen Tracks wie "Sisyphos" oder "K.haos Prinz und Wind-Prinzessin" über abgedrehten Kram wie "Ein Foetus wie Du" bis hin zu den langsamen Lieder und für Samsas Traum typischen Liedern wie "Blut ist in der Waschmuschel" oder "Die Zähne in der Hand".

Mich hat die DVD von der ersten Minute an fasziniert und ich habe jetzt verdammt viel Respekt und Hochachtung vor Alexander Kaschte. Was der Mann an Genialität mitsich bringt ist fast unglaublich. Je mehr man von der Band hört umso mehr interpretiert man in die Texte hinein und umso mehr versteht man wie tiefgängig die Musik ist. Am Besten kann ich das mit dem Lied "Blut ist in der Waschmuschel" beschreiben. Live kommen die Emotionen sehr gut rüber, der Text ist so verdammt genial das ich Gänsehaut bekomme. Es gibt keinen wirklich Refrain, es sind um die 5 Minuten voller Text der mich nicht mehr loslässt. Das mal LIVE in Bewegung zu sehen ist schon genial. Die DVD ist also absolut genial.

Dazu kommt die Remix CD des "Aura und das Schneckenhaus" Albums. Darauf befinden sich einige Songs die von anderen Musikern ge-remixed wurden. So gibt beispielsweise L'âme Immortelle Mastermind Thomas Rainer seine Version des Knallers "Sisyphos" zum Besten! Wie die DVD einfach genial, die Remixe gefallen!

Natürlich befindet sich darauf auf allerlei Bonus Kram. Interviews, wovon eines derart witzig ist das man vor lachen beinahe auf dem Boden liegt. Ich will da aber nicht zu viel verraten, nur so viel: Man erfährt sehr viel über die Band, lernt die Band, den Sänger gut kennen und ist fasziniert.

Neben Samsas Traum bietet die Box auch noch allerlei Kram zu Weena Morloch. Hierzu kann ich nicht viel sagen, nur das ich es nicht mag. Weder die CD noch die DVD machen irgendwie Sinn in meinen Augen. Einzig der versteckte Kurzfilm auf der WEENA MORLOCH DVD ist relativ sehenswert. Was die Leute mit dem Samsas Traum Projekt allerdings mit dieser Band bezwecken wollen ist mir schleierhaft.

Alles in Allem ist diese Box ein MUSS für jeden Fan und solche die es werden wollen. Toll gemacht, wunderschöne Artworks und Photos und eine geniale, übergeniale Konzert DVD!

Viele Grüße,

Davey Havok
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Alt 5.9.05, 19:30   #61
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Re: CD-Reviews


Samsas Traum ~ a.Ura und das Schnecken.Haus

Mit dem Schneckenhaus Album bringen Samsas Traum ein Konzeptalbum heraus dessen Qualitäten erst viel später dem Hörer klar werden. Hört man dieses Album zweimal durch hat man nichtmal ansatzweise eine Ahnung davon wie tief die Texte gehen oder was uns der Sänger und kreative Kopf hinter Samsas Taum; Alexander Kaschte, sagen will.

Das Album besteht aus zwei CDs, mit 11 und 12 Tracks. Das Album ist irgendwie als eine Geschichte zu sehen. Es ist einfach spannend und interessant genau zuzuhören was in den Liedern passiert. Ein gutes Beispiel ist wohl "Der Junge lebt im Brunnen". Mal abgesehen davon, dass dieses Lied einfach super schön gesungen ist hat es eine Geschichte die erzählt wird. Ich persönlich stelle mir dann bildlich vor wie das wohl aussieht und sowas ist schon ziemlich außergewöhnlich. Aber auch Dinge die Alexander wirklich passiert sind verarbeitet er in seinen Texten. Den Tod seines Katers Champ beispielsweise. Im Song "Ein Kater kennt den Weg" wird das klar. Ein Lied was echt berühren kann, wenn man den Hintergrund kennt.

Mit diesem Album wird allerdings einiges anders. Die Band will weg von ihrem alten Image, sie wollen nicht mehr so sein wie früher. Vergleicht man alte Werke wie "Die Liebe Gottes" mit dem heutigen Werk so merkt man auch
direkt den Unterschied. Die Band und vor allem der Sänger ist nun er selbst und er wird immer kreativer, sagt er von sich selbst. Ich finde das persönlich klasse denn es hat der Band gut getan und eine interessante Änderung
in der Musik mitgebracht. Die Musik ist anspruchsvoller geworden und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

Wem kann man dieses Album empfehlen? Zu erstmal all denen die auf deutschsprachige Musik stehen und denen, die auf was anderes, anspruchsvolles stehen. Texte zum nachdenken, zum Gänsehaut bekommen und vielleicht sogar zum weinen?

Man muss diesem Album ein bischen Zeit geben aber hat man erstmal das Potential erkannt lässt es einen nicht mehr los Also: Gebt ihm eine Chance.

LG Krypto
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Alt 2.11.05, 18:02   #62
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Rammstein - Rosenrot (Industrial Metal)

[Skip Phrase] ... und so war der Tag gekommen, an dem "Rosenrot" erschien.

"Benzin" verlangte regelrecht danach, übersprungen zu werden, doch um des Gesamtwerkes Willen ließ ich mich ein erneutes Mal auf jenes ein. Nun gut, der Refrain, sofern man dies nennen kann, ist höchst lustlos, ebenso schwächelt das Lied textlich vor sich hin. Instrumental bleibt man da schon auf etwas höherem Niveau, was wohl sehr das Keyboard - wie auch auf dem gesamten Album - ausmacht. "Mann gegen Mann" heißt diesmal die Zwanghymne en Provokation; der Chor gefällt, unterstreicht den Titel hübsch und Lindemann fährt wieder stärkere Geschosse auf. Man arbeitet sich ins Mittelfeld vor, welches mit "Rosenrot" langsam aber sicher verlassen wird - höhere Ränge warten. Auffallend ist am fünften Album der Berliner vor allem, dass sie sich des Öfteren auf epische Geschichten verlassen; und das nicht nur textlich. Glücklicherweise artet es nicht nur in Schwammwischereien aus, nein, diesmal wird man gar an alte Zeiten erinnert, was die Gitarren angeht. Selbst den Bassisten vermag man zu erkennen und auch Herr "Doom" driftet in abwechslungsreichere Gefilde. Abwechslungsreicher. "Rosenrot", eine Geschichte von Liebe und ihren Zwickmühlen - ein böses Ende, wie man es gewohnt ist. Töne aus den Lautsprechern, die das Bild einer Holden schaffen, wie sie ihren Liebsten befiehlt. Sehr schön. Dann "Spring". Stampfende Instrumente. Ohrwurm"Industrial"-Spielereien und ein Refrain, der zum Anfeuern anregt. Welche Seite, bleibt offen. Auch die Spielzeit drückt das Ganze ins Epischere. "Wo Bist Du". Ein Titel wie aus Schlagern, der Text unerwähnenswert und Gitarren belanglos - dennoch gefällt es! Mir zumindest. Mit "Stirb Nicht Vor Mir (Don't Die Before I Do)" schaffen "Rammstein" Platz für Zwiespaltigkeit. Ein annehmbares Duett für nächtliche Autofahrten, ein Platzhalter im Rest der Welt. Auch, wenn die Dame eine zugegeben schöne Stimme hat, "Country" hat bei mir nichts zu finden. "Zerstören". Wieder so ein "Muss"Song im Sinne der Härte, aber ausgesprochen ansprechend dafür. Grummelndes Organ, vielseitige (!) Gitarrenarbeit, sowie Interpretationsmöglichkeiten und ein Ende wie es anderster nicht hätte sein können. Hervorragend; auch, wenn ich es selten höre. "Hilf Mir" bietet einen hässlichen Refrain, der glücklicherweise nur wenige Male vorkommt (Dies beziehe ich auf das "Hilf Mir - Hilf Mir") - die Quasi-Brücke ist mitreissend ... und wieder ein Schluss, der verwundert. Solche Piano-Melodien hätte ich von "Oomph!" erwartet, nicht aber von "Rammstein". Mitreissend. "Te Quiero Puta!" reisst die sehnsüchtigen Mauern ein, die vorher erbaut wurden; glücklicherweise nicht derart plump wie einst "Moskau" und "Amerika". Ein bisschen wurde ich an "Static-X"s "I Want To Fucking Break It" erinnert, was aber wohl nur an den Bläsern lag. Rotlichtflair dank *hüstel* leicht schlampigen Damengesängen und ein kraftvollen Refrain. Das ist Abwechslung, die ich mag. "Feuer und Wasser" war bisweilen wohl das einzige Lied dieses Albums, mit welchem ich erst heiß werden musste. Überzeugt mich der Refrain immer noch nicht gänzlich, machen dies Text und Brücken wieder weg. Dann noch "Ein Lied" und aus.

Fazit: Subjektiv trifft bei mir die romantische Seite ins Schwarze, objektiv die Instrumente und der Gesang, den man nunmehr so nennen darf.

Titelliste:

01 - Benzin
02 - Mann gegen Mann
03 - Rosenrot
04 - Spring
05 - Wo Bist Du
06 - Stirb Nicht Vor Mir (Don't Die Before I Do)
07 - Zerstören
08 - Hilf Mir
09 - Te Quiero Puta!
10 - Feuer und Wasser
11 - Ein Lied

Gesamtlänge: 48:08

Cover: Rosenrot

Erscheinung: 28. Oktober 2005
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Alt 14.1.06, 15:57   #63
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Dornenreich - Hexenwind

Nach fast 5 Jahren Abstinenz melden sich Dornenreich zurück. 2001 veröffentlichte das Duo um Sänger und Songwriter Eviga und Valnes aus Österreich das zeitlos junge Album "Her von welken Nächten". Welche Welle an Euphorie und Lob sie damit auslösten dürfte den Beiden auch nicht klar gewesen sein. Es folgten viele Konzerte und Tourneen durch alle möglichen Städte, die Fans dankten es Ihnen.

Nun, nach gut viereinhalb Jahren, erscheint mit "Hexenwind" der lang ersehnte Nachfolger und damit schon das vierte Album der Band. Doch die Zeichen standen lange nicht gerade gut und Dornenreich drohten an Ihrer eigenen Art von Perfektionismus und Individualität zu zerbrechen, das Album wurde fast verworfen. Ursprünglich sollte das Album "Sharrketim - Der Zauberzeichen zehn" heißen und als Doppel CD erscheinen, was dann aber ebenfalls verworfen wurde. Hexenwind galt da noch als Nebenprojekt der Band, was sich später aber als eigenständiges Album VON Dornenreich entwickeln sollte.

Es geht nicht darum, die Intensivität eines "Her von welken Nächten" zu kopieren, den Funken aufzufangen und ein Album zu machen das einfach nur gleich klingt. Hätte man "Hexenwind" ein Jahr später veröffentlicht, hätte man sich selbst kopiert und nichts neues, eigenes geschaffen. Hexenwind klingt anders. Eviga flüstert und besingt uns leise durch die sanften, teils arg monotonen Töne. Es wirkt schon beinahe hypnotisierend und damit erreicht er genau was er wollte: Werde eins mit Dir, werde Fantasie, denke darüber nach.

Wenn man das Album einlegt, faucht einem der Wind um die Ohren und man fühlt sich inmitten eines Waldes. Nach den ersten Klängen ertönt auch schon das Flüstern Eviga's. Doch auch das hat sich verändert, denn seine Stimme klingt meiner Meinung nach viel besser als früher. Richtig gefühlvoll singen sich dann sogar Valnes und Eviga zusammen durch Stücke wie "Zu Träumen wecke sich, wer kann". Solche Töne ist man von Valnes nicht gewohnt und doch fesseln sie so dermaßen, das einem Gänsehaut widerfährt. Das Album hat eine ganz andere und spezielle Wirkung auf den Hörer, sofern man sich darauf einlässt und diesem Werk eine Chance gibt. Meine Erwartungen waren niedrig und ich wurde sowas von überrascht.

Dornenreich haben eben bewusst neue Möglichkeiten genutzt und gerade damit etwas Unverwechselbares und Neues erschaffen. Sicherlich scheiden sich bei einer solch tiefgreifenden Weiterentwicklung die Geister. Vielleicht könnte es Fans geben die mit diesem Werk weniger anfangen können, allerdings kann ich mir viel mehr vorstellen, dass Leute, die sonst keinen Metal und kein Dornenreich mochten, gerade an diesem wundervoll ruhigen Album Gefallen finden könnten. Also, lasst euch doch auf die Reise ein in das Reich der Fantasie. Es könnte zu einem intensiven Erlebnis für euch werden, denn Dornenreich sind und waren stets mehr als Metal!

Playlist:

1. Von der Quelle
2. Der Hexe flammend' Blick
3. Der Hexe nächtlich' Ritt
4. Aus längst verhalltem Lied
5. Zu Träumen wecke sich, wer kann

Dauer: 43 Minuten

Wertung: 15/15 Punkten
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Tvangeste - FireStorm (Melodic Orchestral Black Metal)

Bereits das Geigen-Intro beginnt mit einer wundervoll, sich wiederholenden und irgendwann durch Solistin Ekaterina ergänzten Melodie, die das Flair winterlicher Sonnenaufgänge hervorruft. "Under the Black Raven's Wings" wird, passend zum Titel, mit dem Ruf eines Rabes eingeläutet und zeigt alle Merkmale der Band auf:
Sänger Mirons krächzendes, teilweise histerisch heiseres Organ, das stellenweise gar in Dani Filth'sche Gefilde rückt, klassische Klavier- und Streichermelodien, Chor-Einlagen, druckvolle Gitarrenwände, Double-Baselastiges Schlagzeug und alles in allem viel Abwechslung. Was während der knapp 6 Minuten geschieht, erlebte ich bisher nirgends annähernd so passend und wohlklingend. Gar eine Sängerin höherer Stümmgefilden teilt sich Zeilen mit Miron.
"Birth of the Hero" startet noch klassischer, was am zahlreicheren Einsatz des Kammerchores zu merken ist, hingegen aber auch wütender, eindringlicher. Im Gegensatz zum sonstigen Verfahren werden hier mehrere Teile wiederholt, was aber der Abwechslung keinerlei Abbruch beschert.
Das vierte Stück, "Fire in Our Hearts", bietet einen quasi-Refrain, der keiner ist, da er lediglich einmal stattfindet, der Gruppenkrächzen im wohlklingendsten Stile liefert. Die Geigen untermalen hierbei den Gesang passend und klassisch geht es auch nach knapp einer Minute weiter, wenn der Flöte ein Solo-Part erlaubt wird.
Zu "Perkuno's Flame" steuert Miron erstmalig intensiv hysterischen Gesang, der fern an Harpyien und ferner an genannten Frontmannes der Mannen um "Cradle of Filth" erinnert. Klavier und Geigen verwachsen zu einer Einheit, und wieder folgt nach - diesmal etwas mehr als - einer Minute ein Solo-Part (letzteres Instruments), welcher vom Rauschen des Meeres zum Träumen bittet, bevor Orchester und Schlagzeug die Idylle unterbrechen und die Gitarren schier sanft ins nächste Kreischgewitter und einen Melodieumbruch leiten. Sekunden später sieht man sich im Zimmer eines klassischen Komponisten, der eben sein neues Stück am Klavier preisgibt.
Das manchem evtl. bereits aus der "Legacy" bekannten "Godless Freedom" beginnt mit gewohntem Gitarrensturm und dem Kammerchor, der dem Sänger nach wenigen Sekunden das Feld räumt und erneute Hysterien dieses entfesselt. Während Schlagwerk und Stromfresse durch feindliche Linien preschen, fallen vor allem das verträumte Klavier, sowie Solo-Parts der Teil-Sängerin auf bis der Gifpel des Feuerberges mit einem letzten Kampfschrei der Krächztruppen fällt.
Für's Erste.
Das vorletzte und wie "Fire in Our Hearts" ebenso teilweise Albentitelprägende Stück "Storm" nehmen Trauerschwälle des Orchesters in Empfang, um das über 7minütige Lied einzuläuten. Wieder erklingen Chöre, Solistinnen, Geigen und wieder stellt sich dem eine "Metal"Wand gegenüber, die Frontkreischer Miron in den Rachefeldzug führt. Diesmal wird man stellenweise gar verblüffend intensiv an Herrn Shagrath aus "Dimmu Borgir" erinnert, der ebenso des Öfteren sein Organ computer-technisch verändern und im Hintergrund Geigen und zuletzt der Chor eine "Horror"typische Atmosphäre aufbauen lässt. "Love and respect your friends - and let your enemies ..." - man erinnert sich an das, was die Vorderseite des Booklets spricht - "... DIE!".
"Tears will Wash Off the Blood from My Sword" bietet neben eines recht langen Namens Unterhaltung en masse. Da rufen Chöre zu letzter Hoffnung, da hämmern Instrumente und Sänger synchron, da schließt eine Stimme, wie sie eines unterirdischen Märchenerzählers sein könnte, diese CD ab, während man zuletzt die Melodie des Intros wieder aufgreift - nannte ich in diesem Schrieb bereits "Rhapsody"? - und zum Drücken des "Repeat"Knopfes zwingt.

Fazit: Wunderbar. Nichts als wunderbar.

Titelliste:

01 - Introduction
02 - Under the Black Raven's Wings
03 - Birth of the Hero
04 - Fire in Our Hearts
05 - Perkuno's Flame
06 - Godless Freedom
07 - Storm
08 - Tears will Wash Off the Blood from My Sword

Gesamtlänge: 44:45

Cover: FireStorm

Erschienen: 15. September 2003

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