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Erzesel

Gedanken zur Jugend

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von am 18.8.15 um 11:44 (1152 Hits)
Ich habe mir gerade Lunas "wir stehn auf ...."durchgelesen.
und dachte mir so einiges:
(eigentlich sollte es ein Kommentar werden, aber irgendwie ist dann doch eine eigene Gedankenkette draus geworden)

Hehhh!
Was ist denn mit den Kindern los...
Ob Teenie, 23 oder Anfang der 30er und die tun als würdet sie nächste Woche in die Kiste hüpfen. Deckel zu und 2 Kubik Erde drüber....
Dabei haben die all das Gute noch vor sich.
Vor 30 Jahren war der Teppichpilot nicht nur ein Nickname sondern eine eigenste Berufung und Kein Gedanke an Luna. Faustus, Grim, Blacky und nahezu der ganze Rest der noch aktiven User waren auch bestenfalls feuchte Fantasien .
(Aber Jugend hält meinen Verstand Jung)
Wie auch immer besonders viel war bei denen noch nicht los...

Bei mir sah es da schon anders aus...meine 18monatige Liaison mit der Kalaschnikow lag ein Stück hinter mir. Ich hatte einen Job wo man für DDRverhältnisse richtig gut Kohle einsackte. Ich hat mir gerade mein eigenes Haus gekauft und genoss mit einem Kumpel wohl gerade einen Krug Wein unter der Sonne Bulgariens.
(Man waren wir besoffen, aber das ist eine andere Geschichte)
Egal... Ich hatte meinen Lauf, wie man das heute wohl nennt. Kein Gedanke an "jetzt bin ich alt"... Hehh ich war erst 23 und hatte schon mein eigenes Haus...für DDRverhältnisse war hatte man schon einiges erreicht... 1Jahr später hatte ich auch noch die passende Frau dazu und das erste Auto fand seinen Weg in meine Garage (natürlich ein Trabbi) und alles bezahlt (nix mit kaufen auf pump).
Und weil ich wohl das Händchen für Superlative hatte, kam ich auf die Idee das jeder ein Kind machen könne. Wodurch wäre das zu Toppen? ...natürlich...mit 2 auf einen Schlag als nahm ich mir vor: "Ich will Zwillinge"... naklar ich habe immer bekommen was ich wollte... mit 27 kam dann auch noch ein "Verkehrsunfall" aber der ist mir irgendwie geklont worden wie ich heute feststellen muss.
Klar mag mancher von euch denken: was für ein verkacktes Spießerleben. Aber es waren andere Zeiten mit andern Zielen...
obwohl...? wenn man den Bundesdeutschen Durchschitts30er anschaut der fährt noch immer die gleiche Schiene Haus ,Auto und Brüten.

Aber da stand ich doch erstmal richtig in Saft und Kraft.
Und was macht man wenn man 28 ist und bissher alles bekommen hatte und plötzlich wird eine neue Tür aufgestoßen?
Naklar die Mauer war verschwunden und jetzt etwas fremde Luft schnuppern. Whow...
Wie kommt man aus seinen 4 Wänden ohne diese aufzugeben und auch noch gut Geld dafür bekommen?
Man zieht auf Montage. 4 Tage Männerfreiheit und Welt (wie der Marlboromann) und 3 Tage Familie. Ein ausgewogenes Verhältnis...meine ich.
Und wenn alles drohte im Trott zu versinken und die Kollegen langweilig wurden zog man weiter. Woanders gibts immer was neues...
aber Zuhause hatte man seinen Ankerpunkt.
Die Kinder wuchsen im Zeitraffer. Kaum das sie die Zuckertüte beiseite gelegt hatten, schwups waren sich schon auf dem Gymnasuim und schnipps waren sie Erwachsen.
Irgendwie hatte ich garkeine Zeit zu registrieren das ich älter wurde und ehrlich gesagt, mied ich wenn ich Unterwegs war alte Zöppe und war immer der Jugend zugewandt und stand den jungen Leuten in nichts nach. Gut, saufen konnten wir schon früher, aber Kiffen und anderer Blödsinn , da waren meine jungen Kollegen eher die "Schisser"... und ich sah mich eher als der Große Bruder als der alte Weiße.

Vielleicht war ich wie eine Kerze die von 2 Enden abbrennt? bereuen tue ich trotzdem nichts. Und auch wenn der Körper heute im Ar*** ist und sich oft wie 100 anfühlt, wenn ich die Wohnung verlasse zeige ich nichts davon. Die Italiener nennen das Bella Figura.
Jedes Alter hat gewisse Vorzüge und wo ein 25...30jähriger noch mit einem 6pack Eindruck schindet, spiele ich andere Karten.

Inzwischen würde ich mich am meiste freuen endlich richtig Opa zu sein.
Das Thema Kinder ist abgehakt, aber Opa hat was...
Opas haben nicht die Verantwortung eines Vaters, aber das Privileg die Sprösslinge nach besten Kräften zu verwöhnen und zu "versauen".
Und wie cool ist den ein Opa der auch noch zockt oder Anime glotzt....und dem man nicht umständlich erklären muß wie ein Computer funktioniert...
Naja aber wie bringt man seine Kinder dazu , endlich Enkel zu produzieren. Ob die wohl ahnen was ich vorhabe?

Also "Kinders" solange die Knochen noch nicht krümeln und man morgens im Spiegel von keinem Fremden begrüßt wird ist alles im Grünen Bereich.
(Eigentlich wollte ich schreiben "solange öfter kann als man darf", aber es soll ja Leute geben die dürfen täglich nur einmal...)

Was das Zukunft formen angeht, so ist das Blödsinn.
Die Zukunft ist wie ein Fluß. Wenn ein Fisch vorbei geschwommen kommt greift man rein. Natürlich wird man nicht jeden erwischen, aber wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht entdeckt man recht schnell den nächsten. Nur sollte man nicht auf die großen Fische warten. Es gibt viel mehr kleine und die machen auch satt. (man muss nur etwas öfter ins kalte Wasser...)

..und dann bekommt man Rheuma :-p

Da schreibt so ein Bengelchen:
Im Rückblick wirkt alles schöner, weil der Ausgang gewiss ist, während man gegenwärtig mit Zukunftsängsten/-Sorgen und Zweifeln zu tun hat, die man aber damals auch hatte, aber nicht in der Erinnerung.


...darf man mit Mitte..Ende 20 überhaupt schon derartige Gedanken denken?
Wäre ich mir damals meines Ausgangs gewiss gewesen hätte ich ein echtes Problem gehabt. ....und Natürlich war nicht jeder Tag Zuckerschlecken. Aber meist (oder besser immer) genügt es schon das beste aus einer vertrackten Situation zu machen und schon gehts weiter und weiter, ansonsten ist es besser die Sache zu beenden. Und dann ganz schnell die Scheiße vergessen...und sich an was schönes erinnern, das ist der Filter der das Leben lebenswert macht.
Mancheiner nennt das nostalgische Verklärung.
Aber wie bedauernswert wäre doch ein Mensch der im fazit feststellen müsste ein total mieses , beschissenes leben mit ganz wenig freude hinter sich zu haben. (Man muss sich stehts sagen es könnte schlimmer kommen...jaja und es kam schlimmer ;-)) Unter dieser Prämisse hätte man ja noch viel schlimmeres zu erwarten...
bleibe der Strick...

Möchte ich noch mal 20,30 oder 40 sein?
Neee last mal es ist ok so wie es ist. Ich mach mir keinen Stress mehr und lasse mir auch keinen machen. Wenn ich meinen Spaß haben möchte suche ich mir welchen, Wenn mich etwas interessiert gehe ich der Sache nach und wenn ich Ruhe möchte mache ich die Tür hinter mir zu und schalte das Handy aus.... Ich erfreue mich vielleicht an andern Dingen als früher, aber ich habe die Freude am Leben noch nicht verloren... und ich habe auch weiterhin meine Träume, aber ich hechle ihnen nicht mehr hinterher. Was kommt das kommt und wenn nicht geht die Welt auch nicht unter.
Wenn der Jackpot auf 20Mio steht Spiele ich einen Zufallstipp (Ich schau mir den Schein nicht an, damit stehen die Chancen 50/50 (Schrödingers Katze)). Das genügt, denn eigentlich wüsste ich garnicht so recht was ich mit soviel Kohle anfangen sollte. Schon komisch wie sich manches verändert.

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Kommentare

  1. Benutzerbild von Angel of Retaliation
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    Esel, das ist ein astreiner Blogeintrag! Ich habe das Lesen sehr genossen und freue mich auch auf all die Erfahrungen, die da noch kommen werden. Man muss mehr den Moment genießen und sich auf das Morgen freuen, da stimme ich zu.
  2. Benutzerbild von Dana
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    Ich bin gerade 40 geworden. Und während andere schon bei 30 die Oberkrise gekriegt haben, freue ich mich einfach nur.

    Ich freue mich, dass ich schon so lange leben darf und hoffe, dass ich es noch eine ganze Weile weiter geschenkt bekomme.
    Mein Freund meinte mal: alle wollen alt werden, aber keiner älter.... und da ist was Wahres dran.

    Am wichtigsten ist es für meine Begriffe, sich Begeisterungsfähigkeit und Zufriedenheit zu bewahren...eine gute Gesundheit ist ein zusätzliches Geschenk, aber oft nicht im vollen Umfang zu bekommen.
    Aber wenn man mit allem umgehen kann, wenn man trotzdem die schönen Momente sieht und einschließt...dann hat man sicherlich ein schönes Leben, egal, ob man 30, 40 oder 70 ist.

    Ob die heutige Jugend schon "abgeschlossen hat", kann ich nicht so sagen, meine Erfahrungen sind andere (es gibt in jedem Zeitalter Menschen, die schon über 100 sind), aber du zeigst schön auf,
    wie wichtig es ist, den Jugendgedanken weiterhin beizubehalten. Ich kann es auch nur jedem raten, der noch keine 3 oder 4 vornedran hat...aber auch den Gleichaltrigen.

    Jedes Alter hat etwas Wichtiges, etwas Besonders, etwas Schräges und etwas Wunderbares. Da brauche ich gar keine nostalgische Verklärung der schlechten Dinge. Schlechtes gab es auch schon mit 12...und wird es noch mit 80 geben, so ich dann noch lebe...
  3. Benutzerbild von Laleh Avari
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    Hallo!

    Ich bin von deinem Blogeintrag wirklich begeistert und würde mich freuen mehr solcher Einträge über dein Leben zu lesen. Denn du dürftest es wirklich genießen und auch interessant gestaltet haben, obwohl du eine Familie gegründet hast. Das klingt vielleicht seltsam, aber zu diesem Punkt will ich sagen, dass ich dieses Jahr 25 werde und wirklich das Gefühl habe, nicht mehr viel mit meinem Leben anfangen zu können. Das klingt sicher lächerlich, aber naja... habe mit 17 meinen derzeitigen Job bekommen und fühle mich mit jedem Jahr mehr dazu verpflichtet, das Geld schön anzusparen und bloß keinen Blödsinn damit anzufangen. So richtig entspannen kann ich an Feiertagen auch nicht, weil ich das Gefühl habe ständig etwas "Sinnvolles" machen zu müssen und sei es nur, die Bude immer blitzblank zu halten. xD
    Mein Partner ist da anders und er hat es auch mit dem Kinderkriegen nicht eilig (ist aber auch etwas jünger als ich) bzw. steht die Frage im Raum ob wir Beide das überhaupt wollen. Aber vielleicht sehe ich das auch etwas zu eng. Denke zwar für eine Frau ist es noch am Sinnvollsten vor dem 30. Geburtstag ein Kind zu bekommen, aber ich bin mir gar nicht sicher ob ich das will. Nur werden bald die ersten Erwartungen seitens der Familie kommen.
    Spätestens wenn geheiratet wird, wartet jeder auf die Kids. Doch ich denke mir... entweder lebe ich mein Leben oder ich ermögliche meinen Kindern ein schönes Leben. Beides funktioniert nicht und darüber mache ich mir immer sehr viele Gedanken. Die meisten aus meinem Freundeskreis quälen sich noch durchs Studium und haben noch nicht viel gearbeitet. Vielleicht sehne ich mich auch deshalb ein Wenig nach einem lockeren Lebensstil.
    Jedenfalls habe ich oft das Gefühl dass mir die Zeit davonläuft. Schon seltsam. Dabei ist man doch noch so jung. :/ Aber was soll man machen? Tagtäglich wird einem ja auch über die Medien (Radio, Fernsehen, Zeitungen) klar gemacht, wie kurz das Leben ist und wenn man plötzlich nicht mehr ist, war´s das. Nur leider denken sehr viele junge Menschen nun so und das hat oft zur Folge, dass sie entweder keinerlei Verantwortung übernehmen wollen (auch in Beziehungen) und einfach in den Tag hineinleben, oder sich fast schon Tag für Tag dafür fertig machen, dass sie nicht genug erreicht haben (zu denen ich gehöre). Es sind schon komische Zeiten geworden. xD

    Falls du wieder einmal deine Gedanken zu solch interessanten Themen niederschreibst, werde ich es auch auf jeden Fall wieder lesen.

    LG